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Modedesign : Dieser Mann bringt Amerika guten Stil bei

"Natürlich reden mein Mann und ich jetzt sehr viel über Donald Trump. Und so merken wir, wie viel wir unter der Regierung von Barack Obama einfach als selbstverständlich hingenommen haben", sagt Altuzarra. Seit 2011 können Schwule in New York heiraten, seit 2015 überall im Land. "Ich glaube nicht, dass wir hier in New York in den nächsten Jahren bedroht sind. Aber mir tun Menschen leid, die vielleicht in Minnesota oder in North Carolina leben, wo die Präsidentschaft von Trump vielen jetzt scheinbar die Erlaubnis gibt, ihre homophoben oder xenophoben Meinungen nicht nur hinter verschlossenen Türen kundzutun."

2016: Jennifer Lawrence in Rock und Top von Altuzarra im Dezember

Mehrere Umzüge mit der eigenen Marke

Die Wahlnacht verbrachte er vor dem Fernseher in London, auf Dienstreise. "Das Ganze kam mir vor wie eine Fernsehserie, so unwirklich." An diesem Dezembermorgen bekommen auch die Amerikaner zum ersten Mal eine Ahnung vom möglichen russischen Engagement in Sachen Hacking während der Wahlen. "Wirklich, Stoff für eine Fernsehserie", sagt Altuzarra, dessen Label genau so alt ist wie Obamas Präsidentschaft.

Zunächst leitete seine Mutter die Marke betriebswirtschaftlich. 2011 stellte er Karis Durmer ein, eine erfahrene Geschäftsführerin. Seit der Gründung, seit 2008, ist Altuzarra dreimal mit seiner Marke umgezogen, und die Immobilienspuren, die das Label hinterlässt, erzählen ihre eigene Geschichte. Los ging es mitten in Chinatown, dann weiter an den nördlichen Rand des Trend-Viertels, an die Howard Street. Kurz vor der vergangenen Fashion Week im September zog er mit seinen Mitarbeitern dann in das stattliche Woolworth Building, 17 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt, bis an der Wall Street 1930 ein höherer Wolkenkratzer gebaut wurde. Die Eingangshalle unten ist so pompös, im nicht-vergoldeten Trump-Sinn, als betrete man eine Kirche. Der Beiname "Kathedrale des Kommerzes" ist jedenfalls nur ein bisschen übertrieben. Natürlich sind dort keine Kameras erlaubt. Und im 14. Stockwerk, Altuzarras Zentrale, sind noch freie Räume, er kann also weiter wachsen, zumindest denkt er schon mal so groß.

Mode als wichtige Einnahmequelle für Schauspieler

Das Schild an Altuzarras Rezeption weist auf das Reizthema Instagram hin: "Photos and social media strictly prohibited". Seine eigenen Kanäle aber laufen über mit Bildern von Hollywood-Stars in seinen Kleidern: Evan Rachel Wood in einem Smoking von Altuzarra, Jennifer Lawrence in einem auf der Taille sitzenden Rock und einem Spaghetti-Top (darunter kein BH), Julianne Moore in einem kleinen Schwarzen mit besonders tiefem Dekollete (klar, ohne BH).

"In Hollywood traut man sich jetzt viel mehr als noch vor ein paar Jahren", sagt Altuzarra. Er hat auch eine Erklärung dafür: "Mode ist heute die Haupteinnahmequelle für viele Schauspieler. Über Verträge mit Modemarken, über Auftritte verdienen sie so viel Geld wie in keiner anderen Branche. Noch nicht mal Kosmetik kommt da heran." Entsprechend wichtig ist es für Schauspielerinnen, für die Mode interessant zu sein, also nicht unbedingt im Prom-Queen-Kleid aufzutauchen, sondern besser in einem mit tiefem Dekollete - und vielleicht sogar ohne BH. "Die Mode hat die Schauspieler ganz sicher aus ihrer Komfortzone geholt."

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