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Vor der Fashion Week : Die neuen Modetrends aus der Hauptstadt

  • -Aktualisiert am

STEFANO PILATI IST IRGENDWIE ZURÜCK

Echte Überraschungen gibt es in der Branche selten, aber als Stefano Pilati im vergangenen Sommer nach einem Jahr Mode-Zölibat wieder auftauchte, war die Aufregung groß. Der italienische Designer war jahrzehntelang an der Spitze der internationalen Szene tätig.

Von 2004 bis 2012 war er Kreativdirektor bei Yves Saint Laurent, anschließend verantwortete er die kreative Leitung des Herrenausstatters Ermenegildo Zegna und der Damenlinie Agnona, bis er 2016 nach Berlin verschwand, in eine seiner Lieblingsstädte. Vergangenen Sommer tauchte er wieder auf, erst auf der Show von J.W. Anderson beim Pitti Uomo in Florenz, dann bei Kim Jones' Show für Louis Vuitton, dann als Model für das Berliner Label GmbH.

Und dann erschien wie ein Buschfunk aus der Mode-Peripherie eine achtzehnseitige Modestrecke im Magazin „032c“ mit Looks aus seiner eigenen Garderobe und seinem Archiv als Designer. Ein paar Tage später gab es dann den Coup des Sommers zur Pariser Modewoche - über Instagram.

Er ist wieder da: Stefano Pilati tauchte im vergangenen Sommer nach einem Jahr Auszeit wieder auf.
Er ist wieder da: Stefano Pilati tauchte im vergangenen Sommer nach einem Jahr Auszeit wieder auf. : Bild: AFP

Erst mit einem kleinen Teaser-Video, das mit sinnlichen Nahaufnahmen eines Gesichts „Random Identities“ ankündigte. Dann folgten über Instagram Stories 17 Entwürfe dieser Linie „Random Identities“, die nach 24 Stunden automatisch wieder verschwunden waren. Die monochromen, geschlechtslosen, saisonlosen Entwürfe reflektieren die Stadt, ließ Pilati verlauten. Damit wäre er zwar bei weitem nicht der Einzige, in dessen Werk sich Berlin reflektiert - das war auch schon bei Raf Simons, Jonathan Anderson und Alessandro Michele so.

Aber immerhin ist er der Erste von internationalem Rang, der auch dort lebt. Die Distanz zum konventionellen Modebetrieb in Mailand und Paris prägt auch seinen Bruch mit den etablierten Kanälen der Mode. Seine Informationshäppchen dringen stattdessen nur unregelmäßig über Instagram an die Öffentlichkeit. Aber der Appetit auf Stefano Pilatis neues und erstes eigenes Unternehmen ist geweckt. Bis „Random Identities“ sich ganz zeigt, ist es nur eine Frage der Zeit. Vielleicht gibt es diese Saison das nächste Häppchen oder Happening? So lang wie mit dem Flughafen wird es wohl nicht dauern.

IM „GOLVET“ SPEIST MAN BODENSTÄNDIG IN DER HÖHE

Der Kiez rund um die Potsdamer Straße hat sich zu einem neuen Kompetenzzentrum der Kreativszene entwickelt. Zwischen Bordsteinschwalben und Berliner Originalen fühlt sich die übernervöse Szene ganz wohl. Neben Dönerbuden und Discountern eröffnen auf der zentralen „Potse“, wo lange vor allem Prostituierte tätig waren, zunehmend Ateliers und Showrooms, feine Boutiquen und vielversprechende Galerien. Klar, dass dann auch die Gastronomie nachzieht, zum Beispiel Fine-Dining-Restaurants wie die „Brasserie Lumières“, das „Panama“ und das „Kin Dee“.

En vogue: Im „Golvet“ gibt es neu interpretierte Klassiker der gehobenen Küche.
En vogue: Im „Golvet“ gibt es neu interpretierte Klassiker der gehobenen Küche. : Bild: Thomas Schlorke

Aber wirklich Furore ruft unter Modeleuten gerade das Restaurant „Golvet“ hervor. Björn Swanson und Michael Schulz haben schon bald nach der Eröffnung, Mitte 2017, den ersten Michelin-Stern ergattert sowie 16 Punkte im Gault-Millau. Die Karte bietet neu interpretierte Klassiker der gehobenen Küche aus saisonalen Produkten. Gespeist wird à la carte oder in drei bis sechs Gängen, zum Beispiel Terrine von der Taubenleber mit Meerrettich, roter Bete, Brunnenkresse und Miso. Oder geräucherte Tranche vom Stör mit Wirsing, sauer eingelegten Kartoffeln, Vodka 23 sowie Imperial Kaviar.

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