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Taschen von Mansur Gavriel : Schön schlicht

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Die Taschen gibt es in drei Farben (Schwarz, Cognac oder wie hier: Nude) und bis zu einem Dutzend Innentönen. Bild: Mansur Gavriel

Bei dem jungen New Yorker Label Mansur Gavriel dauert es mitunter Monate, bis die Lederhandtaschen wieder verfügbar sind. Der Nachfrage tut das keinen Abbruch. Ihre Designerinnen machen schlicht alles richtig.

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          Mit einem Feature auf der amerikanischen Website style.com im Frühjahr dieses Jahres fing alles an. Kurz darauf trugen die amerikanische Schauspielerin Kirsten Dunst und die französische Bloggerin Garance Doré eine Tasche von Mansur Gavriel. Daraufhin stürzten sich in modetypischem Reflex alle angesagten Blogs und Magazine auf die minimalistischen Handtaschen der Zwei-Frauen-Firma. Die Erstauslieferung war entsprechend schnell ausverkauft. Sowohl in den kleinen Boutiquen in Los Angeles und New York als auch im Online-Shop des Luxusanbieters Net-A-Porter, der Mansur Gavriel ohne langes Zögern im Sommer aufgenommen hatte.

          Bei so viel Erfolg stellt sich die Frage: Was machen Floriana Gavriel (links) und Rachel Mansur richtig?

          Aus einer solchen Nachfrage ergibt sich natürlich gleich die Anschlussfrage: Was machen die 30 Jahre alte Floriana Gavriel und die 29 Jahre alte Rachel Mansur richtig? Was haben sie, was andere nicht haben? Zunächst einmal beschränken sie sich zur Zeit auf nur zwei Modelle: die offene „Tote Bag“ und die einem Seesack ähnliche „Bucket Bag“. Beide gibt es in drei Farben (Schwarz, Cognac und Nude) und bis zu einem Dutzend Innentönen von Pink über Blau bis Blassrosa. Klingt simpel, ist aber in seiner eleganten Lässigkeit schlicht schön. Vor allem sind Mansur Gavriel mit Preisen unter 500 Euro im mittleren Preissegment, also weit unter dem, was man für eine It-Bag von Proenza Schouler oder Céline bezahlen muss. Das glatt-glänzende steife Rindsleder stammt aus der Toskana. Bei der Herstellung verzichtet Mansur Gavriel auf chemische Zusätze und setzt stattdessen auf rein pflanzliche Gerbmittel.

          Das zeitlose Design, das auch die Markendarstellung beherrscht, steht im Vordergrund. An ihm haben die ehemalige Kunststudentin Floriana Gavriel aus Deutschland und die Absolventin der Rhode Island School of Design, Rachel Mansur, knapp zwei Jahre gefeilt, nachdem sie sich im April 2010 auf einem Konzert der Band „The xx“ in Los Angeles kennengelernt hatten. Zahlreiche Mails, gegenseitige Besuche in Berlin und Los Angeles, ein prall gefüllter Tumblr-Blog voller Moodbilder führten Anfang 2012 zur Labelgründung. Nun ist New York ihr Mode-Mittelpunkt. Erst kürzlich waren sie wieder in Norditalien, um mit den Produzenten die Frühjahrskollektion 2014 zu besprechen, darunter die neuen Metallic-Innenfarben Kupfer, Silber, Zinn sowie eine kleine Beuteltasche. Noch arbeiten sie in Mansurs Apartment in Soho. In diesen Tagen ziehen sie um in ein Atelier ein paar Blocks östlich. Die erste Büroausstattung: ein Orangenbaum, als kleinen Gruß an Italien und Kalifornien.

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