https://www.faz.net/-hrx-7pg5d

Verlobungsringe : Wer kann dazu Nein sagen?

Romantik und Investition

„Der Verlobungsring wird von der Filmwelt ja mannigfach aufgegriffen“, sagt Bucherer-Mann Steffen. Auch das trägt zu seiner wachsenden Beliebtheit bei. Während Verlobungen von Stars wie Angelina Jolie und Brad Pitt oder, wie vor drei Wochen, von George Clooney und seiner Freundin Amal Alamuddin für die laufenden Geschäfte keine Bedeutung hätten, gebe es doch eine Ausnahme: den Ring von Kate, der Duchess of Cambridge.

„Der Ring hat etwas ausgelöst“, sagt Steffen. Saphir-Ringe mit Brillant-Entourage habe es bei Bucherer schon immer gegeben. Aber seit Prinz William mit dem ehemaligen Verlobungsring seiner Mutter um Kates Hand angehalten habe, liefen solche Ringe besonders gut: „Sie trägt ihn ja immer.“ Eine bessere Kampagne für den Verlobungsring ist wohl auch in Deutschland kaum möglich. „Gute Beispiele regen zur Nachahmung an“, sagt Steffen.

Umso mehr, wenn die Prognosen für den Wert von Diamanten so gut stehen wie jetzt. In Zeiten, da der Dezember zum ebenso wichtigen Monat für das eigentlich hochemotionale Hochzeitsfest geworden ist wie der Mai, ist es gut möglich, dass auch der Ring zur Verlobung wenigstens zum Teil eine wirtschaftliche Entscheidung ist. „Junge Männer investieren wieder in Schmuck“, sagt auch die Schmuckmacherin Angela Buchwald. „Der Verlobungsring ist dabei der Einstieg. Vielleicht liegt es an den unsicheren Zeiten.“

Kein Antrag ohne Ring

Vielleicht ist das Verschenken eines Rings zur Verlobung aber auch einfach symptomatisch für die Sehnsucht nach einem Bündnis in unsicheren Zeiten - wie die Vorhängeschlösser, die seit ein paar Jahren zu Hunderten an den Brückengeländern hängen. Die Schlösser haben jeweils nur ein paar Euro gekostet, für Liebespaare scheint ihre Bedeutung nicht nachzulassen. Selbst der Jurist, 47, der seine Frau eines Morgens mit einem selbstgebastelten Verlobungsring aus Alu-Folie weckte, erzählt, dass sich die Lebensfrage damit einfacher transportieren ließ. Und der Hamburger Top-Manager, 48, sagt: „Ohne den Ring hätte ich die Frage nicht stellen können.“

Der Mann, der die Frage aller Fragen zunächst so gut ohne Ring stellen konnte, daraufhin aber abgewiesen wurde, fand am Ende übrigens doch noch die passende Gelegenheit. Zwei Jahre lang lag der Ring, den der Theologe kurz nach dem missglückten Antrag gekauft hatte, in der Schublade. Dann sind er und seine Freundin auf China-Reise. Der Theologe nimmt sich vor, es endlich noch mal zu wagen. Der Ring klemmt im Gepäck zwischen Kabeln und MP3-Player. Sie verbringen ein paar Tage auf einem alten DDR-Stahlschiff. „Zu eng und zu laut war es.“ Als sie endlich wieder in einem Hotelzimmer mit großem Badezimmer wohnen können, sind beide erleichtert.

Morgens, kurz vor dem Frühstück, kniet er dann plötzlich da. Sie sind nur zu zweit. Er streckt ihr den Prinzessinnenring entgegen. „Dann war alles gut.“

Weitere Themen

Never out of style Video-Seite öffnen

Rueda-Schwestern : Never out of style

Sie machen Mode, sie verkaufen Mode, sie tragen Mode: Die Rueda-Schwestern aus New York sind immer up to date. Die Fotografin Elise Jacob hat die ungewöhnlichen Damen lange begleitet.

So schmeckt die Zukunft! Video-Seite öffnen

Die Küche Westafrikas : So schmeckt die Zukunft!

Mit einem Stück Kochbanane ein komplettes Menü revolutionieren? Beflügelt durch Migration und Vernetzung entdeckt die Welt die Aromen Westafrikas. In London inspiriert das Restaurant „Ikoyi“ mit Spitzenküche aus der Region.

Topmeldungen

FAZ Plus Artikel: Chinas Präsident Xi Jinping : In der Sackgasse

Xi Jinping hat in der chinesischen Bevölkerung den Fehlglauben genährt, das Land könne es schon jetzt mit Amerika aufnehmen. Damit hat er Erwartungen geweckt, die er nicht erfüllen kann – und sich so verwundbar gemacht.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.