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Vorwurf der Leihmutterschaft : Schauspielerin Zheng Shuang muss um Karriere bangen

Schauspielerin Zheng Shuang bei einer Prada-Veranstaltung in Schanghai im September 2020 Bild: Picture-Alliance

Zheng Shuang hat gerade einen Vertrag mit Prada unterschrieben. Doch der ist nun nichtig. Die chinesische Schauspielerin ist in einen Skandal verwickelt.

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          Erst vor wenigen Tagen hatte das Modeunternehmen Prada die chinesische Schauspielerin Zheng Shuang als Markenbotschafterin unter Vertrag genommen. Am Mittwoch löste Prada „alle Verbindungen“ wieder. Grund sei die „erhebliche aktuelle Berichterstattung“ über Zhengs Privatleben.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          In den Berichten, die seit drei Tagen die chinesische Öffentlichkeit in Atem halten, wird der Schauspielerin vorgeworfen, mit Hilfe von Leihmüttern in Amerika zwei Kinder bekommen und diese dann im Stich gelassen zu haben. Zuvor hatte ihr früherer Lebenspartner Zhang Heng im sozialen Netzwerk Weibo geschrieben, er stecke in den Vereinigten Staaten fest und kümmere sich um seine Kinder, „zwei junge, unschuldige Leben“. Von einer Leihmutterschaft sagte er aber nichts. Mutmaßliche Geburtsurkunden, die im Internet kursierten, nannten Zheng als Mutter.

          „Sehr traurige und private Angelegenheit“

          Da sie auf Geburtsdaten Ende 2019 und Anfang 2020 ausgestellt sind, schienen sie die Gerüchte um eine Leihmutterschaft zu bestätigen, die aufgekommen waren, weil niemand sich an Bilder erinnern konnte, auf denen die Schauspielerin sichtbar schwanger war. Chinesischen Medien wurde daraufhin eine Tonaufnahme zugespielt, in der Zheng ihr Bedauern darüber äußert, dass es für einen Schwangerschaftsabbruch zu spät sei.

          Am Dienstag teilte Zheng auf Weibo mit, es handle sich um eine „sehr traurige und private Angelegenheit“, die aus „niederen Beweggründen“ öffentlich gemacht worden sei. Anwälte in China und Amerika seien seit dem vergangenen Jahr zu Verhandlungen hinzugezogen worden. Sie sei nicht bereit, sich erpressen zu lassen.

          Leihmutterschaft ist in China verboten

          Am Mittwoch schaltete sich Chinas Kommunistische Partei in den Skandal ein. Zheng sei „definitiv nicht unschuldig“, urteilte die Zentralkommission für politische und rechtliche Angelegenheiten, der Chinas Justizapparat untersteht. Der inoffizielle Schuldspruch bezog sich auf den Vorwurf, zwei Leihmütter engagiert zu haben. „Leihmutterschaft ist in China verboten, weil dabei die Gebärmutter einer Frau als Instrument benutzt wird und Leben als kommerzielles Produkt verkauft wird“, schrieb die Kommission auf Weibo. Chinesische Staatsbürger, die durch Reisen nach Amerika eine „Gesetzeslücke“ nutzten, seien nicht gesetzestreu.

          In den chinesischen Staatsmedien wurde die Schauspielerin danach scharf kritisiert. Zheng muss nun um ihre Karriere fürchten. Das Organisationskomitee des Huading-Filmpreises erkannte ihr am Mittwoch zwei Preise ab, darunter einen als beste Schauspielerin.

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