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Duos in der Designerbranche : „Jeder braucht ein Korrektiv“

Paar-Projekt: Lea Korzeczek und Matthias Hiller haben auch schon schwere Zeiten überstanden. Bild: Andreas Pein

Immer häufiger arbeiten Designer zusammen: Zwei kreative Köpfe auf engem Raum – kann das gutgehen? Auf Studiobesuch bei vier deutschen Duos.

          Lea Korzeczek und Matthias Hiller sind sich einig. Auf die Frage, ob die Arbeit zu zweit auch Nachteile hat, erwidern sie gleichzeitig und ohne zu zögern: „Nein!“ Dann lachen die beiden von Studio Oink, ein wenig belustigt darüber, dass sie schon wieder einer Meinung sind. Unisono fiel nämlich kurz vorher auch die Antwort auf die Frage aus, ob sie sich über das gestalterische Profil ihres Studios immer einig sind: „Ja!“

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Wie die beiden so zusammensitzen am Besprechungstisch in ihrem Leipziger Büro und über ihre Arbeit sprechen, wirken sie recht gelassen, sie hören sich zu und ergänzen, was der andere gerade gesagt hat. Zwei, die offenbar mit sich im Reinen sind. Und das nicht nur zu den Bürozeiten, sondern von früh bis spät, am Wochenende, in den Ferien. Die Innenarchitektin und der Industriedesigner sind auch privat ein Paar und haben einen drei Jahre alten Sohn. Die Wohnung ist gleich nebenan, der Leipziger Stadtteil Gohlis ist ihr Lebensmittelpunkt. „Zu zweit ist es leichter als alleine“, sagt Korzeczek. Es sei immer jemand da, der Feedback gebe, einen motiviere, wenn es mal nicht läuft. So eine schwierige Phase mussten die beiden auch schon durchstehen, als eine Zeitlang einfach keine neuen Aufträge mehr kommen wollten.

          Doch das ist überstanden. Lea Korzeczek und Matthias Hiller arbeiten gerade an mehreren Projekten gleichzeitig. Die Inneneinrichtung einer 300 Quadratmeter großen Mensa der Fresenius-Hochschule in Wiesbaden wird demnächst fertig. Zudem planen sie die Komplettsanierung einer zweigeschossigen Altbauwohnung in Berlin. Ein weiteres Projekt für private Auftraggeber bringt sie sogar nach New York: Sie sanieren eines der typischen Townhäuser im Stadtteil Brooklyn und richten es ein.

          Es ist nicht der erste Auftrag in den Vereinigten Staaten. Studio Oink haben auch schon das Interieur eines Reihenhauses in Washington gestaltet. Die amerikanischen Kunden wurden über Veröffentlichungen in Design- und Interiorblogs auf sie aufmerksam. „Es macht Spaß, für Amerikaner zu arbeiten“, sagt Korzeczek. „Sie fragen uns an, weil sie sich einen europäischen Stil für ihre Einrichtung wünschen.“ Interiordesign in den Vereinigten Staaten sei oft sehr üppig, mit starken Farben und vielen Mustern. Studio Oink scheuen sich auch nicht, Farben einzusetzen - aber ihre Räume wirken trotzdem klar und aufgeräumt, was ihnen gelegentlich das Label „skandinavisch“ eingebracht hat, obwohl Korzeczek aus Wiesbaden kommt und Hiller aus Leipzig.

          Kennengelernt haben sich die beiden standesgemäß während der Kölner Möbelmesse 2011. Hiller, Jahrgang 1981, hatte sein Industriedesignstudium an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle abgeschlossen und zeigte seine Arbeit in einer Absolventen-Präsentation. Am Stand gegenüber stellte die zwei Jahre jüngere Korzeczek aus, die gerade Innenarchitektur in ihrer Heimatstadt studierte. 2013 gründeten sie dort ihr gemeinsames Studio, zwei Jahre später folgte der Umzug nach Leipzig.

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