https://www.faz.net/-hrx-7v1dr

Pharrell Williams im Gespräch : Der neue Mann

Wie? Die Zuschauer haben den Hut also selbst konstruiert? Seine Mode: nur Rezeptionsästhetik, kein Narzissmus? Dazu sagt er verrätselt: „Ich wünschte, es wäre cool, aber es ist keine große Sache.“ Fragen wir anders. Wie war das mit dem Bling-Bling-Stil der Hip-Hopper? Pharrell begann mit Musik Anfang der Neunziger auf der High School. Damals kam der Bling auf, der dicke Schmuck, demonstrativer Luxuskonsum. War er dabei?

„Wir waren zuerst dagegen. Lustig, oder? Aber dann haben wir auch damit angefangen. Ich habe meinen eigenen Schmuck gemacht, seitdem ich 21 Jahre alt war. Der war wirklich schlimm. Ich glaube, meine Mutter bewahrt den noch auf. Die erste Kette, die ich gemacht habe, war von ,Star Trek’ inspiriert. Ziemlich schrecklich. Das müssen wir übrigens in mein nächstes Buch aufnehmen.“

Jetzt erschrickt er selbst und schaut zu seinem Manager. Der findet es okay, dass er die Sache mit dem neuen Buch hier ausplaudert: „It’s fine!“ In seinem ersten Buch, „Places and Spaces I’ve Been“, ging es um die Helden seiner Jugend, auch Mondfahrer Buzz Aldrin. War er schon immer sein Held? Hat er daher seinen Sohn Rocket genannt?

„Buzz Aldrin ist nicht mein Held, sondern ein Held der Menschheit. Und unseren Sohn haben wir aus 1.000 Gründen Rocket genannt. Weil es so faszinierend ist, wie eine von Menschenhand gemachte Maschine ins All fliegt.“

Seit drei Wochen ist auch der monochrom rote Stan-Smith-Sneaker in den Geschäften. Weitere Produkte der „long-term partnership“ sollen in den nächsten Monaten folgen
Seit drei Wochen ist auch der monochrom rote Stan-Smith-Sneaker in den Geschäften. Weitere Produkte der „long-term partnership“ sollen in den nächsten Monaten folgen : Bild: Foto Hersteller

Kleiner Einschub: Wie erzieht er seinen Sohn?

„Ich bin zärtlich und streng. Wir erklären ihm viel. Er versteht schon früh, er ist jetzt fünf, was Sache ist, weil wir wollen, dass er es versteht. Ich möchte, dass er die Welt so sieht, wie sie ist. Und was sie sein könnte.“

Nochmal zum Stil. All dieser Schmuck, diese Chanel-Kette, steht das für den großen Trend zur Unisex-Kultur?

„Ich trage und mache Schmuck mit holistischem Gehalt. Jade ist bekannt für die heilende Wirkung. Gold ist der beste elektrische Leiter. Smaragd hat auch einen heilenden Effekt. Ich trage auch Süßwasserperlen. Alles sollte nicht nur einen ästhetischen Wert haben, sondern auch einen kinästhetischen, als künstlerischen Gegensatz zu dem, was man sieht. Deshalb hat es Sinn. Unisex? Ich weiß nicht. In Indien tragen Männer Ketten, in Afrika auch.“

Vielleicht ist der Unisex-Trend, jetzt mal akademischer, auf die Globalisierung zurückzuführen, die transkulturelle Relativierung von Kleiderordnungen?

„Die Globalisierung der Liebe ist eine schöne Sache. Unisex und Globalisierung - das klingt negativ. Dieses Wort Globalisierung hat für mich einen finsteren Klang. Sagen wir es so: Es ist toll, Menschen zusammenzubringen.“

So wie seine Musik, sein Lied „Happy“, das in unzähligen Varianten überall auf der Welt betanzt wurde?

„Musik bringt die Menschen zusammen. Musik ist, wenn ein Raum voller Leute ist, alle berühren sich, aber keiner kommt dem anderen in die Quere. Musik ist eine unglaubliche Kraft. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich damit experimentieren kann.“

So wie beim Konzert am Grammy-Abend, als er mit Daft Punk, Nile Rodgers, Stevie Wonder auf der Bühne war?

„Und wieder: Musik. Ich bin glücklich, dass ich daran teilnehmen durfte.“

Klingt das nicht allzu demütig? Er war doch der Mastermind hinter diesem legendären Konzert, er hat doch alle zusammengeführt. Da wird er plötzlich entschieden:

Weitere Themen

Rappen ohne Protzen

Hip-Hop aus Offenbach : Rappen ohne Protzen

Als Nepumuk zeigt Nelson M. Brandt, dass Hip-Hop sehr gut ohne den Klamauk drumherum auskommen kann. Statt auf Gangsta-Rap setzt der Musiker auf Soul, Funk und Jazz.

Die Meiers

Chefdesigner von Jil Sander : Die Meiers

Lucie und Luke Meier sind ein Ehepaar, und sie sind die Chefdesigner von Jil Sander. Gemeinsam haben sie das Haus wieder auf Kurs gebracht – auch, weil das Berufliche für sie privat ist.

Topmeldungen

Rupert Stadler sitzt in München im Gerichtssaal.

Früherer Audi-Chef : Mit der S-Klasse zum Gericht

Rupert Stadler hat eine neue Rolle: Er muss sich im Diesel-Prozess verantworten. Früher, in seiner Rolle als Vorstandschef der prestigeträchtigen VW-Marke Audi, fand er mehr Gefallen an öffentlichen Auftritten.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.