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Generation Z : Was der Schönheitswahn auf Instagram für Jugendliche bedeutet

  • -Aktualisiert am

Der Drang zur Selbstoptimierung stammt nicht aus dem Internet allein. Soziale Netzwerke sind nur der Katalysator für einen grundlegenden Wandel. Wer Abitur macht und studiert, der hatte früher keine Probleme auf dem Arbeitsmarkt. Diese Tatsache wurde für Millennials zu einer vermeintlichen Tatsache. Ihre Eltern und Großeltern hatten meist klare Ziele im Leben: Schaffe, schaffe, Häusle baue, dann kann man sich was leisten, dann haben es die Kinder mal leichter. Den neuen Unentschlossenen sind solche Ziele oft verlorengegangen. Work-Life-Balance ist für sie häufig wichtiger als der nächste Karriereschritt. Sie verdienen nicht viel. Prekäre Beschäftigungsformen wie Zeit- oder Leiharbeit oder dauernde Praktika sind keine Seltenheit. Und während man früher das familiäre Nest nicht schnell genug verlassen konnte, wohnen viele heute noch mit 25 Jahren zu Hause, um die hohen Mietkosten in den Städten zu sparen.

Aus solchen Lebensumständen erwächst ein neuer Wertekanon. Laut einer Studie der amerikanischen Rechercheagentur Barkley mit 2000 jugendlichen Teilnehmern stimmen 53 Prozent der „Gen Z“ der Aussage zu, dass persönlicher Erfolg das Wichtigste im Leben ist. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass gute Noten das wichtigste Thema für sie sind – weit vor einer Beziehung. Sie sind sozusagen die Yuppies des digitalen Zeitalters. Typische biographische Meilensteine werden auf irgendwann verschoben. Heiraten, Kinder bekommen, ein Haus kaufen - das alles soll in späteren Lebensphasen kommen. Was zählt, ist das Hier und Jetzt. Da ist dann das Erscheinungsbild wichtig. „Ein Mädchen hat heute an einem Tag mehr Fotos von sich, als ihre Mutter in ihrem Alter in einem Jahr hatte“, sagte Estée-Lauder-Chef Fabrizio Freda in einem Interview. „Sie wollen jetzt und sofort sexy sein.“

Mit der Ausrüstung eines professionellen Visagisten

Und dafür braucht es das richtige Equipment. Primer, Foundation, Concealer, Highlighter, Mascara, Augenbrauenstift: Die Ausrüstung eines professionellen Visagisten ist mittlerweile Standardprogramm für Jugendliche. Laut einer Studie der Forschungsgruppe Euromonitor ist der Markt für Cover-up-Kosmetik - also alle Produkte rund um die Augen, Make-up, Lippenstifte und Nagellack - zwischen 2011 und 2016 um ein Drittel gewachsen, auf umgerechnet 53 Milliarden Euro.

Getestet, gekauft: Junge Frauen in der neuen Sephora-Ecke bei Kaufhof in Bonn.

Dabei geht es nicht nur um banalen Konsum. Man will sich auch Know-how zulegen. Soziologen bezeichnen die Generation Z als überdurchschnittlich wissbegierig und selbstbewusst: Sie wollen wissen, wie etwas funktioniert, und dann zeigen, was sie gelernt haben. Etwas zu können werde höher bewertet als etwas zu kaufen. Nicht weiter überraschend, dass sie neue Trends schnell umsetzen, sich auch auf komplizierte Schminktechniken wie Strobing, Baking und Contouring einlassen. Sie bekommen es ja erklärt, über Beauty-Tutorials auf Youtube. Von Bloggern, die für viele Vorbilder sind, weil sie sich morgens ungeschminkt, mit Unreinheiten und Augenringen zeigen. „Get ready with me“ nennt man diese Videos, in denen Beauty-Vlogger neue Schminktrends und entsprechende Produkte vorstellen.

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