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Warum ein Anzug? : Die Rüstung des Mark Zuckerberg

Und beim Aufstehen nicht vergessen, den ersten Knopf wieder zu schließen: Zuckerberg im Anzug vorm amerikanischen Kongress Bild: Reuters

Mark Zuckerberg rühmte sich einmal damit, nur graue T-Shirts und Jeans zu tragen. Für seine Kongress-Anhörung musste er zum Anzug greifen. Hilft das?

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          „Ein Anzug ist die moderne Rüstung eines Gentlemans“, sagt Colin Firth als wohlgekleideter britischer Geheimagent im Film „Kingsman“. Nun ist Colin Firth natürlich auch einer jener Männer, die man auch in ein graues T-Shirt stecken könnte, und sie sehen noch immer distinguiert und very british aus (Wenn Sie mir nicht glauben, googeln Sie das bitte, es wird Sie erfreuen!). Mark Zuckerberg ist keiner dieser Männer, wie man am Dienstag und Mittwoch bei seinen Aussagen vor dem amerikanischen Kongress beobachten konnte. 

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Noch 2014 verkündete der Facebook-Gründer stolz, dass er seine Garderobe sehr simpel gestalte, damit er am Morgen keine Energie auf etwaige Modeentscheidungen verschwenden müsse. Nur graue T-Shirts und Jeans kämen in seinen Schrank, sagte er damals. So wolle er seine Energie für die wichtigen Entscheidungen aufheben, nämlich „wie ich dieser Community am besten dienen könne“. Seit den Enthüllungen um den Datenmissbrauch von Cambridge Analytica weiß man: So viel hat die vereinfachte Garderobe des Herrn Zuckerberg anscheinend nicht gebracht.

          Um nun vor dem Kongress und der Weltöffentlichkeit eine gute Figur zu machen, griff Mark Zuckerberg auf die oben erwähnte Rüstung zurück und legte für seine Aussagen ausnahmsweise mal einen Anzug an. Bisher ist es nur Staatsoberhäuptern gelungen, Zuckerberg zum Tragen eines Anzugs zu bewegen. Obama machte darüber sogar einmal Witze: „Ich bin also der Typ, der Mark dazu gebracht hat, Jackett und Krawatte anzulegen.“

          Für seinen Auftritt in Washington hielt Zuckerberg es klassisch: marineblau, maßgeschneidert und mit Facebook-farbener Krawatte. Obwohl es für den Kongress keinen offiziellen Dresscode gibt, war die Kleiderwahl mit Spannung erwartet worden. Larry Kudlow, Trumps neuer Wirtschaftsberater, hatte am Tag vor Zuckerbergs erstem Auftritt noch gefragt: „Wird er einen Anzug, Krawatte und ein ordentliches weißes Hemd tragen? Das ist meine größte Frage. Wird er sich wie ein Erwachsener benehmen, wie der Leiter eines großen Unternehmens, oder kommt er in diesem ganzen Quatsch mit den Hoddies und Jeans?“

          Zuckerberg entschied sich also für das Outfit, das sagte: Ich bin demütig, ich spiele nach euren Regeln, es ist mir ernst. Trotzdem wirkte er in seinem Anzug wie ein Konfirmand im ersten Zweiteiler. Das einstudierte Aufknöpfen des Jacketts beim Hinsetzen, der steife Blick – jemand, der sich in seiner Haut und Kleidung wohl fühlt, sieht anders aus.

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