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Vans Checkerboard : Ein Schuh für alle Fälle

Ein Klassiker: Der Vans Checkerboard wurde zum Markenzeichen einer ganzen Generation. Bild: Aylin Güler

Von der Skate-Rampe auf den roten Teppich: Kein Sneaker hat ein so unverwechselbares Aussehen wie der bequeme Vans Checkerboard. Doch nur die wenigsten wissen, wie der Kultschuh zum Reinschlüpfen entstanden ist.

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          An welchen Sneaker denken Sie, wenn Sie an einen Klassiker denken? Ich denke sofort an den Vans Checkerboard. Das ist ein Schuh, der zum Markenzeichen für eine ganze Generation von Skatern und Streetwear-Fans wurde. Kein Sneaker hat ein so unverwechselbares Aussehen wie der bequeme Vans zum Reinschlüpfen mit dem Schachbrettmuster. Doch nur die wenigsten wissen, wie der Kultschuh entstanden ist. 1966 öffnete Paul Van Doren zusammen mit seinem Bruder Jim und seinen Freunden Gordon Lee und Serge Delia die Türen der Van Doren Rubber Company in Anaheim (Kalifornien). Paul Van Doren hatte schon in seiner Heimatstadt Boston Erfahrung in der Schuhbranche gesammelt. Doch das neue Geschäftsmodell sollte einzigartig werden: Die Freunde brachten die Schuhe von der Herstellung direkt zum Verbraucher – es waren Kundenaufträge, die für ihre Käufer angefertigt und für 2,99 Dollar pro Paar verkauft wurden. Schon am ersten Tag verkauften die vier Gründer zwölf Paar.

          Aylin Güler
          Redakteurin für Social Media.

          Die Geschichte des Vans Checkerboard beginnt 1977 als Vans Style Nr. 48. Steve Van Doren, Pauls Sohn, bemerkte, dass junge Skater die Zwischensohle ihrer Schuhe anmalten, sodass ein Schachbrettmuster entstand. Paul Van Doren druckte daraufhin das Muster einfach auf die Oberseite der Slip-ons. So wurde das berühmte Checkerboard-Design geboren. Ungefähr zur selben Zeit eroberte eine neue Musikwelle Europa. Eine Mischung aus rohem Gesang und Punk-Stil mit den melodischen Untertönen karibischer Musik, bekannt als Ska. Die zweite Ska-Welle wurde als „Two-tone“ bekannt: Bands wie The Specials nutzten das Schachbrettmuster als Symbol der Rassengleichheit. Die Checkerboard-Slip-ons von Vans wurden zu Lieblingen unter den Fans der Subkultur.

          Von der Skate-Rampe auf den roten Teppich

          1982 erkundigte sich ein Vertreter von Universal Pictures nach Schuhoptionen für einen Film. „Fast Times at Ridgemont High“ („Ich glaub’, ich steh’ im Wald“) ist die erste große Teenager-Komödie der Achtziger. Angeblich wählte Sean Penn, Star des Films, den Checkerboard- Style persönlich aus. In seiner Rolle als Jeff Spicoli trug er die schwarz-weißen Sneaker, die später sogar auf dem Cover des Soundtracks landeten. So liefen die Schuhe von einem Erfolg zum nächsten. Heute sieht man den Checkerboard nicht nur auf der Skate-Rampe, sondern auch auf dem roten Teppich und auf Modenschauen. Kooperationen mit führenden Marken wie Marc Jacobs, Supreme und Disney trugen zum guten Ruf bei.

          Auch ich habe ein Paar. Meinen ersten Checkerboard kaufte ich mir 2006, während meiner ersten Reise in die Vereinigten Staaten. Damals trug ich ihn als Skaterin, heute als modischen Hingucker. Paul Van Doren war bis 1988 Geschäftsführer seines Unternehmens, seine Kinder gehören noch heute zum Management bei Vans. Lange war Van Doren danach als Markenbotschafter unterwegs. Am 6. Mai ist er im Alter von 90 Jahren gestorben. Neun Tage zuvor waren seine Erinnerungen erschienen: „Authentic“. Der Titel passt – zu seinem Leben und zu seinen Schuhen.

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