https://www.faz.net/-hrx-8v1b4

Gebrauchte Oscar-Kleidung : Secondhand-Ware mit Flair

  • -Aktualisiert am

Zweites Leben: Gerade noch auf der Kinoleinwand zu sehen, jetzt bei „It’s a Wrap!“ erhältlich. Auch Promis stöbern hier. Bild: Christiane Heil

Wenn Ende der Woche die Oscars verliehen werden, könnten die Requisiten der Filme schon bei „It’s a Wrap!“ liegen. Der Laden in L.A. verkauft die Outfits der Stars.

          4 Min.

          Angezogen sein wie Julia Roberts in Garry Marshalls Romantikkomödie „Mother’s Day“? Oder wie George Clooney als großspuriger Finanzexperte Lee Gates in Jodie Fosters Thriller „Money Monster“?

          Bei „It’s a Wrap!“ bleibt so ein Look nicht der Phantasie überlassen. Am Magnolia Boulevard in Burbank, ein paar Meilen nordöstlich von Hollywood, bietet das Geschäft ausrangierte Outfits aus Filmen und Fernsehserien mit einem Hauch von Glamour. Auf zwei Stockwerken reihen sich Kleiderständer mit Abendroben aus Produktionen wie „Sex and the City“, „Mistresses“ und „Blue Bloods“ an Regale mit Schuhen, die ihren Auftritt an den Füßen von Stars wie Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Emma Stone schon hinter sich haben.

          „Nur wenige Leute bekommen die Gelegenheit, ein Filmset zu besuchen. Bei uns hat jeder die Chance, ein bisschen was von der Atmosphäre zu erleben“, sagt die Inhaberin Tiara Nappi. Ihrer Mutter Janet Dion, die früher für den Kostümfundus des Fernsehkonzerns CBS arbeitete, kam vor 35 Jahren auf die Idee, die Garderobe der Stars vor dem Schicksal als Putzlappen zu retten. Sie bot den Filmstudios an, die castoffs, die ausrangierten Requisiten, abzuholen, ließ sie reinigen und verkaufte sie als günstige Second-hand-Ware mit Prominentenflair.

          Wiederverkaufswert liegt bei der Hälfte des Originalpreises

          Das Konzept funktioniert bis heute. Täglich erreichen Nappi E-Mails von Studios wie Paramount und Sony, die lastwagenweise Outfits und Accessoires loswerden wollen. „Die Stücke, die sie zu Beginn der Dreharbeiten für Millionen von Dollars gekauft haben, müssen sofort nach Drehschluss wieder verschwinden. Sie nehmen zu viel Platz weg“, sagt die Fünfundvierzigjährige. Der Druck, für die nächste Produktion Raum in der Kostümabteilung zu schaffen, lässt viele Studios lange Vertriebswege in Kauf nehmen. Die Blazer und Blusen aus der im Mai abgesetzten Serie „The Good Wife“ legten zum Beispiel fast 4000 Kilometer in einem Truck zurück, um aus den Studios des Senders CBS in New York an den Magnolia Boulevard nach L.A. zu kommen.

          Der Second-Hand-Laden kleidet prominent von Kopf bis Fuß. Bilderstrecke

          Besuchern, die das Geschäft hinter der schlichten Fassade betreten, schlägt das Odeur einer chemischen Reinigung entgegen. Weiße Karten an jedem Kleidungsstück verraten, für welchen Film oder welche Serie es gekauft wurde und wie viel es damals gekostet hat. Bei „It’s a Wrap!“ liegt der Wiederverkaufswert meist bei etwa der Hälfte des Originalpreises. Eine beige-schwarze Jacke des Designers Narciso Rodriguez, welche Schauspielerin Julianna Margulies oder einer ihrer Ko-Stars bei den Dreharbeiten zur Serie „The Good Wife“ trug, ist für 625 Dollar zu haben. Ein schwarzgestreiftes Anzughemd aus dem Hause Giorgio Armani sucht nach dem Auftritt in dem Thriller „Money Monster“ für 200 Dollar einen Käufer.

          Weitere Themen

          Diplomatische Kleiderwahl

          Herzogin Kate in Pakistan : Diplomatische Kleiderwahl

          Prinz William und Herzogin Kate sind zu ihrer bislang aufwendigsten Auslandsreise aufgebrochen. In Pakistan beweist Kate abermals, wie stilsicher und dennoch diplomatisch Kleiderwahl sein kann.

          Ein Einblick in die Berliner Clubszene Video-Seite öffnen

          „Wie eine Droge“ : Ein Einblick in die Berliner Clubszene

          Freiraum und Kreativität sind Berlins Markenzeichen. Das zieht Künstler, Musiker und Clubpublikum aus der ganzen Welt an. Doch die Szene ist im Wandel. Der angesagte Club Griessmuehle und Techno-DJ DVS1 versuchen, die Clubkultur zu retten.

          Unter fremdem Etikett

          Marke und Produkt : Unter fremdem Etikett

          Als Marke versteht sich heute alles und jeder. So werden auch aus Textilunternehmen, die ehemals nur Luxushäuser beliefert haben, eigenständige Labels. Über Namen, die weniger bekannt sind als ihre Produkte.

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.