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Saskia Diez im Stil-Fragebogen : „Nagellack, Chutney und Champagner fehlen nie“

Zieht es nach Südfrankreich: Schmuckdesignerin Saskia Diez. Bild: Andreas Müller

Schmuck für Frauen, die normalerweise gar keinen tragen würden? Saskia Diez zählt nicht ohne Grund zu den bekanntesten deutschen Schmuckdesignerinnen. Im Stil-Fragebogen gibt sie einen kleinen Einblick in ihr Privatleben.

          Saskia Diez ist eine der bekanntesten deutschen Schmuckdesignerinnen. Sie fertigt auch Stücke für Frauen, die mit Schmuck gar nicht so viel anfangen können. Denn die 42 Jahre alte Designerin geht aufgeschlossen an die Arbeit. So gewann sie 2006 einen Wettbewerb, der unter dem Motto „Frauen und Sport“ stand. Diez, damals noch Studentin, war auf einen Armreif gekommen, mit dem man zugleich trainieren konnte. Ein Jahr später gründete sie ihr Label. Zuletzt hat sie für Net-a-porter Handtaschen aus Bronzegewebe entworfen.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Frisches Obst, Tee, Müsli. Kaffee erst auf dem Weg ins Büro oder dort.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Meistens direkt im Showroom von Designern, die ich kenne, zum Beispiel von Litkovskaya, Elenareva und Christian Wijnants.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein schwarzes Kleid, das ich selbst genäht habe, kurz nach dem Abitur, und ein verwaschenes blaues Sweatshirt, das ich mir auf meiner ersten Reise nach Tokio dort in einem Secondhand-Laden gekauft habe. Auf dem steht: „Don't follow me, I'm lost.“

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Kurze Briefe und Karten schreibe ich recht häufig. Längere Briefe selten handschriftlich, da meine Schrift etwas wild ist.

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          Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

          „L'Écume des jours“ von Boris Vian, als ich nach dem Abitur eine Zeitlang in Paris gelebt habe.

          Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

          Zeitung lese ich am Wochenende: F.A.S. und „SZ“. Unter der Woche „Zeit Online“.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Unnützes Wissen.

          Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

          „Verstehen Sie die Béliers?“, „Die Verlegerin“, „Toni Erdmann“.

          Sind Sie abergläubisch?

          Nicht richtig, aber gerne.

          Worüber können Sie lachen?

          Lustige Erinnerungen, lustige Geschichten, Missgeschicke, Kleinigkeiten. Auf einem Event habe ich zum Beispiel mal eine lange Schlange gesehen und dachte, da steht man an, um eine Kunstinstallation zu sehen. Es war dann aber nur die Schlange zur Toilette, und ich habe dabei eine Frau kennengelernt, die damals sehr über mich gelacht hat, weil ich irgendwann fragte, ob sie denn wisse, ob sich das lohne, für die Kunst anzustehen, in der langen Schlange. Heute ist sie eine gute Freundin.

          Ihr Lieblingsvorname?

          Selma, Helena, Nikolaus: die Vornamen meiner Kinder.

          Machen Sie eine Mittagspause?

          Meistens.

          In welchem Land würden Sie gerne leben?

          Wenn ich von hier weggehen würde, dann vielleicht nach Südfrankreich. Oder Portugal. Aber vielleicht ist es dort auch nur so schön, wenn man zu Besuch ist.

          Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

          Champagner, Nagellack, Chutney.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich habe keines, und das fühlt sich gut an.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Leute spüren.

          Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

          Wenig schlafen.

          Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

          Yves Saint Laurent, auch wenn der mir jetzt gar nicht so historisch vorkommt.

          Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

          Uhr nein, Schmuck ja, meinen eigenen. Das sind sehr feine, filigrane Stücke, Ringe und Armbänder, meistens auch einen Earcuff. Diese Stücke nehme ich nie ab, auch nicht zum Schlafen oder zum Duschen.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Die Luft nach einem Sommergewitter.

          Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

          Als ich vor drei Jahren das erste Mal mit meinen Kindern in Portugal war. Die Rauheit und die Weite des Atlantiks fand ich beeindruckend.

          Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

          In München bei Igor Levit im Herkulessaal und bei Malakoff Kowalski in der Black Box im Gasteig. Das Konzert von Malakoff habe ich in Berlin schon mal in kleiner Runde gehört, im Schinkel-Pavillon, kurz bevor das neue Album rauskam.

          Was fehlt Ihnen zum Glück?

          Ein hübsches Château in Südfrankreich.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Je nachdem, mit wem und was ich esse. Zum Essen meistens Wasser. Wenn ich alleine bin oder mit den Kindern, dann bleibt es dabei. Sonst gerne auch Champagner. Manchmal Sake oder Tee. Manchmal Weißwein oder Rosé. Davor oder danach auch mal einen Drink: Gin Tonic, Red Sparrow, Martini.

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