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New Angels

Von JOHANNA DÜRRHOLZ, Fotos CONRAD BAUER

16. Juni 2021 · Lange waren die No Angels weg. Jetzt sind sie wieder da, mit neuen Liedern und altem Spirit. Für uns treten sie in aktueller Mode auf.

An einem wolkenverhangenen Pfingstsonntag in Köln werden Mädchenträume wahr. Also zumindest Träume, die viele Mädchen im Jahr 2000 geträumt haben. Denn in einem Fotostudio im Stadtteil Ehrenfeld werden heute vier Frauen fotografiert, die zwar programmatisch vorgeben, keine Engel zu sein, für viele Fans aber noch viel mehr sind als geflügelte göttliche Boten: Popstars eben. Ihr Geist jedenfalls hat sich in den Seelen der Mädchen niedergelassen, und auch sie sprechen nun eine Sprache, die wie Musik in ihren Ohren klingt.

Von den No Angels sind nur noch vier da: Jessica, Nadja, Sandy, Lucy. Ein Engel ist in anderen Sphären – Vanessa ist nicht mehr dabei. Gecastet wurden sie teils noch als Teenager, heute sind sie Frauen. Nadja, die Jüngste, ist 39, Lucy, die Älteste, 45. Wie Popstars schauen sie immer noch aus, das verliert sich nicht, diese Aura hat man eben, oder man hat sie nicht. Sie waren die Band, zu deren Konzerten die Eltern mit ihren Töchtern gingen. Jetzt sind sie die Band, zu denen die Töchter selbst fahren.


„Ich will einfach nur meine Mädels sehen“
SANDY

Nach zehn Jahren sind sie das erste Mal wieder als Gruppe zusammengekommen, und dann gleich vor laufender Kamera: Frauke Ludowig, die Promiversteherin von RTL, hatte die No Angels eingeladen, um mit ihnen über ihre neue Version von „Daylight in Your Eyes“ zu sprechen, zwei Jahrzehnte nach Erscheinen. Vor der Aufzeichnung waren sich die vier nicht begegnet. Dann der große Moment. „Ich will einfach nur meine Mädels sehen“, ruft Sandy, als sie anmarschiert, und ihre Augen glitzern schon verdächtig. Vier Frauen fallen sich in die Arme wie Schwestern. Vier Frauen, die Teil der erfolgreichsten Frauenband Deutschlands, sogar Kontinentaleuropas waren: mehr als fünf Millionen verkaufte Tonträger, vier Nummer-eins-Singles, drei Nummer-eins-Alben.

Nadja: kurze Jeansjacke mit Fransen und Cut-outs von Ottolinger über So Last Season, Hüfthose mit leichtem Schlag von Blumarine (Vintage) über So Last Season, Sandaletten von Christian Louboutin;
Nadja: kurze Jeansjacke mit Fransen und Cut-outs von Ottolinger über So Last Season, Hüfthose mit leichtem Schlag von Blumarine (Vintage) über So Last Season, Sandaletten von Christian Louboutin;
Sandy: Mesh-Body von Bottega Veneta über Mytheresa, Minirock mit goldenen Pailletten von Paco Rabanne über Mytheresa, Sandaletten mit Schnürung von Gianvito Rossi;
Sandy: Mesh-Body von Bottega Veneta über Mytheresa, Minirock mit goldenen Pailletten von Paco Rabanne über Mytheresa, Sandaletten mit Schnürung von Gianvito Rossi;
Lucy: Metal-Mesh-Top mit Schmuckstein-Reißverschluss von Jill Stuart (Vintage), schwarze Anzughose von Versace, weiße Vinyl-Leder-Pumps von William Fan;
Lucy: Metal-Mesh-Top mit Schmuckstein-Reißverschluss von Jill Stuart (Vintage), schwarze Anzughose von Versace, weiße Vinyl-Leder-Pumps von William Fan;
Jessica: semitransparentes Slip-Dress in Pink mit Schmucksteinen von Dolce & Gabbana (Vintage) über So Last Season, Cowboy-Stiefel mit Fell- und Metallic-Finish von Free Lance über So Last Season, 3D-Druck-Kreolen von Roussey
Jessica: semitransparentes Slip-Dress in Pink mit Schmucksteinen von Dolce & Gabbana (Vintage) über So Last Season, Cowboy-Stiefel mit Fell- und Metallic-Finish von Free Lance über So Last Season, 3D-Druck-Kreolen von Roussey

So emotional ist das Treffen in Köln nicht, seit einer Woche sehen sie sich fast täglich. Dafür ist die Stimmung umso besser. Nadja und Jessica setzen sich direkt in die Maske, gut gelaunt. Sie erzählen vom Videodreh zu ihrer Neuauflage von „Still In Love With You“, schwärmen von ihren Tänzern. Wenn man nach Ereignissen von früher fragt, lachen sie und sagen: „Das musst du Lucy fragen!“ Sie ist so etwas wie das Gedächtnis der Gruppe.

Noch vor einem Jahr hätten sie alle nicht gedacht, dass sie noch mal zusammenkommen würden. „Es ist wie ein Geschenk“, sagt Lucy. Es begann mit einer WhatsAppGruppe der vier, „NoA“, in der sie hin und wieder schrieben. Eines Morgens bekamen sie eine Mail von BMG: Die Rechte zu ihrer Musik wurden gekauft. Fortan würde man die alten Songs endlich auch auf Spotify, Apple Music und anderen Streamingdiensten hören können. „Irgendwie haben wir alle gemerkt: Da ist noch was.“

Im Jahr 2000 hatte RTL2 ein Experiment gewagt, das gute Einschaltquoten versprach. Die Show hieß „Popstars“, in Australien war sie schon erfolgreich gelaufen. Viele junge Frauen sahen die Casting-Aufrufe im Fernsehen, mehr als 4500 gingen hin. Am Ende wurden 32 von ihnen zu einem mehrwöchigen Workshop mit Tanz- und Gesangsunterricht auf Mallorca eingeladen. Zum Schluss waren sie noch zu elft. Danach fuhren die Juroren, RTL2-Kameras im Gepäck, zu den fünf Gewinnerinnen nach Hause. Aus Sandy, Lucy, Vanessa, Nadja und Jessica wurden die No Angels. Die größte deutsche Girlgroup war geboren. Mit ihr brach das Zeitalter der Casting-Shows an.

Lucy

Lederjacke mit bunten Pelzeinsätzen sowie rot-schwarze Plateau-Booties von Versace, schwarzes Top mit Strapsenhalter von Dsquared2, semitransparente Hose in Rot-Schwarz von Acne Studios
Lederjacke mit bunten Pelzeinsätzen sowie rot-schwarze Plateau-Booties von Versace, schwarzes Top mit Strapsenhalter von Dsquared2, semitransparente Hose in Rot-Schwarz von Acne Studios
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Lucy ist Entertainerin durch und durch. Mit 18 Jahren ging die Bulgarin, die aus einer Künstlerfamilie kommt, nach Hamburg und studierte an der Musicalschule. „Zweieinhalb Jahre später war ich professionelle Tänzerin.“ Beim „Popstars“- Casting wirkte sie fast durchgehend selbstsicher. „Aus heutiger Sicht grenzt es an Arroganz.“ Doch Lucy hatte die neuseeländische Version der Show gesehen, wusste genau, was gesucht wurde - und dass sie perfekt in dieses Konzept passen würde. Sie liebt die Bühne und braucht sie bis heute. Nach der ersten Trennung der No Angels machte Lucy gleich solo weiter. „Es war wichtig für mich, mich einmal allein bestätigt zu fühlen. Zu merken, was ich allein schaffen kann.“ Sie wollte Songs schreiben, produzieren und selbst bestimmen, wie Gitarre und Bassläufe zu klingen haben. Lucy hat an vielen Showformaten teilgenommen, sie siegte beim von Stefan Raab ausgerichteten Pro-Sieben-Turmspringen, gewann mehrere Medaillen in dessen Kultsendung „Wok-WM“ und war auf alle Formate perfekt vorbereitet: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.“ Sie nahm an der RTL2-Show „Promi Big Brother“ teil und war 2012 Teil der „Popstars“-Jury. In den vergangenen Jahren hat sie auch in Bulgarien ihre Bekanntheit ausgebaut: Sie war in mehreren Casting-Shows in der Jury, tritt in einer Reihe von Live-Musik-Veranstaltungen zusammen mit dem Pleven Philharmonic Orchestra auf und singt Musical-Songs. Mit dem Sofia Philharmonic Orchestra gibt sie jedes Jahr Weihnachtskonzerte. „Das alles hat mir neues musikalisches Selbstbewusstsein gegeben.“ Lucy ist offen lesbisch und lebt in Bulgarien. Noch immer ist sie laut und fröhlich. „Ich fühle mich weniger gehemmt vor fremden Menschen. Wenn wir in unseren gewohnten Kreisen sind, kann es mal vorkommen, dass ich ruhiger bin.“

Die fünf jungen Frauen waren schon zu Stars geworden, bevor ihre Single überhaupt auf den Markt kam: Wochenlang hatte halb Deutschland vor dem Fernseher mitgefiebert, den Favoritinnen die Daumen gedrückt, mit ihnen im Workshop gelitten, sich von der Begeisterung anstecken lassen. Ihre Ängste geteilt, ihr Talent bewundert, sich von den Songs mitreißen lassen. Die Freundschaften gespürt, sich gewünscht, selbst dabei zu sein oder zumindest eine Freundin zu sein der jungen Frauen, die ja eigentlich waren wie du und ich, die vorher im Klamottenladen gearbeitet hatten oder im Reisebüro.

Und so fühlten sich viele Fans besonders verbunden mit den fünf Künstlerinnen. Irgendwie kannte man sie doch genau, wusste, bei welchem Song sie geweint hatten, dass ein bestimmter Tanzschritt nicht ihre Stärke war, dass sie vor dem ersten Casting mit ihrem Freund Schluss gemacht hatten. Und gleichzeitig waren diese Mädchen von nebenan über Nacht zu Popstars geworden, mit Bauchnabelpiercing und Lidschatten und Lippenstift.

Von der Wucht der Sendung ahnten die No Angels nicht viel. „Ich war zu dieser Zeit gar nicht besonders ehrgeizig“, erzählt Jessica. Sie war in der Ausbildung im Reisebüro und gerade erst in eine neue WG gezogen, als sie den Castingaufruf für Berlin im Fernsehen sah. „Schade, dass es nicht in Frankfurt ist“, dachte sie. Und dann: „Ach, ich wäre sowieso nicht hingegangen.“ Doch dann gab es eben auch ein Casting in Frankfurt. „Meine Mutter rief mich sofort an: ,Da gehst du ja wohl hin!'“ Klar, sie hatte immer viel gesungen, doch Jessica war erkältet, hatte nur drei Tage Vorbereitungszeit, und in ihrer neuen Wohnung fand sie nur eine CD: Whitney Houston. „Die Queen, ausgerechnet. Ich hab’s dann auch voll verkackt.“ Sie legt den Kopf schief. „Na ja, it’s history. Here I am.“ Ihre Version des Klassikers „Saving All My Love For You“ jedenfalls brachte sie in die nächste Runde.

Jessica

Langärmliges  Samtkleid mit Schnürungen und tiefem Beinausschnitt von  Ottolinger, Mule-Sandaletten von Charles Jourdan über So  Last Season
Langärmliges Samtkleid mit Schnürungen und tiefem Beinausschnitt von Ottolinger, Mule-Sandaletten von Charles Jourdan über So Last Season
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Jessica ist die Bodenständige. Sagen die anderen. „Das bin ich auch“, ruft Jessica. „Fullstop.“ Und schickt ein lautes Lachen hinterher, das an diesem Tag noch oft zu hören ist. Ihr Vater ist Deutscher mit amerikanischen Wurzeln, die Mutter Deutsche, und sie kommt aus der Wetterau. Als sie zum „Popstars“-Casting in Frankfurt ging, machte die Dreiundzwanzigjährige gerade eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. In der Sendung fiel sie dadurch auf, dass sie hart trainierte und gut tanzen konnte. „Jessica ist eine, die nie aufhört, an sich zu arbeiten“, sagte Tanztrainer Detlef D! Soost damals den Juroren auf Mallorca. 2002 wurde „Jess“ schwanger. Sie ging noch mit auf Tour, tanzte aber nicht mehr zu allen Songs mit. Offiziell ging sie in Babypause, kam dann aber aus der Pause nicht wieder und wollte sich zu Soloprojekten umorientieren. Inoffiziell hatte Jessica schon gewusst, dass sie erst einmal nicht zurückkehren würde. Das Management hatte es so beschlossen – die No Angels hätten sonst bald zwei Mütter in der Band gehabt, denn Nadja hatte ebenfalls eine kleine Tochter. „Ich bin gegangen worden“, sagt Jessica. Zwei Mütter seien zu risikoreich. „Heute würde das nicht mehr gehen, da würden alle Mütter auf die Barrikaden gehen.“ Damals war es so. „Wer richtig geguckt hat, hat ja gesehen, dass ich keine Pause gemacht habe. Ich habe mit dem Baby solo weitergemacht.“ 2009 gab Jessica die Trennung vom Vater ihrer Tochter bekannt. 2011 ging sie zum Radio und arbeitete dort als Moderatorin. Sie zog nach Sachsen und ist seither für MDR JUMP als Musikredakteurin tätig. Sie singt Jingles ein, hat eine eigene Rubrik namens „Hitversteher“, macht Interviews mit Künstlern, Konzertberichte, Musikplanung. „Meine Arbeit ist bodenständig, aber auch spannend. Aber es ist natürlich was anderes als die Zeit mit den Engeln.“

Sandy war 19 Jahre alt, sang „Bohemian Rhapsody“ und kam sofort eine Runde weiter. „Ich war total offen für das, was da kommen würde. Aber ich hatte keine wirkliche Vorstellung davon.“ Im Workshop war sie bei den Gesprächen mit den Juroren immer wieder verzweifelt und verunsichert, weinte bei jeder Entscheidung. „Ich kämpfe schon für das, was ich will. Trotzdem fand ich es immer wieder unglaublich, wenn ich weitergekommen bin.“


„Ich war bereit, alles dafür zu tun, auf die Bühne zu kommen.“
LUCY

Es ist berührend, die Castings 20 Jahre später anzuschauen, vor dem Hintergrund der späteren Geschichte. Junge Frauen, mit Träumen so groß wie die weite Welt des Showgeschäfts – und mit ebenso großen Ängsten. Manche hatten das wundersame Funkeln in den Augen, das man niemandem beibringen kann. Sandy, wenn sie fast trotzig in die Kamera sagte: „Ich hab‘ nicht vor, mein Leben lang Verkäuferin zu sein.“ Oder Nadja, die nach einem besonders anstrengenden Workshop-Tag am Klavier stand, in Jogginghose, und Mariah Careys „Hero“ sang. Die anderen Teilnehmerinnen fingen zu weinen an, weil Nadjas Stimme sie so berührte. Auch Lucy hatte diese Präsenz. Sie betrat jeden Raum, als wäre sie die Herrscherin. Ihre roten Locken standen wild ab, sie schaute intensiv in die Kamera, spielte mit den Zuschauern, als wüsste sie genau, was da auf sie zukommt. „Ich war schon immer sehr selbstbewusst“, sagt sie heute. „Ich war bereit, alles dafür zu tun, auf die Bühne zu kommen.“

Nadja

Minikleid mit abstraktem Animal-Print von Versace  (Vintage) über So Last Season, Medusa-Halskette von  Versace, Fransenstiefel von Christian Louboutin
Minikleid mit abstraktem Animal-Print von Versace (Vintage) über So Last Season, Medusa-Halskette von Versace, Fransenstiefel von Christian Louboutin
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Sie engagiert sich für die Enttabuisierung von Aids und HIV-Erkrankungen, und sie macht sich dafür stark, dass schwarze Künstlerinnen wahrgenommen werden. Auch so lässt Nadja Benaissa ihre Geschichte hinter sich, die wahrlich nicht einfach war. Als sie mit 18 Jahren zum „Popstars“-Casting in Frankfurt ging, war sie kein unbeschriebenes Blatt mehr. In ihrer Autobiographie kann man nachlesen, dass sie zwischenzeitlich auf der Straße gelebt hatte. Nach dem erfolgreichen Casting brach sie die Abendschule ab, die sie als Klassenbeste besuchte. Im Jahr 2009 machte die Staatsanwaltschaft Darmstadt öffentlich, dass sie HIV-positiv war. 2010 wurde sie zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, weil sie trotz der Erkrankung ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben soll. Diese schwierige Zeit hat Nadja hinter sich gelassen. Nach den No Angels zog sie sich zurück. „Als wir uns endgültig auflösten, war ich 28. Das war eine komische Zeit. Es war klar, dass ich eine Pause brauchte von der ganzen Öffentlichkeit und von der Musikwelt.“ Sie ging wieder zur Schule und holte das Abitur nach. „Es war schön, wieder zu lernen und andere Talente zu entdecken.“ Früher wollte sie Lehrerin werden, aber noch ein ganzes Studium war ihr zu lang. Sie machte eine Ausbildung zur Eventmanagerin, da konnte sie auch ihre Erfahrung aus der Welt der Popmusik einbringen. „Es war wirklich nicht klar, ob ich wieder singen würde. Ich wollte auch nicht mehr.“ Irgendwann kam sie wieder zur Musik, zufällig, wurde Mitglied eines Gospelchors. Als sie schließlich wieder auf der Bühne stand, überkam es sie. „Es war einfach so gewaltig. Die Stimmen, die Emotionen, die Spiritualität.“ Die Tränen liefen ihr auf der Bühne die Wangen herunter. „Stimmt! Da war ja was! Ich bin Sängerin. Das kann ich nicht amputieren.“ Vorher hatte sie sich nicht mehr ganz gefühlt.

Als die No Angels gecastet waren, zogen sie in ein Haus, in dem sie rund um die Uhr von Kameras begleitet wurden. Im Fernsehen konnte man verfolgen, wie sie zum ersten Mal Songs aufnahmen, wie sie für ihre ersten Auftritte trainierten, wie sie abends gemeinsam kochten und Quatsch machten. Wie sie morgens nicht aus dem Bett kamen, weil sie so erschöpft waren davon, jeden Tag von Termin zu Termin, von Training zu Training zu hetzen und erst spätabends heimzukommen.

Und dann „Daylight in Your Eyes“. Was für ein Titel, was für ein Song, was für ein furioses Debüt der fünf „Mädels“, wie sie von Castern, Juroren, RTL2-Redakteurinnen, Tanztrainern und Moderatorinnen genannt wurden. Vor allem das Video, das sich hauptsächlich auf den Star-Appeal der Sängerinnen fokussiert, war ein Coup. Mit ziemlich viel silbernem Lidschatten stellten sie je ein Element dar: Die rothaarige Lucy war Feuer, die blonde Sandy war Wasser und Eis, Vanessa war Erde, Nadja Luft, und Jessica wurde zu „Spirit“, dem fünften Element.

Fortan taten sich in deutschen Wohnzimmern Mädchen zusammen, tanzten und sangen den Song nach, steckten das Shirt in den BH, um so bauchfrei zu performen wie ihre Idole. Für jedes Mädchen war ein Vorbild dabei, egal, welche Haut- oder Haarfarbe es hatte, egal, ob es laut oder lustig oder sanft oder ruhig war. Tausende junge Frauen wollten sich eine Reihe von Glitzersteinen auf die Augenlider kleben wie Sandy im Video, denn Strasssteine kamen nun nicht mehr nur auf die Kleidung, sondern auch ins Gesicht und auf die Zähne. „Die blauen Strähnen und die blauen Kontaktlinsen waren meine Idee“, erzählt Sandy heute. Als ihr im Make-up ein einzelner Glitzerstein aufs Auge geklebt wurde, meinte sie: „Macht doch das ganze Lid! Das sieht doch cool aus!“ Am einfachsten zum Nachtanzen waren die Szenen, in denen die Engel verführerisch auf allen Vieren in die Kamera krochen und ihre Mähnen schüttelten, allen voran Nadja, deren Haare für das Video geglättet worden waren.

Sandy

Babyblauer Turtleneck  von Fendi, Ohrring von Acne Studios, zweifarbiger Lederrock  mit Falten von Y/Project
Babyblauer Turtleneck von Fendi, Ohrring von Acne Studios, zweifarbiger Lederrock mit Falten von Y/Project
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Sandy kommt aus einer großen Familie. Sie hat drei Brüder und ist als Kind oft umgezogen. Wie es war, in der Öffentlichkeit groß zu werden? Dazu sagt sie nur: „Ich musste schon viel früher erwachsen werden.“ Sandy war 19 Jahre alt, als sie zum „Popstars“-Casting ging, wo sie gleich mit ihrer hellen Stimme überzeugte. Vom Fernsehteam wurde sie bei der Arbeit in einem Klamottenladen überrascht. Eigentlich jobbte sie dort aber nur übergangsweise – sie wollte Hebamme werden und wartete auf einen Ausbildungsplatz. Popstar tat es aber natürlich auch. Gesungen hatte sie schon lange, und ihren ersten Plattenvertrag hatte sie sogar abgelehnt. Doch eine Girlgroup, das war genau ihr Format, als Teamplayerin. Schnell freundete sie sich mit den anderen Teilnehmerinnen an. Doch 2003 war erst einmal Schluss mit den Engeln. „Ich hätte mir gewünscht, dass das noch viel, viel länger gegangen wäre. Ich konnte auch noch.“ Doch sie wollte auch Rücksicht auf die anderen nehmen, „wir sind schließlich ein Team“. Sie nahm zwei Alben allein auf, ihre ersten beiden Singles landeten in den deutschen Top Ten. Sie bekam einen Sohn mit ihrem damaligen Manager, aber die Beziehung hielt nicht. Als sie zum zweiten Mal schwanger wurde, von ihrem jetzigen Partner, dem Musiker Nasri Tony Atweh, zog sie zu ihm nach Los Angeles, wo sie seit sechs Jahren lebt. Sie nahm nach der Geburt lange Schauspielunterricht und ist jedes Jahr für ein paar Monate in Deutschland, wo sie unter anderem als Musicaldarstellerin arbeitet. In Los Angeles hat sie einen Featurefilm gedreht und in der Corona-Krise eine Ausbildung zur Stillberaterin gemacht. Sie wird außerdem zur Doula ausgebildet, einer nicht-medizinischen Begleitung für Schwangere. „Das erdet mich und ist ein schöner Ausgleich zum Showgeschäft.“

Mit „Daylight in Your Eyes“ wurden die No Angels endgültig zu Stars. Innerhalb von 24 Stunden verkaufte sich die Single mehr als 500.000 Mal – und war damit eine der am schnellsten verkauften Singles in der deutschen Musikgeschichte. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Brasilien wurde der Song die Nummer eins, in anderen europäischen Ländern kam er in die Top 10 und selbst in den USA auf Platz 36. Da das Video für den amerikanischen Markt als zu freizügig galt (heute kaum mehr vorstellbar), wurde eigens in Toronto ein neues Video gedreht.

Das Album „Elle’ments“, das im März 2001 erschien, erreichte ebenfalls die Spitze der Charts. Aber so richtig verstanden die No Angels nicht, dass sie wirklich Popstars geworden waren. „An einem Tag kennt dich dein Freundeskreis. Am nächsten Tag kennt dich ganz Deutschland“, sagt Jessica. „Ich habe es bis heute nicht richtig realisiert“, meint Nadja. „Das ging sehr schnell“, sagt Sandy. „Aber natürlich war es auch immer irgendwo ein Kampf. Was bedeutet das schon, groß zu sein? Ich habe mir gewünscht, akzeptiert zu werden, und damit erfolgreich zu sein. Wir waren mit vielen Vorurteilen konfrontiert.“


„An einem Tag kennt dich dein Freundeskreis. Am nächsten Tag kennt dich ganz Deutschland“
JESSICA

Aus heutiger Sicht fällt es auf: Sie wurden nicht immer ernst genommen, als „Retortenband“, als ein Produkt aus gnadenlos vermarkteten jungen Frauen abgestempelt. „Man hat einfach gemerkt, dass die Leute mit dem klar kommunizierten Casting nicht klarkamen“, sagt Sandy. „Dabei sind ja viele Bands gecastet, das wird nur nicht transparent gemacht.“ Es war neu, dass RTL2-Formate die Popkultur prägten. Immerhin war es eine Zeit, in der in öffentlich-rechtlichen Talkshows fast ausschließlich Männer miteinander stritten, in der das Literarische Quartett unter Marcel Reich-Ranicki noch gute Sendezeiten hatte, in der der Vocalcoach der No Angels beim Fernsehinterview an seinem Schreibtisch Zigarillo rauchte. Harald Schmidt empfing die No Angels mehrmals in seiner Show auf Sat.1 – und hätte sie offensichtlich gern dabei ertappt, wie sie nicht ganz so klug reden.

Aber das war eben die Sache mit ihnen: Man konnte sie kaum blöd finden. Die No Angels waren eine Gruppe zum Schwärmen. Weil sie so nett und natürlich waren, offen, jung, unverstellt und talentiert. Mit fünf verschiedenen Haarfarben, fünf verschiedenen Stimmen, fünf verschiedenen Ansichten – Echtheit mal fünf. „Ich merk’s an mir selbst“, sagte Harald Schmidt in seinem ersten Interview mit der Gruppe. „Ihr werdet ein bisschen dagegen antreten müssen, dass man glaubt, ihr wärt unter Girlie-Gesichtspunkten zusammengenagelt worden.“ Vanessa lachte. Aber Lucy entgegnete ernst: „Das ist so. Das glauben viele.“

„Wir galten nicht als Künstlerinnen“, sagt Sandy. „Wir waren die Hupfdohlen, die auf der Bühne standen und gesagt bekamen, ob sie nach rechts oder nach links zu gehen haben.“ Tatsächlich setzte sich kaum ein seriöses Medium ernsthaft mit ihnen auseinander. In der Bravo standen sie jede Woche, in der Bild-Zeitung sowieso. Immer öfter ging es um ihr Privatleben. Die vielen Schlagzeilen, der unerwartete Erfolg, das hat sie überwältigt. „Viele Menschen haben sich damals mit uns identifiziert, haben uns auch als Freundinnen gesehen“, sagt Jessica. „Die haben natürlich einen ganz anderen Bezug zu uns gehabt als wir zu ihnen.“ Wenn ihr Fans um den Hals fallen wollten, wurde es Jessica schnell zu viel. „Ich konnte das überhaupt nicht einordnen, war wie versteinert.“ Sie ist froh, dass es damals keine sozialen Medien gab. „Das wäre too much gewesen.“

Vanessa

Foto: Picture-Alliance
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Sie ist die Einzige, die nicht mitmacht bei der Neuauflage der Band – deshalb war Vany, wie sie immer genannt wurde, auch bei unserem Shooting nicht dabei. (Das Bild stammt von einem Auftritt der No Angels am 18. August 2001 auf dem Ringfest in Köln.) Als sie mit 21 Jahren für die Band gecastet wurde, fiel sie gleich auf mit ihrer Stimme, die an die damals populäre Sängerin Anastacia erinnerte. „Sie verkauft sich immer unter Wert“, sagte ihre Mitbewohnerin damals im Vorstellungsvideo. Tatsächlich studierte Vanessa da schon Publizistik und arbeitete als Synchronsprecherin – ihr Vater war der bekannte Synchronsprecher Thomas Petruo. Den Druck der Casting-Show schien sie mit Sätzen wie „Mal sehen, ob ich weiterkomme“ oder „Es war heute ganz lustig“ beiseite zu drücken. Dabei ist sie besonders talentiert - und besonders ehrgeizig. Später schrieb sie viele Songs der Gruppe selbst, mit einem besonderen Gespür für den Zeitgeist. 2005 veröffentlichte sie ein Soloalbum, das gute Kritiken bekam. Darin verarbeitete sie ihr Leben als Popstar, das zum Schluss von Schlafstörungen und Depressionen überschattet war. „Ich musste zwei Stunden, nachdem mein Großvater gestorben war, auf die Bühne, tanzen und lächeln“, sagte sie dem „Stern“ im Jahr 2005. „Ich habe mich irgendwann selbst verloren. Ich wurde von meinem eigenen Traum verschluckt.“ Wegen körperlicher Erschöpfung mehrerer Mitglieder hatten sich die No Angels schließlich 2003 getrennt. Nach der musikalischen machte Vanessa Petruo akademische Karriere: Sie studierte Psychologie, arbeitete in Berlin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, forschte am Universitätsklinikum Dresden und wurde dort mit einer Arbeit über neurophysiologische Grundlagen kognitiver Flexibilitätsprozesse mit magna cum laude promoviert. Heute arbeitet sie als Postdoc an der University of California. Mit Nadja verstand sie sich immer besonders gut. „Sie wollte nicht mehr in die Band“, sagt Nadja. „Ich finde das stark. Es gibt viel, was einen verführen könnte, das zu machen. Dann zu sagen: Das tut mir vielleicht nicht gut - das ist Selbstfürsorge, dafür braucht es auch Mut.“

Die vielen Vorurteile und die sexistischen Stereotype waren schon genug. Vanessa schrieb einen Song darüber: „Something About Us“, im Jahr 2002. Reifer wirkten sie da, abgeklärter, sogar sarkastisch: „God, please help us, we are just five angels!“ Wieder ein Nummer-eins-Hit. „Für uns war dieses Statement total wichtig“, sagt Jessica. „Wir wollten zeigen: Wir wissen genau, was wir hier machen. Wir sind keine Dummchen.“

Tatsächlich haben die No Angels von Anfang an mehr mitbestimmt, als die Allgemeinheit vermutete. Die Veröffentlichung von „Daylight“ und „Something About Us“ als jeweils erste Single erstritten sie selbst, als Gruppe. Zu fünft hatten sie bei den Produzenten angerufen. „Wir waren total aufgeregt, wie hatten Schiss“, sagt Jessica. Lucy führte das Wort. „Ich wollte gern Leader der Gruppe sein“, sagt sie heute. „Und dann haben wir gesagt: Dann machen wir das eben nicht“, erzählt Jessica. Später, bei der Tanzprobe für ihr erstes Musikvideo, sagte Tanzcoach Detlef D! Soost: „Kommt mal alle her.“ Er zeigte ihnen die neue Single – und es ertönte „Daylight in Your Eyes“. Die No Angels flippten aus, lagen sich weinend in den Armen. Die Plattenfirma hatte auf sie gehört.

Auch bei „Something About Us“ waren Management und Plattenfirma unsicher. Popstars, die sich über die Medien beschweren? Doch man hörte auf die Künstlerinnen, die ein gutes Gespür hatten und selbst wussten, was die Fans wollten: authentische Gedanken junger Frauen. Der Song wurde ein Hit – und löste eine Kontroverse aus.

Die No Angels waren kein One-Hit-Wonder. Das war vor allem: anstrengend. Wann sollten sie all das verarbeiten? Den Ruhm, den Erfolg, die Berühmtheit? An einen Moment erinnert sich Jessica noch genau, es war das erste Mal, dass sie von außen auf diese Glitzerwelt schauen konnte. Sie waren auf Tour, ihrer zweiten in zwei Jahren, und Jessica war schon schwanger. Bei den Choreographien mancher Songs konnte sie nicht mehr mittanzen und saß hinten in der Ecke der Bühne. „Ich hab‘ gesehen, wie die Mädels abgegangen sind und getanzt haben. Und diese Massen von Menschen, die da standen und geschrien und mitgesungen haben. Das war unfassbar. Da konnte ich ganz kurz von außen mal gucken und dachte: Wow! Was geht denn hier ab?“


„Für mich waren als Teenie Tic Tac Toe und Sabrina Setlur Identifikationsfiguren.“
NADJA

Es klingt vielleicht kitschig, aber die No Angels haben einen Zauber. Vor 20 Jahren fragten sich noch viele Menschen, woher dieser Zauber rühren mochte. Heute liegt er auf der Hand: Sie waren Vorreiterinnen für Diversity und Female Empowerment. Damals gab es kaum Künstlerinnen, die Mädchen und Frauen mit dunkler Haut zeigten: Auch du kannst es schaffen. Wie fühlte es sich an, ein Vorbild zu sein? „Diese Fragen wurden uns 2001 nicht gestellt“, sagt Nadja. Heute ist die Tochter eines Marokkaners und einer Deutsch-Serbin stolz darauf, ein Vorbild zu sein für junge Frauen mit Migrationshintergrund. „Für mich waren als Teenie Tic Tac Toe und Sabrina Setlur Identifikationsfiguren.“ Welche Rolle sie selbst spielte, ist ihr erst in den vergangenen Jahren klar geworden. „Weil ich nun so viel Feedback dazu bekomme. Es ist wichtig, dass wir in unserer Vielfalt sichtbar sind.“

Auch Lucy ist eine Pionierin. In der Popkultur ist lesbische Liebe noch stark unterrepräsentiert. Dabei hat sie sich in der Öffentlichkeit nie geoutet. „Ich musste mich nie irgendwo hinstellen und sagen: Ich bin Lucy, und ich bin lesbisch. Dafür bin ich dankbar.“ Auch sie nimmt die Vorbildfunktion an. „Aber ich hab‘ es mir nicht ausgesucht.“ Sie wollte über die Musik, über ihre Leistung definiert werden. „Sexualität ist für mich eine Selbstverständlichkeit.“ Vielleicht kommt daher die Stärke, die sie ausstrahlt: Sie liebt die Bühne, die Aufmerksamkeit.

Von links nach rechts: Lucy: Satinhemd mit Schulterpolstern, gecropptes Top und überlange Biker-Jeans von Mugler, rote Wildlederstiefel von Jimmy Choo; Nadja: skulpturale ärmellose Weste mit ausladender Hüfte von Mugler, Minirock mit goldenem Strassgürtel von Dolce & Gabbana über So Last Season, goldene Sandaletten von Aeyde; Sandy: Bodycon-Kleid mit asymmetrischem Ausschnitt von Mugler, weiße Ledersandaletten von Christian Louboutin; Jessica: schwarzes Lederkleid mit aufgesetzter Brusttasche von Hermès, schwarze Vinyl-Leder-Mules von William Fan
Von links nach rechts: Lucy: Satinhemd mit Schulterpolstern, gecropptes Top und überlange Biker-Jeans von Mugler, rote Wildlederstiefel von Jimmy Choo; Nadja: skulpturale ärmellose Weste mit ausladender Hüfte von Mugler, Minirock mit goldenem Strassgürtel von Dolce & Gabbana über So Last Season, goldene Sandaletten von Aeyde; Sandy: Bodycon-Kleid mit asymmetrischem Ausschnitt von Mugler, weiße Ledersandaletten von Christian Louboutin; Jessica: schwarzes Lederkleid mit aufgesetzter Brusttasche von Hermès, schwarze Vinyl-Leder-Mules von William Fan

Die Engel stehen füreinander ein. So unterschiedlich sie auch sind, so einig waren sie sich in musikalischen Fragen. Während Casting-Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ junge Frauen gegeneinander aufhetzen, lässt sich „Popstars“ beinahe als Parabel auf popkulturell umgesetzten Mainstream-Feminismus lesen. Zwar wurde Nadja von der Jury nach ihrem Freund und den Umständen der Trennung gefragt, zwar fragte ein Kameramann Vanessa, ob sie sich „sexy genug“ fühle, zwar sollten sie beim Essen in einer Folge nicht zu sehr zulangen, der Figur zuliebe. Aber im Fokus stand Freundinnenschaft. Feministinnen trugen 2001 noch keine tief ausgeschnittenen Leopardenkleider und Glitzerlidschatten – die No Angels haben es möglich gemacht.

Ende 2002 ging Jessica in Babypause und kehrte vorerst nicht zur Band zurück. 2003 nahmen die anderen vier Engel ein weiteres Album auf, und im September 2003 verkündeten sie, dass die Band sich wegen körperlicher Erschöpfung mehrerer Bandmitglieder Ende des Jahres auflösen werde. Nach der ersten Trennung gab es immer wieder Versuche zurückzukommen. 2007 kündigten sie ein Comeback an, ohne Vanessa, die endgültig ausgestiegen war. 2008 sangen sie beim ESC und scheiterten.

Das, was sie nun machen, 20 Jahre nach „Elle’ments“, ist kein Comeback. „Für mich ist das ganz klar ein Abschluss“, sagt Sandy. Sie feiern sich und ihre Fans ein letztes Mal, dafür haben sie außer den Neuauflagen ihrer großen Hits vier neue Songs aufgenommen.


„Für mich ist das ganz klar ein Abschluss“
SANDY

Draußen auf dem Parkplatz stehen zwei Fans. Woher sie die Info hatten, dass die No Angels da sind, weiß niemand. Nadja gibt ihnen später Autogramme. An diesem heiligen Sonntag stehen jedenfalls irgendwann vier fertig gestylte Engel gemeinsam vor der Kamera. Das Team hat die Musik aufgedreht, so haben es sich die Sängerinnen gewünscht. Von weitem wirken sie nicht wie Popstars, eher wie Ikonen, sie haben die Hände in die Hüften gestemmt und schauen zum irdischen Volk herab.

So stehen sie da und sehen so stolz aus, dass man die Windmaschine gar nicht braucht – die Haare würden wahrscheinlich auch so sanft wehen, wie es sich für die Haare bedeutsamer Frauen eben gehört. In dem Moment beginnt ein neuer Song, eine Disconummer. Lucy und Sandy fangen sofort an, wild herumzutanzen, Jessica und Nadja fallen ein. Sie lachen laut und rufen dem Fotografen ein „Sorryyy“ zu – nur, um dann weiterzutanzen. So hätten sie es vor 20 Jahren wohl auch gemacht. Und so machen sie es heute noch immer.

Visuelle Konzeption und Produktion: Leonie Volk
Make-up: Isabel Maria Simoneth
Haare: Maria Ehrlich mit Produkten von Oribe
Nägel (Lucy): Camilla Volbert
Fotoassistenz: Moritz Knierim
Styling-und Produktionsassistenz: Anaïs Eleni Papafoti, Louisa Sophie Klementz
Retuschen: Louisa Marie Nübel

Modeshooting mit Alaba ¡Hasta luego, David!
Jasna Fritzi Bauer Sie ist „die Neue“ beim Tatort

Quelle: F.A.Z. Magazin

Veröffentlicht: 16.06.2021 09:14 Uhr