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Schauspielerin Gemma Chan : Rolle vorwärts

Ihr Weg: Gemma Chan ist Juristin und entschied sich spät für die Schauspielerei. Jetzt ist die Modemarke Max Mara auf sie aufmerksam geworden. Bild: Max Mara

Die britische Schauspielerin Gemma Chan ist gerade dabei, Hollywood zu erobern. Dabei helfen könnten ihr der Wandel in der Filmbranche – und die Mode.

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          An diesem milden Februartag ist die Welt noch in Ordnung. Die Sonne scheint, die Tauben auf dem Mailänder Domplatz flattern über die Menschen hinweg, die in Grüppchen vor der imposanten Kathedrale stehen und ihre Selfies machen. Keiner ahnt, dass ein paar Tage später an diesem Ort Totenstille herrschen und die Corona-Epidemie ganz Italien lähmen wird. Auch Gemma Chan nicht, sie sitzt in einer Suite in einem Luxushotel nicht weit vom Domplatz und lächelt. Die britische Schauspielerin ist bei der Mailänder Modewoche ein Ehrengast von Max Mara. An diesem Morgen saß sie bei der Schau in der ersten Reihe, und man hätte sie gut und gerne für ein Model halten können.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das ist einer der Gründe, warum Max Mara auf sie aufmerksam wurde. Mit ihren ebenmäßigen Gesichtszügen, den hohen Wangenknochen und dem porzellanhaften Teint wirkt sie nahezu perfekt, aber nicht wie jemand, der stundenlang beim Stylisten gesessen hat und darum bemüht ist, schön auszusehen. Sie hat eine natürliche Eleganz und ist ausgesucht höflich. Zur Begrüßung reicht sie die Hand. Wie es sich gehört, beginnt sie erst einmal von Max Mara zu schwärmen. „Es war eine phantastische Schau. Es gab so viele Teile, die ich gerne tragen würde, besonders die Mäntel, die gut zu dem Wetter in London passen würden.“

          Stil, Eleganz und Modernität

          Für Max Mara ist sie aber mehr als ein hübsches Gesicht in der Front Row. In diesem Jahr ist sie die Preisträgerin des „Women In Film Max Mara Face of the Future Award“. Ein langer Name für einen Preis, der, kurz gesagt, Frauen fördert, die in der Filmbranche dabei sind durchzustarten. Das ist bei Gemma Chan zweifellos der Fall. Die Britin schickt sich an, Hollywood zu erobern.

          Es liegt einerseits nicht unbedingt nahe, dass eine italienische Marke Schauspielerinnen ehrt, die vornehmlich in Hollywood arbeiten. Andererseits sind Mode und Film seit jeher so eng miteinander verwoben wie der Stoff, aus dem die berühmten Kamelhaar-Mäntel von Max Mara sind. Filme profitierten von der Mode, weil manch ein Werk erst mit den Kostümen Kultstatus bekam. Andersherum gibt es für die Mode keine bessere Werbung als den roten Teppich, auf dem die Schauspielerinnen bei Premieren oder Preisverleihungen ihre Kleider präsentieren. Max Mara hat mehrere erfolgreiche Kampagnen mit Hollywood-Stars wie Jennifer Garner und Amy Adams gestartet. Seit 2006 verleiht die Marke, die ihren Sitz im norditalienischen Reggio Emilia hat und eines der erfolgreichsten Familienunternehmen in der Modewelt ist, bei der Gala „Women in Film“ in Hollywood diesen Preis.

          Initiatorin des Preises: Nicola Gerber Maramotti
          Initiatorin des Preises: Nicola Gerber Maramotti : Bild: Max Mara

          Und warum Gemma Chan? Sie stehe für Werte, die auch Max Mara ausmachten: Stil, Eleganz und Modernität, sagt Nicola Gerber Maramotti, Vertriebs-Chefin von Max Mara und mit dem Sohn des Firmengründers verheiratet. „Sie hat eine mühelose Eleganz, die hat man, oder man hat sie nicht“, ergänzt sie im Gespräch am Telefon. Aber gutes Aussehen alleine reicht nicht, um als Preisträgerin in Frage zu kommen. Sie müssten auch an einem Wendepunkt in ihrer Karriere stehen, sagt Gerber Maramotti. Bei Gemma Chan sei zudem die Energie ausschlaggebend gewesen, mit der sie sich ihren Lebenstraum erfüllte und Schauspielerin wurde.

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