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Udo Walz im Stil-Fragebogen : „Mir fehlt zum Glück gar nichts“

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Der Promi-Friseur Udo Walz in seinem Berliner Salon. Schauspielerinnen wie Julianne Moore und Romy Schneider waren da. Bild: Helmut Fricke

Udo Walz ist Friseur und Mythos – seit 1985 kommt die deutsche Schickeria in seinen Friseursalon in Berlin. Über sich selbst lacht er trotzdem häufig. Der Stil-Fragebogen.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Obstsalat und Tee, das reicht mir erst mal. Ich habe eine Haushälterin, die mir das vorbereitet. Wenn ich morgens herunterkomme, ist mein Frühstückstisch schon gedeckt. Später am Vormittag esse ich dann eine Butterbrezel.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Ich kaufe hier in Berlin ein, alles von Issey Miyake. Der schneidert sehr weit. So bekomme ich die Hemden zu. Bei deutschen Größen gelingt mir das nicht. Seit 35 Jahren mache ich erfoglos Diät.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Alle Versace-Hemden aus den siebziger Jahren. Die habe ich früher mal gesammelt, die würde ich nie verkaufen, denn sie erinnern mich an meine Jugend. Gianni Versace sagte mir mal: „Ich habe gehört, Sie haben in Miami eine Wohnung.“ Sage ich: „Ja.“ Da hat er gesagt: „Besuchen Sie mich mal in meinem Haus.“ Und ich sagte dann größenwahnsinnig: „Wenn ich Zeit habe, ja.“

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Vor 25 Jahren an meinen Lebenspartner Carsten. Heute sind die Zeiten ohnehin andere, und jeder macht nur am Handy. Wenn ich Briefe bekomme, finde ich das großartig. Aber ich bin im Briefeschreiben talentfrei.

          Udo Walz auf der Grünen Woche 2019: „Ich bin ein absoluter Berlin-Fan und spreche am liebsten über Berlin.“

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          „Sinuhe der Ägypter“, es geht um das Leben des Arztes Sinuhe, und wie der im Alten Ägypten zum ersten Mal am Gehirn operierte.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          Über das Fernsehen, ich gucke alle Nachrichten. Zeitung lese ich wenig.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Meine Lieblingsstadt Berlin, ich bin ein absoluter Berlin-Fan und spreche am liebsten über Berlin. Hier kann man 200 Sachen am Tag und am Abend machen, das finde ich spannend. Was irre ist: Viele vergleichen Berlin mit New York. Das kann man gar nicht! Berlin ist Berlin.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          Bei „Jenseits von Afrika“. An der Stelle, als der Imam beerdigt wird.

          Sind Sie abergläubisch?

          Nee.

          Worüber können Sie lachen?

          Über mich. Ich nehme mich selbst nicht so wichtig und kann darüber lachen, wie schräg ich bin. Ich werde jetzt 75 und kenne keinen, der in dem Alter so flippig ist wie Udo Walz.

          Ihr Lieblingsvorname?

          Oskar, Lola und Carsten. Carsten ist mein Lebenspartner. Und meine Hunde, ich habe zwei, die heißen Lola und Oskar.

          Machen Sie eine Mittagspause?

          Nee, ich arbeite durch. Wenn ich Mittagspause mache, komme ich anschließend nicht mehr in die Gänge.

          In welchem Land würden Sie gerne leben?

          In Griechenland, da gibt es das schönste Licht der Welt. Besonders Mykonos und Hydra liebe ich.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

          Cola Light. Ich war mal mit Herrn Lagerfeld essen, der sagte, ich sei zu dick und müsse Cola Light trinken. Den Rat habe ich mir erfolglos zu Herzen genommen.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich habe keinen Führerschein, aber bin gerne Beifahrer. Dann schaue ich aus dem Fenster und rede in der Zeit nicht mit meinem Fahrer.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich denke, mein Beruf. Ich weiß sofort, was einer Frau steht und was sie will. Wenn eine Frau hier reinkommt, schaue ich als erstes auf die Schuhe und die Handtasche. Dann kann man es schon einschätzen. Eine Frau, die Chanel trägt, will keine Punk-Frisur.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

          Italienisch essen, mit vielen Kohlenhydraten. Ich bin Diabetiker, da sind Kohlenhydrate das Schlimmste, da muss ich immer nachspritzen. (An seine Mitarbeiter:) Eine Cola Light, bitte!

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

          Napoleon Bonaparte, der ist größenwahnsinnig gewesen, typisch Löwe. Ich bin auch Löwe, und Löwen wollen immer im Mittelpunkt stehen.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

          Eine Cartier Tank. Und viele silberne Armbänder, die liebe ich. Sie machen süchtig.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Natürlich: den Damen- und Herrenduft von Udo Walz. Die Vorlage für den Damenduft habe ich von Aromatics Elixir von Clinique. Der für Herren ist mit Weihrauch und Myrrhe. Da fragen immer alle, was das für ein Duft sei. Und ich liebe alles, was von Hermès ist.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

          Ich habe in einem Haus auf Mykonos gewohnt, und Soraya, die ehemalige Kaiserin von Persien, hat Geburtstag gefeiert. Da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Spaghetti mit Hummer gegessen, und Cat Stevens hat gesungen. Das war 1979.

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

          Zuletzt bei Bette Midler in London, das war der Hammer. Ich saß in der vierten Reihe. Das beste Konzert.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?

          Mir fehlt zum Glück gar nichts. Ich hoffe, das Glück hält so an, wie ich es in den vergangenen 74 Jahren hatte.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Ein Glas Rotwein oder Prosecco. Je älter ich werde, desto weniger trinke ich. Früher habe ich abends zehn Wodka Orange getrunken. Ich gehe jeden Abend essen. Entweder zu „Capriccio“, am Hagenplatz, das ist bei mir um die Ecke, für meine Begriffe ist das der beste Italiener. Oder in mein zweites Lieblingslokal, das „Grill Royal“. Aber ich esse wenig Fleisch.

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