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Nachhaltige Winterjacken : Federn lassen fürs Gewissen?

  • -Aktualisiert am

Womit wir bei aller Schönheit rechnen müssen: dass Tiere qualvoll leiden, weil wir echtes Fell und echte Daune tragen wollen. Bild: ddp/Picture Press/Indira Cesarin

Wer in Daunen und Pelz investiert, unterstützt eine Branche, deren Mitglieder sich häufig ums Wohl der Tiere nicht kümmern. Doch es gibt Alternativen für Verbraucher, die das vermeiden wollen.

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          Models stapfen in dicken Daunenjacken über den Laufsteg. Die Silhouette aufgebläht, die Köpfe unter Kapuzen verborgen, die Jacken reichen runter bis zu den Knien. Der sogenannte Gorpcore-Trend, mit dem selbst Menschen, die morgens auf dem Weg zu ihrem Schreibtischjob sind, immer ein bisschen nach Polarforscher aussehen, ist ungebrochen. Das ist praktisch, denn bei Kälte schützt nichts besser als ein langer Daunenmantel. Doch was an Tierleid in ihnen steckt, erzeugt bei vielen Kunden selbst Gänsehaut: Ganze sieben Gänse müssen ihre Daunen für eine solche Jacke nämlich hergeben.

          Daunen, das sind die Unterfedern des Federkleides, die die Vögel auch im tiefsten Winter warm halten. 70 Prozent der Daunenfedern stammen, so eine oft genannte Zahl, von Vögeln aus Asien, vor allem aus China. Und dort gehen die Arbeiterinnen nicht gerade zimperlich mit den Tieren um, wie Videos der Tierschutz-Organisation Peta zeigen: Die Arbeiterinnen reißen den Gänsen bei lebendigem Leib die Daunenfedern aus. Die Gänse schnattern nervös und schlagen mit den Flügeln, die fertig gerupften Tiere rennen mit blutenden Wunden durch den Stall. Mehrmals im Jahr würden die Tiere auf diese Weise gerupft, kritisieren Tierschützer. „Die Gänse stehen mit Tausenden Artgenossen oftmals in dunklen Hallen in einer dreckigen Brühe aus Fäkalien“, sagt Johanna Fuoß, Fachreferentin Bekleidung und Textil von Peta Deutschland.

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