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Stil-Fragebogen : „Heute muss man über alles lachen“

Porträt der Modekolumnistin Caroline Issa, in der Londoner Innenstadt am Mittwoch, den 12. Dezember 2018. Bild: Helmut Fricke

In London gibt es wohl kaum eine Frau, die besser gekleidet wäre: Caroline Issa. Die Stil-Ikone spricht im Stil-Fragebogen über ihr Multitasking-Talent und die schickste Frau, die sie kannte.

          2 Min.

          Was essen Sie zum Frühstück?
          Ein Omelette, dazu einen English Breakfast Tea mit einem Schuss Milch. Wenn ich keinen Tee getrunken habe, kann der Tag für mich nicht beginnen. Sehr britisch, ich weiß.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?
          Ich arbeite an der Great Portland Street, also an einem sehr gefährlichen Ort, weil es so viele Läden in der Nähe gibt. Gerne gehe ich in Multi-Label-Geschäfte wie Mouki Mou an der Chiltern Street. Online kaufe ich meist bei Matches.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?
          Meine Tante, eine Psychologin in Kuala Lumpur, war die schickste Frau, die ich kannte. Bei ihr verbrachte ich oft die Sommerferien. 1992 schenkte sie mir zwei Helmut-Lang-Entwürfe: eine Jeans und ein Oberteil mit ausgeschnittenen Ellenbogen. Die trage ich natürlich nicht mehr, die habe ich gut verhüllt eingelagert.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?
          Vielleicht vor einer Woche. Das ist heute doch das schönste Geschenk.

          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?
          Zuletzt „The Sellout“ („Der Verräter“) von Paul Beatty, unglaublich stark, wirklich einzigartig.

          Caroline Issa bei der V&A Summer Party vergangenes Jahr in London.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?
          Wenn ich aufwache, höre ich BBC Radio 4. Ich mag Podcasts wie „Democracy Now!“ oder „The Intercept“. Im Netz lese ich nie Nachrichten. Zeitungen lese ich am Wochenende und dann eigentlich alle: „Guardian“, „Daily Telegraph“, „Observe“, „Times“.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?
          Das Wetter. Schon wieder sehr britisch, oder?

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?
          Bei fast jedem! Ich bin eine echte Heulsuse. Zuletzt bei „Bohemian Rhapsody“, dem Film über Freddie Mercury, und bei „A Star Is Born“, dem Film mit Lady Gaga.

          Sind Sie abergläubisch?
          Nein. Ich bin sehr pragmatisch und logisch. Schwarze Katzen können mir nichts anhaben.

          Worüber können Sie lachen?
          Heute muss man einfach über alles lachen, sonst geht es einem womöglich schlecht. Das ist jetzt mein einziger Kommentar zum Brexit.

          Ihr Lieblingsvorname?
          Für Mädchen Lee Chin, das ist der Name meiner Mutter, die Chinesin ist. Für Jungs Farah, das ist mein Vater, der libanesisch-iranischer Abstammung ist.

          Machen Sie eine Mittagspause?
          Ich versuche es. Aber oft esse ich nur ein Sandwich, am Computer oder auf Reisen.

          In welchem Land würden Sie gerne leben?
          In China. Ich war im Sommer nach langer Zeit wieder dort, für zwei Wochen in Hangzhou. Die Energie, die Ambitionen, die Gegensätze und die Möglichkeiten fand ich wieder einmal sehr spannend.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?
          Butter.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?
          Mit. Ich gebe zu, dass unser Range Rover in der Stadt ein ziemlicher Luxus ist. Aber am Wochenende fahren wir damit oft aufs Land.

          Was ist Ihr größtes Talent?
          Ich bin eine gute Multitaskerin. Heute bin ich aus Italien zurückgekommen, habe ein Foto-Shooting gemacht, zwei Anträge geschrieben, mit der Prada-PR-Frau gegessen und mit meinem Bankberater gesprochen. Nach unserem Tee habe ich ein Treffen zu einer Fernseh-Show, die wir vielleicht für zwei Kunden produzieren könnten, und heute Abend dann noch ein Dinner.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?
          Ich trage kurze Hosen im Winter. Und Socken trage ich erst, wenn es richtig, richtig kalt ist. Auch sehr britisch.

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?
          Mahatma Gandhi. Der gewaltfreie Protest zum Beispiel gegen die Klassengesellschaft beeindruckt mich. Das ist jemand, den wir heute brauchen, den es aber nicht gibt.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?
          Meistens fünf Ringe und eine Apple-Hermès-Uhr.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?
          Zwei! Meinen Freund – und Portrait of a Lady von Frederic Malle.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
          Vor zwei Jahren war ich in Iran, mit der Schwester meines Vaters. Unglaublich! Isfahan ist magisch, und die Menschen waren unglaublich freundlich.

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?
          Auf einem Wohltätigkeitskonzert für die Hoping Foundation im Roundhouse, unter anderem mit Patti Smith.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?
          Dass meine Eltern nicht so weit entfernt leben. Nach Montreal sind es von London aus sieben Stunden Flug.

          Was trinken Sie zum Abendessen?
          Grünen Tee.

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