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In ihrer Firma arbeiten zu 80 Prozent Frauen: Tory Burch Bild: Helmut Fricke

Modemacherin Tory Burch : „Mit Boxer-Shorts habe ich rebelliert“

Die Firma der Modemacherin Tory Burch macht mittlerweile einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar. Im Stil-Fragebogen verrät sie, was sie auf Flohmärkten macht, warum sie immer ein rotes Band dabei hat und was sie von Smalltalk hält.

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          Privat hat sie es vor allem mit Männern zu tun. Tory Burch, die mit drei Brüdern im ländlichen Pennsylvania aufwuchs, hat drei Söhne. Ihr Verlobter, der LVMH-Manager Pierre-Yves Roussel, bringt ebenfalls drei Söhne mit in die Patchwork-Familie. Beruflich umgibt sich die 52 Jahre alte New Yorker Modemacherin vor allem mit Frauen. Ihre Firma macht mittlerweile einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Frühstücksflocken, Kaffee, und dann geht's los.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Überall. Ich liebe Vintage-Märkte und habe den Kleiderschrank meiner Mutter geplündert. Ich mische gern. Auch heute trage ich nicht nur eigene Sachen, sondern zum Beispiel auch J. W. Anderson.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Ich muss nicht einkaufen, um meine Stimmung zu verbessern. Aber ja, manchen Menschen hilft es.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Eine Smoking-Jacke von Yves Saint Laurent, von meiner Mutter, aus den Siebzigern. Ich trage sie noch heute.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Da gab es so viele, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann. Vor allem in den achtziger Jahren.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Ja, aus unserer Sport-Kollektion. Ich gehe damit auch raus, zum Kiosk, wenn ich mir eine Zeitung hole.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Meine Eltern. Sie haben einen wunderbaren Stil, dezent, unangestrengt, authentisch. Meine Mutter war Schauspielerin und hatte immer gute Beziehungen zu Modemachern–- zum Beispiel zu Zoran in New York, wo ich dann auch meinen ersten Job bekam.

          Tory Burch bei einem Besuch in Berlin im April
          Tory Burch bei einem Besuch in Berlin im April : Bild: Mytheresa

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Ich habe mir früher selbst Boxer-Shorts genäht und sie unter der Schuluniform getragen. Das war auf der Highschool in Philadelphia, wo ich mir ein bisschen Individualität bewahren wollte, auch wenn es niemand gesehen hat. Das war meine Art zu rebellieren.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ja, ich bin besessen von Porzellan und finde viel auf Flohmärkten. Auch da mische ich gern, also zum Beispiel Vintage-Stücke mit der Kollektion, die Dodie Thayer für uns entworfen hat, die mittlerweile 93 Jahre alte Töpferin aus Palm Beach.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Mit Gazpacho. Und ich mache eine super Guacamole.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          „Atlantic“, „New Yorker“, „New York Times“, amerikanische, italienische, französische „Vogue“ und viele mehr.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Business of Fashion, Politico, Axios. Und ich brauche CNN, ich bin ein Nachrichten-Junkie.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Jeden Tag. Mitteilungen an Mitarbeiter oder Briefe.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Schwere Frage, weil ich so gerne lese. Darf ich zwei nennen? Also: „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez und „Wilde Schwäne“ von Jung Chang. Beide atemraubend!

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Henry, Nick und Sawyer – die Namen meiner Söhne. Bei Mädchen Louisa.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Den kennen nicht viele: „A New Leaf“, eine schwarze Komödie mit Walter Matthau. Elaine May hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und mitgespielt.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Wenn man in New York lebt, braucht man kein Auto. Aber man braucht es, um aus der Stadt rauszukommen.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Manchmal.

          Tragen Sie Schmuck?

          Ja. Meinen Verlobungsring. Und gerne Silberschmuck.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          „Vétiver Santal“, das erinnert mich an meinen Vater.

          Ein Laufsteg voller Blumen: Show von Tory Burch im Frühjahr in Berlin
          Ein Laufsteg voller Blumen: Show von Tory Burch im Frühjahr in Berlin : Bild: Helmut Fricke

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Mich mit tollen Leuten zu umgeben, vor allem mit Frauen: In unserer Firma arbeiten zu 80 Prozent Frauen.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Meine Kinder sind meine Stärke und meine Schwäche.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Wenn die Leute ehrlich, offen, freundlich sind.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Ich mag keinen Smalltalk. Ich mag richtige Gespräche.

          Sind Sie abergläubisch?

          Sehr. Ich habe zum Beispiel immer ein rotes Band dabei. Auch meine Kinder, meine Mutter, meine Stiefkinder und die Kinder meines Verlobten haben immer so ein rotes Band dabei. Das hält das Böse fern. Und ich schlage viel auf Holz. Und ich betrete ein Flugzeug immer mit meinem rechten Fuß. Das reicht.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In unserem Haus auf Antigua.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Mit meinen drei Söhnen, meinem Verlobten und seinen drei Söhnen fahre ich nach Afrika. Also mit insgesamt sieben Männern!

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Rotwein. Und manchmal Tequila on the rocks.

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