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Uhren : Es lebe der Sport

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Hightech-Sportler: Die Omega Aqua Terra 15.000 Gauss wird von einem hauseigenen Uhrwerk angetrieben, das gegen Magnetfelder in gleicher Stärke immun ist. Mit Stahlband 4550 Euro. Bild: Hersteller

Für Männer können Uhren zweierlei Funktionen erfüllen: Schmuck und Alltagsgegenstand. Dabei machen Sportuhren immer eine gute Figur. Ob zu Lande, über oder unter Wasser .

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          Was ist eigentlich eine Sportuhr? Eine Uhr, die einer Sportart gewidmet ist? Oder eine Uhr, die sportlich aussieht? Oder eine Uhr, die man zum Sport anzieht? Ein bisschen Wahrheit steckt überall drin. Einigen wir uns also auf folgende Definition, die wohl auch der Juwelier des Vertrauens unterschreiben würde: Eine Sportuhr ist ein sportlich aussehender Zeitmesser, meist aus Stahl, der so robust ist, dass er auch beim Sport am Arm bleiben darf. Oder kurz: die perfekte Alltagsuhr.

          Dabei können Charakter und Technik höchst unterschiedlich sein. Sportlich-verspielte Uhrenfans wählen einen Chronographen, sachlichere Naturen eine schlichte Dreizeigeruhr. Menschen, die ihren Zeitmesser gern beim Schwimmen tragen, tendieren zu Taucheruhren, Segler eher zu Regattachronographen.

          Ein Urtyp der luxuriösen Sportuhr ist seit vielen Jahren die Nautilus von Patek Philippe. Vor der Lancierung des markanten achteckigen Zeitmessers war die Genfer Manufaktur nur durch feine und hochkomplizierte Uhren aufgefallen, nicht aber durch praktische Sportuhren, die aber zugleich Stil und Status vermitteln. Offensichtlich eine Marktlücke, sonst wäre diese Modellreihe nicht seither ohne Unterbrechung im Patek-Sortiment. Was mit einer schlichten Dreizeigeruhr begann, wurde im Laufe der Jahrzehnte systematisch erweitert.

          Technischer Höhepunkt dieser Modellreihe ist fraglos der hier gezeigte Nautilus Chronograph, der sich von anderen Vertretern dieser Gattung durch seine spezielle Chronographenanzeige unterscheidet: Zwei konzentrische Hilfszifferblätter in der unteren Zifferblatthälfte zeigen die gestoppten Minuten und Stunden an. In Edelstahl kostet diese Uhr 38.560 Euro, die in diesem Jahr vorgestellte Stahl-Gold-Variante 50.500 Euro. Die Nautilus ist bis 120 Meter wasserdicht und macht so zumindest ansatzweise ihrer Namenspatin, dem 1955 vorgestellten Atom-U-Boot, Ehre.

          Einsatzzeitmesser: So nennt Sinn Spezialuhren aus Frankfurt am Main seine Sportuhren. Die Uhr im 41-Millimeter-Titangehäuse wird von einem Soprod-Automatikwerk angetrieben und ist ab 2190 Euro zu haben. Bilderstrecke
          Einsatzzeitmesser: So nennt Sinn Spezialuhren aus Frankfurt am Main seine Sportuhren. Die Uhr im 41-Millimeter-Titangehäuse wird von einem Soprod-Automatikwerk angetrieben und ist ab 2190 Euro zu haben. :

          Deutlich älter ist die Entdeckung der Sportuhr bei Cartier, bedenkt man, dass Louis-Joseph Cartier 1904 eine der ersten Fliegeruhren für den befreundeten Luftfahrtpionier Alberto Santos-Dumont entworfen hat. Dennoch betrachtet das Gros des Publikums Cartier bis heute als Hersteller von schmückenden Damen- und Herrenuhren, bei denen die feine Mikromechanik eine untergeordnete Rolle spielt.

          Weit gefehlt - seit einigen Jahren ist Technik Trumpf bei Cartier, das eine große Abteilung zur Entwicklung eigener Uhrwerke aufgebaut hat. Das neue Kaliber 1904 bezieht sich auf das bereits geschilderte Ereignis und treibt die Modelle der Serie „Calibre de Cartier“ an, die als Dreizeigeruhr und als Chronograph (6500/9050 Euro) verfügbar sind. Dieser war für uns eines der Highlights der Genfer Uhrenmesse, weshalb wir ihn hier im Bild zeigen.

          In Basel erregte die Omega Seamaster Aqua Terra 15.000 Gauss (4550 Euro) unsere Aufmerksamkeit. Eine unaufdringlich elegante Sportuhr mit drei Zeigern, die es in sich hat. Omega ersetzte im Automatikwerk Kaliber 8500 strategisch wichtige Stahlteile durch solche aus nicht magnetisierbarem Material - Unruh und Spirale bestehen aus Silizium - und erreichte dadurch eine Resistenz gegen Magnetfelder bis zu 15.000 Gauss.

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