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Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Düsseldorf gründeten die Schülerfirma „Streetcycled“. Bild: Streetcycled

Schülerfirma „Streetcycled“ : Diese Schilder weisen die Richtung

Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Düsseldorf zweckentfremden ausrangierte Straßenschilder – die von den Gymnasiasten gegründete Firma „Streetcycled“ fertigt daraus Möbelstücke.

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          Nervosität, Anspannung und Leistungsdruck – für Schüler der Oberstufe gehört das zum Alltag, erst recht wegen der Schulzeitverkürzung durch das G8-System. Viele finden ihren Ausgleich durch Yoga oder Sport. Der Oberstufen-Kurs eines Gymnasiums in Düsseldorf hat seine ganz eigene Methode gefunden, der Arbeitsbelastung mit praktischer Tätigkeit entgegenzuwirken: Der Projekt-Kurs der Q1 (entspricht der elften Klasse) des Max-Planck-Gymnasiums gründete eine Schülerfirma: Streetcycled.

          Im Rahmen des Programms „Junior“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln stellen die Schüler aus ausrangierten Straßenschildern Einrichtungsgegenstände her. Es begann mit einem zu einer Uhr umfunktionierten Halteverbotsschild. „Die Jungs wollten unbedingt Uhren herstellen, weil in unserer Schule langweilige Uhren hängen“, erzählt die Schülerin Alina Schmolke. Mittlerweile gibt es Garderoben, Wandregale, Tische und Tabletts, folgen sollen Stehtische und Sondereditionen. Durch die Schrammen, die ein Schild im Laufe seines Lebens an der Straße davonträgt, wird aus jedem Stück ein Unikat.

          Zunächst ließ die Klasse um Lehrerin Hannah Matthiesen ihre Produkte in einer Schlosserei fertigen. Dann legten die Schüler selbst Hand an. „Wir wollen einfach näher am Produkt sein und können so die Qualität sicherstellen. Außerdem können wir auf diese Art enorm viel Zeit sparen“, sagt Sprecherin Alina Schmolke. Seither schneiden, sägen und nageln sie unter Anleitung zweier Lehrer in den Werkstätten des Düsseldorfer Franz-Jürgens-Berufskollegs. Der Kurs, der gern beim bundesweiten Wettbewerb des Programms „Junior“ gewinnen würde, folgt dem Retround dem Upcycling-Trend – und spendet einen Teil seiner Einnahmen an Verkehrsopfer. „Uns war von Anfang an klar, dass wir mit unserer Firma etwas Soziales machen wollen“, sagt Schmolke. Seit kurzem berechnen die Schüler zudem, wie viel Kohlendioxid sie durch ihre Produkte einsparen. Ihre Ersparnis setzen sie in Luftballons als Einheit um - und kommen bisher auf satte 4200 prall gefüllte Kohlendioxid-Ballons.

          Schilder zu Tischen: Düsseldorfer Schüler haben die Zeichen der Zeit richtig verstanden.

          Die Klasse hatte sich zuvor intensiv mit dem Thema Upcycling beschäftigt, also der Umwandlung von Abfällen in nützliche Produkte. Irgendwann kam die Frage auf, was denn eigentlich mit ausrangierten Straßenschildern passiert. „Weil die meisten von uns gerade die Führerscheinprüfung ansteuern“, sagt Schmolke. Sie fanden den richtigen Kontakt bei der Stadt, um sich die Schilder zu beschaffen – und überhaupt wurden die Sechzehnund Siebzehnjährigen immer professioneller. Streetcycled verkauft die Produkte nun nicht nur online, sondern auch in Düsseldorfer Läden.

          „Man merkt ziemlich schnell, dass man miteinander arbeiten muss, damit alles funktioniert“, sagt Schmolke. Die Business-Profis werden auch zu Teamworkern – und Marketingspezialisten. Imagefilm, Flyer und Sticker sind schon selbstverständlich. Und weil sie zur Generation Internet gehören, sind sie natürlich auf allen Social-Media-Plattformen vertreten.

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