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Schuhe für das Autofahren : Immer in Richtung Dolce Vita

Kann man eigentlich erst wieder gut betrachten, wenn man aus dem Auto aussteigt: Autofahrer-Loafers. Diese Modelle stammen von Church´s, Salvatore Ferragamo, , Fratelli Rossetti und Tod´s (von links). Bild: Frank Röth

Als von den fünfziger Jahren an das eigene Auto zum Lebensentwurf gehörte, kamen die „Driving Shoes“ auf. Doch die Auto-Nation Deutschland hat die Schuhe mit den Noppen nicht erfunden.

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          Für Menschen, die wie selbstverständlich vom Schreibtisch direkt zum Spinning düsen und dann in die nächste Bar stolpern, mag das unvorstellbar sein: Es gab mal eine Zeit, da passte sich die Mode den jeweiligen Lebenslagen an. Von wegen day-to-night-dresser! Büro hieß Business-Garderobe, Bar bedeutete hohe Schuhe und große Ohrringe. Auch zum Autofahren sollte man sich damals umziehen, also zumindest die Schuhe wechseln.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als der Besitz eines Autos gerade massentaugliche Dringlichkeit bekommen hatte, in den fünfziger Jahren, kamen Italiener auf eine findige Idee, über die heute die Ugg-Boots-und-Flip-Flops-Fraktion beim Gasgeben wohl lachen würde. Autofahrerschuhe mussten her. Sie sollten die Füße so sicher wie bequem umschließen, so wie das Auto den Fahrer sicher umschließt. Zugleich waren die Driving Shoes statt mit Leder an der Sohle mit Gummi oder Noppen versehen, damit der Träger ganz nebenbei zwischen Kupplung, Gaspedal und Bremse wechseln konnte.

          Italien wurde zu Experte für Car Shoes

          Die goldenen Schuhe von Tod's erinnern schon deshalb an eine längst vergangene Zeit. Ihre Troddeln und Bommeln sind in diesem Sommer zwar so angesagt wie lange nicht mehr, aber die Noppen an der Sohle zeichnen die Schuhe als Autofahrermodelle aus. Vor Tod's gründete schon die ebenfalls italienische Marke Car Shoe in den Sechzigern Modelle auf dieser Idee. Heute gehört Car Shoe längst zur Prada-Gruppe, so wie die Schuhe von Church's, deren Gummisohle auch diesen Loafer als car shoe ausweist.

          Interessant eigentlich, dass ausgerechnet das Land des Dolce Vita zum Experten für ein so pragmatisches Stück werden konnte, statt, sagen wir, die Auto-Nation Deutschland. Schließlich wären da auch die Schuhe von Salvatore Ferragamo und Fratelli Rossetti. Andererseits ist die Bedeutung einer Ledersohle ja vielen Deutschen bis heute nicht ganz klar. Sie tragen einfach immer Gummisohle. Von morgens bis abends Autofahrerschuhe: Die Deutschen sind eben echte day-to-night-dresser.

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