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Verlobungsringe : Wer kann dazu Nein sagen?

Dazu gehört für viele heute der Verlobungsring, der im Gegensatz zu Verlobungsanzeigen, Verlobungsfeiern oder Verlobungskarten einen glänzenden Ruf genießt. Bei Bucherer steigt der Umsatzanteil der Kategorie Verlobungsringe in den 26 Filialen, die über Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich verteilt sind. Auch bei anderen Juwelieren werde der Verlobungsring seit ein paar Jahren kontinuierlich stärker nachgefragt, weiß Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere: „Im Zuge der Virtualisierung von Freundschaften erleben wir eine Gegenbewegung hin zu haptischen und traditionellen Werten.“

Gut möglich, dass der Verlobungsring mit Diamant am Finger also in Zeiten von wieder wachsendem Konservatismus und Selbstoptimierung das größtmögliche Statussymbol überhaupt ist. Das äußere Zeichen dafür, dass das Leben gerade nach Plan weitergeht und dass man sich dafür nicht nur allein aufreibt, sondern jemanden an seiner Seite hat.

„Kein Modell, das einem Ehering ähnelt“

Wer sich entscheidet, einen Ring zu verschenken, beschäftigt sich mit dem Schliff von Diamanten, überlegt, ob er lieber in die Größe oder die Qualität eines Steins investieren soll, sucht im Internet, streunt durch Schmuckgeschäfte mit dicken Teppichen, lässt dort nicht selten ein ganzes Brutto-Monatsgehalt für einen Ring, überlegt anschließend, wo er den bis zum Antrag verstecken soll und vor allem, wie er damit am Ende um die Hand der Freundin anhalten wird.

So wie der Unternehmensberater, 38, aus dem oberbayerischen Schliersee, der sich bei einem Juwelier vor der Verlobung allein fünfzig Ringe zeigen ließ. Anderthalb Stunden verbrachte er in dem Geschäft. Er untersuchte die Schliffe der Steine, bis nur noch drei Ringe in der engeren Wahl waren. Und am Ende noch der eine. „Der hat umso mehr Symbolcharakter“, sagt er.

Auch der Theologe macht sich gleich nach dem missglückten Antrag in Luxemburg auf, um beim zweiten Versuch mit richtigem Ring dazustehen. Er stößt auf ein Modell, das er im Nachhinein als Prinzessinnenring beschreiben wird: „Silber mit großem Diamanten, wie im Film. Es war für mich klar, dass es ein echter Verlobungsring sein sollte, kein Modell, das einem Ehering ähnelt.“

Was ist der richtige Zeitpunkt?

Der Theologe, der heute als Lebenslagencoach arbeitet, fragt einen guten Freund, der ihm sagt, dass ein Ring auch eine Geldanlage ist. Das Modell, das er im Auge hat, soll 650 Euro kosten. „Ich wäre bereit gewesen, mehr auszugeben. Aber dieses Modell hat mich besonders angesprochen.“ Jetzt geht es für den Theologen um die Ringweite seiner Freundin. „Ich habe einen ihrer Ringe heimlich abgemalt.“ Mit der Zeichnung schlägt er wieder beim Juwelier auf.

Die Schmuckmacherin Angela Buchwald hat noch einen anderen Tipp: „Wir haben in Deutschland eine Standard-Ringweite von 54. Viele wissen die Ringweite ihrer Freundin nicht.“ Buchwald gibt ihren männlichen Kunden in solchen Fällen einen 54er-Ring zum Selbstüberziehen. So bekämen sie auf ganz natürliche Weise ein Gefühl dafür, was der Freundin passen könnte. Dabei lässt sich der Ring, den der Theologe aussucht, auch im Nachhinein noch in der Größe verändern. „Einen einfachen Solitaire kann man in der Ringweite ändern“, sagt Buchwald.

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