https://www.faz.net/-hrx-9fzvp

Stil-Fragebogen Jörg Hartmann : „Der Duft von Linden betört mich“

Jörg Hartmann spielt Walter Gropius. Bild: Stefan Klüter

Viele kennen ihn aus dem Dortmunder „Tatort“, aber Jörg Hartmann kann in viele Rollen schlüpfen: Bald ist er als Bauhaus-Gründer Walter Gropius zu sehen. Im Fragebogen verrät er, welchen Einfluss der Dreh auf seinen Stil hatte.

          Durch zwei Rollen ist der Schauspieler Jörg Hartman besonders bekannt geworden: als Stasi-Offizier Falk Kupfer in der Fernsehserie „Weissensee“ und als Kriminalhauptkommissar Peter Faber im „Tatort“ aus Dortmund. Der Neunundvierzigjährige wurde in Hagen geboren und wuchs in Herdecke auf. Später ging er an die Berliner Schaubühne. Heute lebt er mit seinen drei Kindern in Potsdam. Im Fernsehfilm „Bauhaus“, der von Nico Hofmann produziert wurde und im Jubiläumsjahr 2019 gezeigt wird, spielt Hartmann den Bauhaus-Gründer Walter Gropius.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Das wechselt: Müsli oder Brot. Meist sind es die Reste der Kinder. Dazu Kaffee. Ohne Kaffee geht gar nichts.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Gefühlt habe ich immer dieselben Klamotten an, weil ich nie Lust habe, einkaufen zu gehen.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Überhaupt nicht. Obwohl ich mir neulich in Quedlinburg antiquarisch eine Tischleuchte gekauft habe, die, würde ich behaupten, in der Bauhaus-Tradition steht. Das hat mir ein kleines Gefühl von Glück vermittelt, aber auch nur, weil ich so eine Leuchte haben wollte.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Eine weißflaumige Winterjacke. Die haben mir meine Eltern gekauft, als ich so etwa ein Jahr alt war.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          In den Achtzigern gab es eine Menge davon. Ich wollte so sein wie die zwei von „Miami Vice“ und ging mit weißem Anzug und weißen Espadrilles in die Disko in Hagen.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Ich habe nur eine, und mit der jogge ich.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Meine Beschäftigung mit dem Bauhaus hat zumindest bewirkt, dass ich mir unbedingt einen Schreibtisch in dem Stil kaufen möchte und den Wassily-Sessel von Marcel Breuer. Der ist schon sehr cool.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Nein.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Nein. Meine Mutter sagt immer: Wir haben doch noch eines zu Hause, das könnt ihr gerne haben. Aber ich halte mich da sehr zurück.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Ich schnippele gerne Gemüse. Mit meinen kleinen Kindern habe ich aber kaum noch Zeit und Ruhe dafür, und sie mögen Gemüse eh nicht besonders.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, weil ich den lokalen Bezug wichtig finde. Im Urlaub den „Spiegel“.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Ich bin ein Architektur-Freak und mag das „Deutsche Architektur-Forum“ und „SkyscraperCity“. Ansonsten bin ich, was das Internet angeht, ein Kind des 20. Jahrhunderts. Den angeblich sozialen Medien, die teilweise eher asoziale Medien sind, stehe ich skeptisch gegenüber.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Im Mai an meinen kurz zuvor verstorbenen Vater.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Zuletzt die Hans-Fallada-Biographie von Peter Walther und der Roman „Stoner“ von John Williams.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Die tragen meine Kinder und sind geheim.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Den einen gibt es nicht, aber spontan fällt mir „Manche mögen's heiß“ ein.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          In Potsdam fahre ich meist nur Fahrrad. Aber mit drei Kindern geht es ganz ohne Auto dann doch nicht.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Seit kurzem wieder, weil ich es furchtbar finde, ständig aufs Handy zu starren. Dummerweise hat das Glas einen Sprung bekommen, weil ich vergessen habe, sie abzunehmen, bevor ich auf die Bühne gegangen bin. Ich war mit der Schaubühne auf Gastspiel in Schanghai und muss mich bei „Hedda Gabler“ mit der Kollegin Katharina Schüttler rangeln, dabei muss sie kaputt gegangen sein.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nein.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Der Duft von Linden, davon bin ich wie betört.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Dass ich mich schon an kleinen Dingen erfreuen kann. Das reißt mich auch schnell wieder aus einer etwas schwermütigeren Phase heraus.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Noch weit von einer buddhistischen Gelassenheit entfernt zu sein. Ich wäre gerne für meine Kinder der Fels in der Brandung, was ich aber nicht immer schaffe.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Schon mit Kleinigkeiten wie einem Stück Kuchen und einem Kaffee. Aber ich wäre gerne auch mal eine ganze Woche alleine irgendwo an der See oder in den Alpen.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Ich weiß nicht, ob ich Smalltalk gut kann, aber ich bin immer schnell bei Architektur und Städtebau.

          Sind Sie abergläubisch?

          Wahrscheinlich schon. Ich bespreche immer das Flugzeug, bevor ich einsteige. Neulich habe ich das in Schanghai mal nicht geschafft, der Flug war dann trotzdem super.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          Da gab es viele. Besonders schön war vor fünf Jahren eine Reise mit meiner jetzigen Freundin nach Rom.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Es gibt noch keine konkreten Pläne. Vielleicht lande ich wirklich demnächst alleine auf Hiddensee.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Ganz profanes Wasser. Und mal ein Bier oder auch Wein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson : Alles andere als irrwitzig

          Der neu gewählte Tory-Vorsitzende und künftige Premierminister Boris Johnson ist nicht „mad“. Verrückt ist nur die Lage des Landes – drei Jahre nach dem Brexit-Referendum. Ein Kommentar
          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.