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50. Geburtstag des Topmodels : Die tanzende Kämpferin

Noch immer auf dem Laufsteg: Naomi Campbell im September 2019 bei der Schau von Saint Laurent. Bild: dpa

Wenn Naomi Campbell über einen Laufsteg stolziert, ist das pure Performance. Ihre Position an der Spitze der Topmodelliga musste sie sich auch wegen ihrer Hautfarbe hart erkämpfen.

          4 Min.

          Naomi Campbell schert sich nicht um Konventionen. Models sind nur die blanke Leinwand für die Kreation eines Designers? Das nahm sie mit jedem einzelnen Laufstegauftritt auseinander. Legendär ist ihre Eröffnung der Herbst-Winter-Schau von Dsquared2 2004. Das kanadische Designerduo hatte über den Laufsteg einen roten Teppich ausgerollt, der zur Gangway einer Flugzeugkulisse führte. Mit übergroßen Shoppingtüten beladen rannte Naomi Campbell in messerscharfen Stilettos auf das Flugzeug zu, warf die Tüten an der Treppe von sich, ließ den Oversize-Parka lässig an einer Schulter herunterrutschen, drehte sich zum Takt der einsetzenden Gitarrenriffs dem Publikum zu – und stolzierte derart über den Laufsteg, dass man meinte, sie sei ein Rockstar, der gerade diesem Flugzeug entstiegen ist.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Diese knapp 60 Sekunden sind pure Performance. Campbell verbindet Tanz und Sexappeal, ohne dabei je vulgär zu wirken. Wenn knappste Outfits sie entblößen, dann wirkt sie darin nie nackt und verwundbar, sondern stark wie eine moderne Kriegerin, die sich selbst in Hotpants und Stilettos nimmt, was sie will. Campbell ist nicht einfach die Leinwand für Mode, sie präsentiert sie, als würde sie in diesen Kleidern leben.

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