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Ausstellung „La Lune“ : Jemanden auf den Mond schießen

  • -Aktualisiert am

Nur der Mond war Zeuge: Auch William Dyce’ Gemälde „Francesca da Rimini“ von 1837 ist in der Ausstellung zu sehen. Bild: www.bridgemanimages.com

Der Mond faszinierte die Menschen schon lange, bevor die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin darauf landeten. Die Ausstellung „La Lune“ in Paris schaut sich das Phänomen genau an.

          „Jemanden auf den Mond schießen“: Diesen Worten wirklich Taten folgen zu lassen, das haben bis jetzt nur die Amerikaner hingekriegt. Am 21. Juli 1969 landete Apollo 11 mit den Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Erdtrabanten. Anlässlich des 50. Geburtstags dieses Großereignisses findet die Ausstellung „La Lune“ („Der Mond“) im Museum des Grand Palais in Paris statt. Der Untertitel „Von der realen Reise bis hin zu imaginären Reisen“ verrät bereits die weitläufige Aufmachung. In fünf Bereichen erwarten den Besucher Schwarz-Weiß-Bilder der Astronauten auf dem Mond zu Beginn der Ausstellung und Kunstwerke wichtiger Maler in den hinteren Sälen. Nachbildungen der Fernrohre Galileo Galileis stehen in der Rubrik „Der observierte Mond“. „Die junge Märtyrerin“ (1855) von Paul Delaroche gibt es bei den „Drei Gesichtern des Mondes“. Albrecht Dürers „Die Jungfrau auf der Mondsichel sitzend“ (1511) ist ein Sinnbild für die Abteilung „Der Mond ist eine Person“. So will man die lange Beziehung zwischen den Menschen und dem Himmelskörper beschreiben, seit der Antike und über Europa hinaus.

          Es geht los mit der Raumschiffkapsel aus Holz mit allerlei Kabeln und Schaltern im Innenraum; Raumanzügen aus Wax-Stoffen (Yinka Shonibare, 2000); einem Beton-Boden mit Stiefelabdruck wie auf der Mondoberfläche („The Second Step“, Mircea Cantor, 1977); der pinkfarbenen Fiberglas-Rakete von Sylvie Fleury („First Spaceship on Venus“, 2005-2019); und mehreren Video-Einspielungen, zum Beispiel von Fritz Langs „Die Frau im Mond“ (1929). Alles ist in schummriges Mondlicht getaucht: Instagram-affin! Die Ausstellung spielt mit den verschiedenen Lichtverhältnissen des Trabanten.

          Zusammengewürfelt wie die Mondoberfläche

          Nach gefriergetrockneter Portions-Weltraumkost steht man, wieder im Hellen, dem vom Mondlicht beschienenen „Schlafenden Endymion“ gegenüber, einmal von Anne Louis Girodet (1791) oder als Skulptur von Antonio Canova (1819). An berühmten Namen von A bis Z mangelt es nicht: Marc Chagall mit „Die blaue Landschaft“ (1949), Joan Miró mit „Au fond du coquillage“ (1948) und Auguste Rodins zauberhafte Personifizierung von „Erde und Mond“ in zarter Umarmung, aus dem Steinblock gehauen. Gruselig wird es bei Pierre Auguste Vafflard („Young und seine Tochter“, 1804), antik bei ägyptischen Götter-Mond-Statuen (siebtes bis neuntes Jahrhundert vor Christus), absurd bei Salvador Dalí („Die Perle“, 1981).

          Das sieht so zusammengewürfelt aus wie die Mondoberfläche – die Kuratoren Alexia Fabre und Philippe Malgouyres scheinen es beabsichtigt zu haben. Mondgefühle kommen da nicht immer auf, der Parcours hat wechselhaften Spannungsfaktor. Mondsüchtige werden aber im Museumsshop bedient, mit Tellern, Tassen, Schneekugeln, Mondbrocken, Schmuck, Miniaturraketen. Die Bücherauswahl ist enorm. Und im Katalog (256 Seiten, 250 Illustrationen, 45 Euro) stehen die Erklärungen, die in der Ausstellung fehlen.

          „La Lune“, Grand Palais, Paris, bis zum 22. Juli.

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