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Pariser Mode : Vier Frauen der Woche

Demokratie als Erfolgsrezept: Delphine Arnault Bild: Saskia Lawaks

Sie beschäftigen sich mit Mode für die Jüngsten, Preisen für Talente, Schmuck für Konsumkritiker und Karl Lagerfeld in allen Gassen – vier Frauen, die die Pariser Modewoche zu dem machen, was sie ist.

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          Die Unternehmerin: Sie ist die Tochter von Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH, zu dem Marken wie Dior, Louis Vuitton, Marc Jacobs, Fendi, Céline gehören. Und dennoch sitzt Delphine Arnault am Mittwoch in der LVMH-Zentrale an der Avenue Montaigne und spricht über junge Designer. Vergangenes Jahr hat Arnault den „LVMH Young Fashion Designer Prize“ gegründet, jetzt geht er mit 26 neuen Talenten in die zweite Runde. „Wir hatten knapp 1000 Bewerber, jeder konnte sich anmelden, über das Internet.“ Ausgerechnet Arnault, die selbst im Luxuskonzern bei Louis Vuitton tätig ist, glaubt also an ein demokratisches Konzept als Erfolgsrezept. Samstags kann man sie übrigens oft in den Boutiquen antreffen. Sie schaut dann, was funktioniert - und was nicht. „Teil meines Jobs“, meint sie. „Das ist doch ein toller Job.“

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Designerin: Margherita Maccapani Missoni Amos kümmerte sich im familieneigenen Unternehmen mit dem Zickzackmuster zuletzt um Accessoires. Aber weil sie jetzt nicht nur Modefrau, sondern auch Mutter ist - und mit dem zweiten Kind schwanger -, kam sie auf diese Idee mit dem Kinderlabel namens Margherita, erhältlich im Onlineshop Yoox.com. „Viele Kleider für Kinder sind von Menschen gemacht, die selbst keine haben. Dann kann man weder den Arm einfach durchstecken noch das Stück in die Waschmaschine werfen“, erzählt sie am Freitag in der Wohnung der Schwägerin bei der Präsentation ihrer ersten Kollektion - eine Art baby shower für Modeleute mit Margeriten-Keksen, Zitronenlimonade und bunten Kinderkleidchen. Nur dass die werdende Mutter hier arbeitet.

          Kimy Gringoire
          Kimy Gringoire : Bild: Jennifer Wiebking

          Die Schmuckdesignerin: Die tätowierten Unendlichkeitssymbole an den Armen von Kimy Gringoire stehen für eine Modegeschichte. 2008 trifft die Belgierin mit koreanischen Wurzeln auf Ibiza einen Tätowierer und Juwelier. Tattoos sagen ihr schon zu, der Schmuck nun auch. Zurück in Belgien, fängt sie daraufhin an, Schmuckdesign zu studieren, und gründet ein Label, Kim Mee Hye, das wie abgestimmt zu sein scheint auf den zurückhaltenden Konsum in Krisenzeiten. Nicht dass diese Stücke günstig sind, im Gegenteil, aber sie sind flexibel genug, um die Diamanten bei Bedarf einfach nach innen zu stülpen. „Es geht um das Spiel aus dem, was man zeigt und was nur für einen selbst ist“, erklärt Gringoire. Das gilt auch für den Armreif, den sie heute trägt. Sie nimmt ihn kurz vom Arm, klappt ihn zu, das Diamanten-Stück ist jetzt schlicht Gold. Dagegen sind ihre Tattoos für alle Welt sichtbar.

          Lagerfeld als „Karl Bill“
          Lagerfeld als „Karl Bill“ : Bild: Tiffany Cooper für Karl Lagerfeld

          Die Illustratorin: Zunächst traf die Illustratorin Tiffany Cooper den Humor von Karl Lagerfeld, jetzt bringt sie mit ihren Filmpostern auch andere zum Lachen. Erst vor sechs Monaten, im September, schickte sie Lagerfeld ein Paket mit Entwürfen, auf denen der Modemacher als Cartoon-Figur zu sehen ist. Der verstand den Witz sofort und bat sie um eine Sonderkollektion. „Ich sagte ja, ja und ja“, erzählt sie am Donnerstagabend im Shop von Lagerfelds eigener Marke am Boulevard Saint-Germain. Im Rücken stehen ihre Filmposter. In der Hauptrolle: natürlich Karl Lagerfeld. Die Film-Titel: „50 Shades of Karl“, „Gossip Karl“, „Karl Bond“, „Karl Alone“.

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