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Stil-Fragebogen: Jack Heuer : „Mein Trick: Handlesen!“

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Uhrenchef Jack Heuer Bild: TAG Heuer

Mit über 80 Jahren zieht sich Jack Heuer aus dem Uhrenunternehmen Tag Heuer zurück. Im Stil-Fragebogen erzählt er aus seiner Vergangenheit und verrät, was ein gutes Käsefondue ausmacht.

          3 Min.

          Mit über 80 Jahren wird sich Jack Heuer zurückziehen. Auf die größte Uhrenmesse der Welt, die Baselworld, war Jack Heuer zum letzten Mal als Ehrenpräsident der Marke Tag Heuer gekommen. Mehr als 60 Jahre ist er im Unternehmen gewesen. Aus seiner Vergangenheit erzählt er nicht nur in diesem Fragebogen, sondern auch in seiner Autobiographie mit dem geradezu chronographischen Titel „The Times of my Life“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Normalerweise esse ich ein ganz leichtes Frühstück, Cornflakes, die crunchigen, mit Banane oder Blueberrys.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Ich wurde so erzogen, dass man als Gentleman nur Maßkleidung trägt. Aber als junger Mann waren die Schneider in Biel nicht gut genug, deshalb hatte ich einen Schneider in Mailand. Das waren die guten Jahre. Dann kam die Uhrenkrise. Nach der Uhrenkrise habe ich mir dann hin und wieder einen Anzug machen lassen.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Nein. Ich hasse es einzukaufen.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Mein Cutaway von der Hochzeit. Das ist jetzt 50 Jahre her. Irgendwann habe ich mir einen zweiten in Mailand machen lassen, weil ich auf einer Hochzeit eingeladen war, auf der man einen Cutaway tragen musste.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Modesünde? Da habe ich ein reines Gewissen. Was man darf und was man nicht darf, habe ich wohl geerbt. Ich weiß zum Beispiel, dass die Socken nicht zu kurz sein dürfen.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nein. Nur wenn ich in den Fitnessclub gehe. Ich ziehe zu Hause auch keinen Morgenrock an.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Nein.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Kleidungsstück: sicher nicht. Möbelstück: Im Gymnasium ging ich als junger Mann zu einem Schreiner, um dort meine Handfertigkeit zu verbessern. Da habe ich mal ein kleines Möbelstück selbst geschreinert, einen Stuhl.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ja, mehrere, zum Teil geerbt, zum Teil gekauft. Also, meine Frau hat die angeschafft.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Mit Käsefondue. Ich nehme meistens halb Vacherin, halb Emmentaler, dazu sagt man übrigens demi-demi.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Ich fange mit dem „Gstaader Anzeiger“ an, das sind nur vier Seiten zweimal in der Woche, da weiß ich, was in Gstaad passiert. Dann kommt die „Berner Zeitung“, das lokale Käsblatt, und dann die „Neue Zürcher Zeitung“. Die Magazine „Time“ und „Bilanz“ lese ich immer.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Eigentlich nicht, das ist nicht meine Generation. Ich lese alle Mails und die Attachments, aber keine Blogs.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Erst kürzlich. Ich schreibe meine Kondolationsbriefe und Dankesbriefe immer von Hand.

          Jack Heuer: „Ich habe ein gewisses Talent, Leute zu spüren, sie richtig zu beurteilen.“

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Ich lese sehr gerne Biographien. Die Biographie von Steve Jobs habe ich besonders geliebt, zum Teil habe ich die Zeit Wort für Wort miterlebt. Schon 1972 war ich im Silicon Valley, als einer der ganz frühen. Als Elektro ingenieur hat es mich dorthin gezogen. Da sind die Leute barfuß herumgelaufen. Dann lese ich furchtbar gerne historische Bücher über den Ersten und Zweiten Weltkrieg. Mein Vater war Brigadekommandant, das ist im Blut, ich war selbst Major.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Für die Frau Fiona und Christoph für den Mann.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Mit Auto. In meinem Alter am liebsten den BMW X1.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja, immer, eine Carrera, am liebsten eine mit dem Familienwappen auf der Rückseite.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nur Manschettenknöpfe und meine Ringe: Siegelring und Ehering.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Ja, ich habe einen Freund, seine Firma heißt Firmenich. Er ist einer der Lieferanten von Düften für große Marken, deshalb setzen sie keine eigene Marke auf ihre Flaschen. Die schenken mir jedes Jahr eine Flasche Eau de Cologne. Die verbrauche ich, und wenn das Jahr vorbei ist, bekomme ich eine neue.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich habe ein gewisses Talent, Leute zu spüren, sie richtig zu beurteilen.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Ungeduld.

          Mit was kann man Ihnen eine Freude machen?

          Mit einem guten Essen und mit einem guten Buch.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Das Wetter.

          Sind Sie abergläubisch?

          Ein bisschen, früher habe ich anderen Leuten aus der Hand gelesen, das hat oft gestimmt, das war mein Trick.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In den Wildnisparks von Südafrika. Das Konzept von „survival of the fittest“ hat mich sehr beschäftigt. Das ist eine richtige Lebensschule.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Weiß ich noch nicht, aber im vergangenen Jahr haben wir zum ersten Mal eine Kreuzfahrt gemacht. In Istanbul haben wir eingeschifft, dann ging es die Adriaküste hoch. Das war tip-top. Das ist wieder auf der Liste.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Ein Glas Rotwein.

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