https://www.faz.net/-hrx-97njh

Luxus-Designer : Riccardo Tisci geht zu Burberry

Freund der Stars: Riccardo Tisci mit Supermodel Naomi Campbell bei der MET-Gala 2014. Bild: AP

Riccardo Tisci hat Givenchy zurück ins Gespräch gebracht. Nun erhofft sich eine weitere Marke von seinem Erfolg zu profitieren.

          Das Designerkarussell bei den Modemarken dreht sich so schnell, dass man kaum erkennt, wer noch im Spiel ist – und wer nicht mehr. Für den leeren Sitz bei Burberry immerhin, wo Christopher Bailey vergangene Woche seine letzte Kollektion präsentiert hat, gibt es nun Ersatz: Riccardo Tisci, der Givenchy in die sozialen Medien und zurück ins Gespräch gebracht hat, wird am 12. März in London seinen Dienst antreten.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Dass es nicht nur um ein Kinderspiel geht bei der größten britischen Luxusmarke, zeigte die Reaktion an der Börse: Die Burberry-Aktie, die in den vergangenen Monaten unter Druck war, stieg am Donnerstagmorgen sogleich um mehr als fünf Prozent. Riccardo Tisci, der 1974 geboren wurde und mit acht älteren Schwestern in Cermenate in der Lombardei aufwuchs, ging mit 17 Jahren nach London, wo er 1999 sein Modestudium am Central Saint Martins College abschloss. Nach mehreren Designjobs und Gründung seiner eigenen Marke begann er 2005 als Kreativdirektor bei Givenchy und blieb bis zum vergangenen Jahr – nachgefolgt von Clare Waight Keller, die am Sonntag ihre zweite Givenchy-Kollektion vorstellen wird.

          Bei der Pariser Marke, bei der vorher die Designer John Galliano, Alexander McQueen und Julien Macdonald den heute 91 Jahre alten Gründer Hubert de Givenchy in seinem wohlverdienten Ruhestand in Verzweiflung gestürzt hatten, setzte Tisci auf rockige Sexyness – und nicht auf mädchenhaften Charme, wie ihn einst Audrey Hepburn verkörpert hatte. Sein Erfolg speiste sich vor allem aus seiner Social-Media-Präsenz (mit 2,2 Millionen Instagram-Followern), seiner guten Beziehung zu Stars wie Madonna, Beyoncé und Kim Kardashian, der er das Hochzeitskleid schneiderte, und der Vermarktungsmaschinerie des Konzerns LVMH, zu dem Givenchy gehört.

          „Fashion in an Age of Technology“ war das Motto der MET-Kostümgala 2016, Tisci begleitete Madonna. Bilderstrecke

          Bei Burberry, wo Bailey den Umsatz auf 3,8 Milliarden Euro schraubte, wird Tisci auf eine wichtige Figur seiner frühen Givenchy-Zeit treffen: CEO ist dort seit einem Jahr Marco Gobbetti, der die etwas ratlos gewordene Marke mit weitgehend verpufftem See-now-buy-now-Konzept wieder auf Kurs bringen soll. Gobbetti war Tiscis Chef in seinen frühen Givenchy-Jahren – die Zusammenarbeit war so fruchtbar, dass der Erfolg nun offenbar wiederholt werden soll. Gobbetti teilte mit, nun seien vor allem Tiscis Fähigkeiten gefragt, straßentaugliche und bessere Mode zu verbinden. Tisci dankte auf Instagram für die „unglaubliche Chance“, die Burberry ihm biete.

          Weitere Themen

          Hoffen, dass der Hype nachlässt

          Hobby-Imker : Hoffen, dass der Hype nachlässt

          Überall wird über den Rückgang von Insektenarten geredet – auch deswegen entdecken idealistische Stadtbewohner ihre Leidenschaft für die Imkerei. Dem Wildbienenbestand helfen die Neu-Imker aber nicht.

          Syrischer Flüchtling kehrt heim Video-Seite öffnen

          Von Berlin in den Krieg : Syrischer Flüchtling kehrt heim

          2015 kam Mohammed al-Naimi über die Balkanroute nach Deutschland, der junge Syrer baute sich in Deutschland ein neues Leben auf. Doch der Krieg in seiner Heimat ließ ihn nicht los, gegen der Rat seiner Familie kehrte er zurück und schloss sich einer ehemals von Amerika unterstützten Widerstandsgruppe an.

          Nur ein Wort

          „Spiel des Jahres“ 2019 : Nur ein Wort

          Dieses Jahr sticht eine Spielform ganz klar hervor: Die kommunikativen Spiele setzen sich bei dem Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ durch – der Titel geht an „Just one“.

          Topmeldungen

          Ein Rechenzentrum

          Digitales Deutschland : Kein Techno-Nationalismus

          Macht sich Deutschland gerade zu sehr abhängig von ausländischen Internetunternehmen? Die Sorge in der Wirtschaft wächst – sie sollte nicht leichtfertig abgetan werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.