https://www.faz.net/-hrx-7v1dr

Pharrell Williams im Gespräch : Der neue Mann

„A) Niemand war der Mastermind. B) Ein Moment ist wie ein Film. Jeder hat seine Rolle darin zu finden. Mehr musste ich nicht tun. Deswegen war ich glücklich, dass ich Teil davon sein durfte. Darum geht es doch bei einem Konzert: gemeinsam eine Sache zu machen. Deswegen meine ich es sehr ernst: I was happy to be part of it.“

„Ich trage und mache Schmuck mit holistischem Gehalt“
„Ich trage und mache Schmuck mit holistischem Gehalt“ : Bild: Pilar, Daniel

Verstanden. Die sanfte Stimme, die vielen Pausen, das geduldige Suchen, das war jetzt alles weg. Probieren wir es also wieder übers Design. Er hat schon mit Moncler, Louis Vuitton, G-Star zusammengearbeitet, er macht Parfums, Taschen, Hosen. Und nun arbeitet er auch für Adidas.

„Toll ist bei Adidas, dass sie mir die Plattform geben, mich auszudrücken, dass ich die Sachen weiterdrehen kann, dass ich immer wieder eintauchen darf. Ich will nicht esoterisch klingen. Aber aus dem, was fehlt - daraus entstehen die besten Sachen. Es ist doch interessant, wenn etwas noch gar nicht existiert. Da fragt man sich doch, wie es aussehen könnte, welche Farben es haben könnte, was es an Reaktionen hervorrufen könnte, wie es helfen kann.“

Es geht hier also nicht um Design, Verfeinerung, Luxus. Es geht um die Schöpfung ohne alle Voraussetzung, creatio ex nihilo, Gottgleichheit sozusagen.

„Und wenn es auch nur eine Kombination aus bestehenden Teilen ist. Manchmal holt man auch Sachen aus der Vergessenheit wieder hervor. Etwas, für das es noch gar keinen Namen gibt. Aber es ist cool, und man will es.“

Er redet wieder ruhiger, aspiriert das „t“ in „to me“, zieht das Wort „because“ in die Länge. Also anderes Männerthema: Statussymbole. Autos, Uhren, Anzüge und so.

„Ich denke nicht daran, dass ein Auto ein Statussymbol sein könnte. Vor zehn Jahren habe ich vielleicht noch so gedacht. Aber heute geht es um höhere Bedürfnisse, den künstlerischen Wert, die menschliche Seite. Das, was wir sind, auf eine andere Ebene zu heben. In den Fünfzigern wurden Autos auch über die Werbung zu Statussymbolen. Aber beim Auto geht’s um den Transport. Ich erzähle hier nicht, dass ich mich an einem Rolls-Royce oder Ferrari nicht erfreue. Aber ich finde sie nicht klasse, weil sie ein Statussymbol sind. Ich weiß, was unter der Kühlerhaube ist. Und klar: Man könnte auch meine Uhr von Audemar’s Piguet als Statussymbol sehen. Aber ist sie wirklich teuer, oder bezahlt man für Richard Milles geniale Art, die Zeit in der dritten Dimension darzustellen? Man sieht das Handwerk. Und: Richard Mille, der Alchemist, kann aus nichts Zeit machen. Dieser Mann gibt einem eine Idee, geht fort, und die Idee funktioniert. Es ist kein Statussymbol, wenn man weiß, was es ist, denn man bezahlt ja für ein Genie, das sich daran abgearbeitet hat. Es ist nur dann ein Statussymbol, wenn man nicht weiß, was es ist.“

Was könnte noch kommen für ihn? Mit der Nasa zusammenarbeiten? Warum nicht eine Männer-Accessoire-Linie für Chanel? Könnte er doch Lagerfeld mal vorschlagen!

„Wow! Das wäre ein interessantes Konzept! Und mit der Nasa, da habe ich ja schon die Buzz-Aldrin-Connection.“

Oder wie wär’s mit einer Rakete? Vielleicht bestickt?

„Oh, Mann! Da gab’s doch diesen Deutschen, Wernher von Braun, der war besser darin, Raketen zu bauen. Da bin ich mir sicher. Da bin ich mir sehr sicher.“

Weitere Themen

Die Meiers

Chefdesigner von Jil Sander : Die Meiers

Lucie und Luke Meier sind ein Ehepaar, und sie sind die Chefdesigner von Jil Sander. Gemeinsam haben sie das Haus wieder auf Kurs gebracht – auch, weil das Berufliche für sie privat ist.

Topmeldungen

Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer Veranstaltung im August 2020 in Ahlen

Allensbach-Umfrage : Die SPD kann nicht von Scholz profitieren

Nur eine Minderheit glaubt, dass der Kanzlerkandidat der SPD die Unterstützung seiner Partei hat. Und das ist noch nicht das größte Problem der Sozialdemokraten, wie eine neue Umfrage zeigt.

Spenden nach Ginsburgs Tod : Die Angst, die großzügig macht

Kaum war Ruth Bader Ginsburg tot, flossen demokratischen Wahlkämpfern Spenden in Millionenhöhe zu – mehr denn je. Fällt Trumps Supreme-Court-Plan den Republikanern auf die Füße?

Corona-Pandemie : Trump vor UN: China zur Rechenschaft ziehen

Amerikas Präsident wirft Peking zum Auftakt der UN-Generaldebatte vor, die Welt über das Coronavirus getäuscht zu haben. Chinas Staatschef weist das zurück und verlangt Mäßigung, während Putin den russischen Impfstoff bewirbt.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.