https://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/neue-rolltreppen-im-kadewe-17578467.html

Neues Rolltreppenkonzept im KaDeWe Bild: PR/KaDeWe

Designkonzept von OMA : Neue Rolltreppen im KaDeWe

  • Aktualisiert am

Kein Shopping-Tempel ohne Rolltreppe: Im Berliner „Kaufhaus des Westens“ hat Rem Koolhaas’ Architekturfirma ein neues Designkonzept erarbeitet.

          1 Min.

          Kaufhäuser und Rolltreppen sind zwei kulturelle Phänomene, deren Geschichte eng miteinander verbunden ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielten die großen Konsumtempel in den Metropolen Einzug. Sie versprachen einen Ort, an dem die Kundinnen und Kunden alle Produkte finden könnten, die sie sich wünschten (und auch solche, von denen sie noch nicht einmal wussten, dass sie sie sich wünschen könnten).

          Kaufhäuser versprachen, Shopping zu einem Erlebnis zu machen. Dazu gehörte auch, die Besucher so lange wie möglich in den Verkaufsräumen zu halten und ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Eine Erfindung, die das Einkaufen vor rund hundert Jahren zu einem Erlebnis machte, war die Rolltreppe. Bei der Einweihung eines Berliner Kaufhauses Mitte der Zwanzigerjahre soll gar eine Reiterin im Kostüm engagiert worden sein, um den neugierigen Kunden zu zeigen, wie diese sich bewegenden Treppen zu benutzen wären.

          Auf zwei frischrenovierten Etagen: Modenschau zur Rolltreppeneinweihung im KaDeWe
          Auf zwei frischrenovierten Etagen: Modenschau zur Rolltreppeneinweihung im KaDeWe : Bild: Osman Osel

          „Spiralformig und nach oben geöffnet“

          Es verwundert also nicht, dass das KaDeWe nach mehr als fünf Jahren Modernisierungsarbeiten zur Einweihung der 14.000 frischrenovierten Quadratmeter großen Verkaufsfläche besonders sein neues Rolltreppenkonzept anpreist. „Eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne“ sei entstanden. „Spiralförmig und nach oben geöffnet“ biete es „während der Fahrt offene Perspektiven auf die verschiedenen Etagen“, heißt es in der Pressemitteilung. Entsprechend dem offenem Blick auf die Flächen trägt sie den Namen „Void“.

          Erarbeitet hat das Designkonzept Ellen van Loon von OMA, der Firma des Architekten Rem Koolhaas, der neben der Fondazione Prada in Mailand auch die Fondation Galeries Lafayette in Paris entworfen hat. Als Koolhaas 2016 das KaDeWe-Projekt in Berlin vorstellte, wollte er „die Identität des Hauses zurückgewinnen“, wie er vor Journalisten sagte. Diese sollte nicht von Marken dominiert, sondern vom Haus an sich getragen werden.

          Die Rolltreppen spielten für das fast 115 Jahre alte „Kaufhaus des Westens“, das mit seinen 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte kontinentaleuropäische Kaufhaus ist, eine zentrale Rolle. Von vier unterschiedlichen Straßeneingängen führt jedes Treppenhaus in das zentrale Atrium. Zur Eröffnung fand eine Modenschau über zwei Stockwerke hinweg statt. Nur den Spaß mit der Reiterin hat man natürlich nicht wiederholt – mittlerweile wissen die Kauflustigen, wie man sie benutzt.  

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wenige Wochen vor der Flucht: Ali Ahmed Kaveh und seine Frau Mozghan am 18. Juli 2021 in Herat

          Afghanistan : Eine Flucht in die Hände des Feindes

          Ein Afghane steht auf einer Todesliste der Taliban. Monatelang versteckt er sich. Dann flieht er nach Kabul – kurz bevor dort die Islamisten die Macht übernehmen. Die Chronik einer Flucht.
          Eingezäunt: Amazon Web Services betreibt in Europa mehrere Server – wie hier im schwedischen Kjula.

          Kritik am Datenschutz : US-Cloudanbieter ausgegrenzt

          Im Namen des Datenschutzes geht es jetzt bei der Auftragsvergabe von Behörden pauschal gegen amerikanische Anbieter von Cloud-Diensten. Selbst Datenschützern geht das zu weit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.