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New York Fashion Week : Auch New Yorker Männer sehen aus wie von Gucci

  • -Aktualisiert am

Entwürfe von David Hart auf der New Yorker Fashion Week für Männermode Bild: AFP

Viele große Marken haben die Herren für ihre Mode entdeckt. In New York gibt es deshalb ein neues Schauenformat. Aber wo ist das Design?

          Der Höhenflug der Männermode scheint kein Ende zu nehmen. Mit den „London Collections: Men“ und der „New York Fashion Week Men’s“ haben sich zwei neue Schauenformate auf den ohnehin vollen internationalen Kalender gedrängt. Das war eine logische Entwicklung, denn viele große Marken haben die Möglichkeiten bei den Herren entdeckt. Tom Ford hat es vorgemacht. Alessandro Sartori hat aus dem Luxusschuhhersteller Berluti eine Modemarke gemacht. Und Brioni zieht mit dem öffentlichkeitswirksamen Justin O’Shea nach.

          Also hat sich London vor die Pitti-Messe in Florenz geschoben, New York hinter die Männermodewochen in Mailand und Paris. Im dritten Anlauf haben die Amerikaner bis zum Wochenende viel Selbstbewusstsein gezeigt und ein paar Überraschungen. So gab es sogar eine Kollektion von einem in Südkorea stationiertem Soldaten zu sehen. Julian Woodhouse nahm seinen ganzen Urlaub für den großen Auftritt in Manhattan. Basierend auf traditionellen koreanischen Wickeltechniken und Cowboyhüten, zeigte er ansprechende Basics wie Mao- und Trucker-Jacken.

          Intarsien, die an Gucci denken lassen

          Der amerikanische Markt war schon immer wichtig für europäische Marken – in Asien haben sie oft Probleme mit den Schnitten und Größen. Amerikanische Start-up-Millionäre tragen gerne Hoodys mit von Hand genähten Schuhen aus Italien oder teuren Taschen aus Frankreich. Auch in dem Geschäft wollen die amerikanischen Designer nun mitmischen. Jede Pressemitteilung strotzt von neuen Konzepten für Lifestyle und Luxus. Aber kann das wirklich gelingen, wenn einer der neuen Geheimtipps namens Todd Snyder tatsächlich mehr als zehn Trainingsanzüge über den Laufsteg schickt? Oder wenn Tommy Hilfiger eine Best-of-Tommy-Kollektion zeigt, die mit wilden Blumenmustern und Intarsienarbeiten sofort an Gucci denken lässt?

          So kann man „See Now, Buy Now“, die neue Zauberformel, bequem verwirklichen. Man lässt sich auf Mailänder oder Pariser Laufstegen inspirieren und bringt dann eine Kollektion heraus, die sofort im Laden erhältlich ist – man weiß ja schon, was gut beim Kunden ankommt. Bei fast jeder Schau erkennt man europäische Marken wieder.

          Wo ist das Design?

          Der Fehler des Council of Fashion Designers of America (CFDA) unter Führung von Steven Kolb und Diane von Fürstenberg ist es nicht. Sie haben Sponsoren wie Cadillac an Land gezogen und mit dem „Vogue CFDA Fashion Fund“ einen guten Nachwuchswettbewerb auf die Beine gestellt. Der Zusammenhalt unter den Designern ist da. Aber wo ist das Design?

          Immerhin in der Sportswear, die auch das Hauptthema auf allen internationalen Laufstegen ist: einfach zu kombinierende Teile, die auch alleine stark anmuten. Der aus Los Angeles stammende John Elliott hat genau das im Sortiment. Er zeigt Bomberjacken und Perfecto-Lederjacken und hat obendrein ein Konzept. Immer wieder wird ein einfaches Strandhandtuch um die Teile gewickelt, teils als Dekor, teils um die Silhouette um interessante Dimensionen zu erweitern. Man sieht auch, dass Elliott ein gut gehendes Geschäft hat und sich auskennt, denn er hatte viele teure Materialien und schöne Seide dabei. Die Stoffe sind oft ein Schwachpunkt in New York, denn die besten Materialien kommt nun einmal aus Italien oder Japan – und die sind teuer.

          Ein weiterer interessanter Designer, der sich guten Stoff leisten kann, ist Jeffrey Rüdes. Er hat seine Jeansmarke JBrand für viel Geld an Fast Fashion, die Uniqlo-Besitzer verkauft, und erfüllt sich nun seinen Jugendtraum, eine eigene Männerkollektion zu machen. Alles ist sehr auf das New Yorker Nachtleben der Siebziger gestylt, mit Jersey-Pyramidenhosen, Seidenhemden und feinen Lederjacken. Kein neuer Look – aber doch anders, wenn alle Welt nach Paris und dem alten Margiela-Look schielt. Rüdes hat sogar schon einen Flagship-Laden in Soho, aus weißem Marmor und aus persönlichen Eitelkeiten gebaut. Welcher Designer kann sich das schon leisten!

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