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Instagram-Star Humza Deas : Hoch hinaus

New York als Kulisse: „Vor ein paar Jahren war es noch einfacher für mich, auf die Dächer zu kommen.“ Bild: Humza Deas

Ein Junge aus Brooklyn fing mit 17 an, sich auf die Hochhäuser New Yorks zu schleichen, um spektakuläre Fotos für Instagram zu schließen. Heute hat er Hunderttausende Fans, stellt in Galerien aus – und steht als Model auf der anderen Seite der Kamera.

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          Es ist nicht besonders schwierig, in New York einen Terroralarm auszulösen. Vor allem, wenn man seine Freizeit damit verbringt, sich nachts auf die Dächer von Hochhäusern zu schleichen. Wer glaubt einem schon, dass man nur ein paar Fotos für Instagram schießen will?

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Als Humza Deas vor ein paar Jahren ein Foto auf dem Dach eines 53 Stockwerke hohen Hauses an der Seventh Avenue machen wollte, erschien plötzlich der Hausmeister und rief die Polizei. „Bist du ein Terrorist“, fragte er Deas. „Ein Terrorist? Ich bin doch noch ein Kind“, antwortete Deas und erzählte dem Mann von einem Test, den er am nächsten Tag in der Schule schreiben müsse. „Ich war mir sicher, dass er auch Kinder hatte.“ Tatsächlich bekam der Hausmeister Mitleid. Als die Polizei kam, erstattete er keine Anzeige.

          EXPLORER.

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          Humza Deas ist erst 20 Jahre alt, aber schon heute schwärmt er von den guten alten Zeiten: „Vor ein paar Jahren war es noch einfacher für mich, auf die Dächer zu kommen. Als Kind wirst du nicht so beachtet.“ Dazu kommt, dass seine private Leidenschaft mittlerweile zu einem globalen Trend geworden ist: Roofers nennen sich Fotografen, die in Großstädten auf der ganzen Welt auf Dächern unterwegs sind, und ihre technisch und künstlerisch oft hochwertigen Fotos über soziale Netzwerke mit anderen teilen. Deas ist ein Star dieser Szene: Er hat 213.000 Follower auf Instagram, viele seiner Bilder stellt er nur noch in Galerien aus oder verkauft sie für 250 Dollar über seine Website.

          Foto von Humza Deas: „Ich will Bilder machen, die es so vorher noch nie gab.“ Bilderstrecke

          Aufgewachsen ist er mit vier Geschwistern in Brooklyn, seine erste Leidenschaft war das Skateboarden. „Als Skateboarder siehst du die Stadt mit anderen Augen“, sagt er. „Man sieht eine Treppe und denkt sich: Da runter zu springen, das wäre ein cooler Shot.“ Spektakuläre Fotos sind eine harte Währung unter Skateboardern. Die besten Bilder landen auf den Titelbildern von Magazinen, bringen Ruhm und Sponsorengelder. Mittlerweile sind die Magazine nicht mehr so wichtig. Jetzt geht es vor allem darum, wie viel Likes man in sozialen Netzwerken sammelt.

          Es war auch das Internet, das aus dem jungen Skateboarder einen Roofer machte: Vor mehr als drei Jahren sah Deas online ein Video, in dem zwei Russen auf ein Hochhaus in Schanghai kletterten. „Ich habe das Video immer wieder angehalten und mir gedacht: Warum haben sie in dem Moment kein Foto gemacht? Und der nächste Gedanke war: Ich könnte genau solche Bilder hier in New York machen.“

          „Outlaws“, die im Untergrund aktiv sind

          Zwei Tage später brach er mit ein paar Freunden vor Sonnenaufgang zur Williamsburg Bridge auf, kletterte als einziger die knapp 100 Meter hohe Brücke zwischen Brooklyn und Manhattan hoch – und schoss seine ersten Bilder als Roofer. Er machte weiter mit der Queensboro Bridge, der Hell Gate Bridge, der Manhattan Bridge und ersten Hochhäusern. „Es war wie Skateboarden, die Jagd nach dem besten Bild, nur ohne das ständige Stürzen.“ Auf Instagram kamen seine Bilder gut an, rund 100 Follower kamen jeden Tag dazu. Als die ersten Medien berichteten, ging es in Tausender-Schritten weiter.

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