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Sportliche Sonnenbrillen für den Alltag signalisieren vor allem eins: Ich bin ein entspannt-sportlicher Typ. Bild: Daniel Stier

Sportliche Sonnenbrillen : Sports & the City

Sie sind eckig, rahmenlos und sportlichdynamisch: Sonnenbrillen sollen den „Ich bin ein entspannter Typ“-Look unterstreichen. Doch welche folgen dem Trend der Sportlichkeit in der Alltagsmode?

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          Rückblickend könnte der Hype um das Fußballtrikot seinen vorläufigen Höhepunkt 2018, kurz vor der WM in Russland, erreicht haben. Eine Nation genoss das wunderbare Weltmeistergefühl, freute sich auf Public- Viewing-Ereignisse, auf Grillabende vor dem Fernseher, auf Tippspiele mit den Kollegen. Das Wetter war traumhaft, die Laune gut. Natürlich brauchte es etwas Passendes zum Anziehen. Nicht nur Adidas stand bereit, auch fußballferne Häuser wie s.Oliver und Schumacher legten T-Shirts mit thematisch passenden Motiven auf. Nach der 0:2-Niederlage in der Vorrunde gegen Südkorea waren diese Teile dann höchstens noch was für den hinteren Teil des Kleiderschranks. Das Trikot 2021 ist nur selten überhaupt dort gelandet, ohne Public Viewings braucht man kein neues.

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es gibt natürlich größere Tragödien als jene, dass ausgerechnet in diesem Sportsommer, in dem gleich zwei Großereignisse nachgeholt werden, das Merchandising- Geschäft mau läuft. Soll nicht heißen, dass der Sport nicht längst angekommen wäre in der Mode. Sneaker zu allem, Yoga-Bekleidung, die mindestens für den Supermarkteinkauf taugt, Hoodies statt Jacketts, das alles dient nicht nur dem Komfort, es signalisiert auch: Ich bin ein entspannter Typ, selbst wenn ich an Wochenenden für meinen Arbeitgeber erreichbar bleibe und auf dem Handy über drei Kanäle gleichzeitig kommuniziere.

          Sogar Sonnenbrillen, bei denen das Komfort-Kriterium nun wirklich keine Rolle spielen muss, fügen sich diesem Trend der Sportlichkeit in der Alltagsmode. Sie sind eckig, wie von Prada (oben rechts) und Lindberg (unten links), sie sind zur Hälfte rahmenlos wie von Giorgio Armani (oben mittig). Sie sind also nicht groß und rund, à la Jackie O. Selbst das Modell von Saint Laurent (unten mittig) wirkt noch sportlichdynamisch, obwohl es den Retro-Cat-Eye-Stil zitiert. Fürs echte Rennradfahren sind Brillen wie auch jene von Viu (oben links) und Bottega Veneta (unten rechts) vielleicht nicht gemacht, es sei denn, man nutzt sein Super-Sport-Fahrrad einfach in der City, was ja auch immer beliebter sein soll.

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