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Andreas Steiner aus Kastelruth in Südtirol, der 2018 die Marke Rier gegründet hat, ist einer der spannendsten jungen Designer in Paris. Bild: Markus Pritzi

Andreas Steiner im Interview : „Heimat gibt mir Halt“

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Er studierte in Mailand und London, arbeitete bei Miuccia Prada und gründete sein eigenes Modelabel „Rier“: Andreas Steiner über das Hinterfragen von Mode, das Savoir-faire und Verlorenes, das wieder kommt.

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          Andreas Steiner, was haben Sie in der Mode gelernt?

          Der Austausch im Studium zwischen Mailand und London war prägend. Die Herangehensweise an Kreativität im Verhältnis zum Produkt und dem Resultat war sehr unterschiedlich. Als ich begann, beide Seiten zusammenzuführen, also Schneiderkunst und kreative Freiheit, hatte ich meine Formel gefunden. Eine prägende Erfahrung war sicherlich die Arbeit bei Miuccia Prada für insgesamt sieben Jahre in der Männermode. Da habe ich viel gelernt über den organisatorischen Ablauf im Designstudio und über Stoffe.

          Was zeichnet den Beruf aus?

          Es ist ein ständiger Austausch zwischen Funktionalität, Kreativität, Kommunikation, Marketing, Produktion, Presse, Materialeinkauf, Logistik, Events, also ein sehr abwechslungsreicher Beruf und deshalb auch so spannend – es geht immer weiter.

          Der Modemacher ist ein Meister der einfachen Linien, klaren Schnitte und nachhaltigen Stoffe. Trachten machen diese Marke zukunftsfest.
          Der Modemacher ist ein Meister der einfachen Linien, klaren Schnitte und nachhaltigen Stoffe. Trachten machen diese Marke zukunftsfest. : Bild: Markus Pritzi

          Warum haben Sie Rier gegründet?

          Wegen meiner Leidenschaft für das Handwerk, die natürlichen Materialien, die Reinterpretation alten Wissens, das Savoir-faire. Sowie dafür, den Status quo von Mode, Gesellschaft und Bekleidung dauernd zu hinterfragen. Rier ist 2017 während einer Reise entstanden, als ich in Österreich, Südtirol und Norditalien in den Alpen unterwegs war und viele Handwerker, kleine Familienbetriebe und Stoffproduzenten kennenlernte. Es war mir schnell klar, dass ich daraus was machen möchte, indem ich das Know-how beibehalte, aber die Ästhetik weiterentwickle und in einen zeitgenössischen Kontext setze.

          Wie wichtig ist Ihnen Heimat?

          Heimat ist für mich ein schönes Gefühl, das mir Halt gibt. Dass ich dazu auch Südtirol zählen kann, ist natürlich ein Glücksfall.

          Wohin bewegt sich die Mode? 

          Lokale Produktionen, gewissenhafte Bekleidung, gute Qualität sowie natürliche Materialien werden immer wichtiger werden. Vieles, was in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen ist in Europa, wird wieder zurückkommen in einer neuen Ästhetik.

          Was ist Authentizität für Sie?

          Authentizität ist für mich an Fakten geheftet, an Gesten oder an das Unbewusste.

          Was tragen Sie selbst am liebsten?

          Ich trage nun immer Rier, da ich somit auch gleich die Qualität und Praktikabilität teste. Mein Lieblingsoutfit im Moment sind die neuen Fleecejacken und Pullover in 100 Prozent Wolle und zehn verschiedenen Farben, hergestellt in Österreich.

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