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Neue Möbelhersteller : Von stapelbar bis massiv

Stuhl Ona von dem jungen Designer Sebastian Herkner für Freifrau auf der Kölner Möbelmesse 2019 Bild: Freifrau

Echtstahl, Sitzfeldt, Freifrau – nicht weniger innovativ als ihre Namen sind ihre Designs. Während viele Möbelhersteller vor der Insolvenz stehen, gibt es auch noch erfolgreiche Neugründungen.

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          Echtstahl

          Das Material hat viele Vorteile: Es ist leicht formbar, lässt sich walzen, biegen, ziehen, schmieden, es rostet nicht, kann also drinnen wie draußen eingesetzt werden, und es ist wiederverwertbar. „Stahl lässt sich ganz einfach einschmelzen, um Neues daraus zu gestalten“, sagt David Piel. Der Bonner, Jahrgang 1970, ist gelernter Stahlformenbauer. Im Mai 2014 erfüllte er sich seinen Traum und machte sich mit dem Unternehmen Echtstahl selbständig.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Wie der Name sagt, verwendet Piel nur Stahl für seine „hochfunktionalen und unkonventionellen Produkte“, die „in bester Handwerkstradition“ entstehen. „Wir bauen größtenteils alles selbst“, sagt der Neunundvierzigjährige. „Einige wenige Zulieferer kommen aus Bonn und der näheren Umgebung.“ Kurze Wege seien wichtig. „Nachhaltigkeit gehört zum Konzept.“

          Den ersten Entwurf, ES genannt, hat Piel selbst entwickelt. Das Kleinmöbel in Form eines Würfels gibt es in drei Größen. Der Kubus, vorne und hinten offen, ist mit Filz aus Merino-Wolle überzogen und kann Hocker, Beistelltisch oder Regal sein. Die Module lassen sich beliebig zusammenstellen und übereinanderstapeln.

          Sessel Hama: Alle Produkte der Marke Echtstahl sind nur aus einem Material – Stahl.
          Sessel Hama: Alle Produkte der Marke Echtstahl sind nur aus einem Material – Stahl. : Bild: Echtstahl

          David Piel fand schnell Kontakt zu jungen Designern, die fasziniert waren vom Werkstoff Stahl und seinen Möglichkeiten, zum Kölner Felix Klingmüller, der die Serie Plateau entwarf, dann zu Thomas Schnur (Köln) und Mark Braun (Berlin). Von den beiden stammen Piels Bestseller: der Stehtisch 123 und die Garderobe Piro.

          Die meisten Auszeichnungen bekam Brauns Sessel Hama, unter anderem einen „Iconic Award 2019: Innovative Interior“ und einen „German Design Award 2019“ vom Rat für Formgebung. Die Sitzmöbelserie Hama besteht aus gebogenen Rohren und gefalteten Blechen. Inspiration waren „markante Stuhl- und Hocker-Eigenkonstruktionen“, die der Berliner Designer auf einer Reise durch Syrien entdeckte. Hama ist stapelbar und für draußen (aus nichtrostendem Edelstahl) und drinnen (pulverbeschichtet) geeignet – in den Farben Tiefschwarz, Lichtgrau, Beigerot, Feuerrot und Ultramarinblau.

          David Piel ist Gründer Marke Echtstahl.
          David Piel ist Gründer Marke Echtstahl. : Bild: Hersteller

          Zu den weiteren Designern zählen das Berliner Designstudio Geckeler Michels (David Geckeler und Frank Michels), ebenfalls aus Berlin Uli Budde und das Hannoveraner Studio Jojorama, das die Uhr Tik, den Zeitungshalter Trik und das Schlüsselbrett Trak gestaltet hat.

          Eine große Herausforderung für die junge Marke mit ihren drei Mitarbeitern ist der Vertrieb. „Um den kümmere ich mich weitestgehend selbst“, sagt der Unternehmenschef. Zwar lassen sich alle Produkte online erwerben, aber Piel will vermehrt auch mit klassischen Möbelhändlern zusammenarbeiten. Im Magazin-Sortiment der Manufactum-Warenhäuser in Bonn, Stuttgart und München ist Echtstahl schon vertreten, und auch in Berlin sind die Produkte zu finden.

          Piels Idee, auf Stahl zu bauen, kommt gut an. „Bisher hat sich der Umsatz von Jahr zu Jahr verdoppelt.“ Und nach dem ersten Auftritt auf der „imm cologne“ im Januar 2018 ist Echtstahl auch auf Möbelmessen eine feste Größe.

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