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Armbanduhren : Rosige Zeiten

Ein Besucher der internationalen Uhrenmesse „Baselworld“ hält die Objekte der Begierde mit seiner Handykamera fest. Bild: Picture-Alliance

Roségold? Das klang bisher arg bieder. Jetzt erlebt das bessere Kupfer ein Comeback - vor allem bei Armbanduhren.

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          Ausgerechnet Roségold. Die pink schimmernde Legierung hatte es Männern Anfang des vergangenen Jahrhunderts besonders angetan. So sehr, dass aus Roségold zunächst kein Schmuck für Frauen gefertigt wurde, keine Ketten, keine Ringe, keine Armbänder. „Dieses Gold war den Uhrmachern Vorbehalten“, sagt Guido Terreni, Geschäftsführer für Uhren bei Bulgari. Roségold war typisch männlich. „Es galt als männlicher als Gelbgold.“

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In seiner Geschichte wurde diesem Goldton stets irgendeine besondere Bedeutung zugeschrieben. Nachdem ihn Frauen für sich reklamiert hatten, wurde er spätestens in den Fünfzigern von Gelbgold verdrängt. Roségold galt fortan nicht mehr als typisch maskulin. In der DDR nannte man es Russengold, in Süddeutschland Türkengold, und überall sonst war es vor allem angestaubt.

          Dabei blieb es ein halbes Jahrhundert lang. „Erst in den vergangenen fünf Jahren ist es wirklich Zeit für Roségold geworden“, sagt Loek Oprinsen, Geschäftsführer von Ebel. Heute gilt es wieder als etwas: nämlich als angesagt, zumindest bei Frauen. Seinen schlechten Ruf hat es längst abgelegt. Heute streiten sich Ehepartner in spe beim Juwelier darüber, ob die Trauringe nun aus Gelbgold (meist ist das sein Wunsch) oder Roségold (meist ist es ihrer) gefertigt werden sollen. Und selbst bei Uhren glänzt Roségold wieder wie andere Legierungen.

          „Roségold hat sich auf der ganzen Welt durchgesetzt“

          Wer bei Instagram nach dem Wort sucht, stößt in dieser rosaroten Blase aus knapp zwei Millionen Beiträgen auf Fingernägel, Schmuck, Lidschatten, Turnschuhe - und auf besonders viele Uhren. Auch die Baseler Uhrenmesse, ebenfalls eine Welt für sich, schimmerte im vergangenen März vornehmlich in Roségold: bei Omega, bei Hermès und sogar bei der Survival-Uhrenmarke Bell & Ross. Auch das Jubiläumsmodell der „Day-Date“ von Rolex zum 60. Geburtstag der Uhr in diesem Jahr ist neben Weißgold ausschließlich in Everose zu haben, also in Roségold.

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          „Manche Marken verabschieden sich schon fast ganz vom Gelbgold und bieten nur noch Roségold an“, sagt Uwe Beckmann, Geschäftsführer der Wempe-Niederlassung an der Berliner Friedrichstraße. Das liege an der Nachfrage der Kunden. „Roségold ist in den vergangenen zehn Jahren immer stärker geworden und hat sich nun auf der ganzen Welt durchgesetzt.“

          Vom No-Go zur Institution für Marken von Michael Kors bis Bulgari. „Roségold ist für uns mittlerweile die wichtigste Beschichtung in der Kollektion und hat Gelbgold abgelöst“, sagt Marianna Behrens von Michael Kors. 30 Prozent trügen Stücke in Roségold zum Umsatz bei. Oder Ebel: Das Unternehmen macht zwar 80 Prozent seines Umsatzes mit Stahlgolduhren, aber der Anteil von Stahl-Roségold steige seit anderthalb Jahren enorm, sagt Geschäftsführer Loek Oprinsen. „Das sind ungefähr zehn der 80 Prozent.“ Auf der Baselworld stellte die Marke ihre 18-Karat-Legierung vor, in Gelbgold, Weißgold, Roségold. „Zwei Drittel davon haben wir in Roségold verkauft.“ Bei Bulgari liegt das Verhältnis von Gelb- zu Roségold nun bei eins zu sieben.

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