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Internetplattform Martha-Louis : „Schuhe trägt man nicht billig“

  • -Aktualisiert am

Vorgeschmack auf den Online-Shop: Diese Prada-Modelle werden Teil des Sortiments sein. Bild: Martha Louisa

Comeback für Susanne und Christoph Botschen: Die Gründer des Luxus- Online-Portals Mytheresa gehen mit Martha-Louisa, einer Internetplattform für Damenschuhe, an den Start. Ein Gespräch über die Rückkehr in die Mode und die Abkehr vom Leben auf Kreuzfahrtschiffen.

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          Sie sind wieder da. Nach dreieinhalb Jahren Abwesenheit starten Susanne und Christoph Botschen jetzt mit einer Online-Plattform für Luxus-Damenschuhe. „Mental hat uns die Modebranche nie losgelassen“, sagt Susanne Botschen und lacht. Sie und ihr Mann sitzen in ihrem provisorischen Büro und freuen sich, dass es wieder losgeht. „Ich habe gerade die finale Version von unserer Seite gesehen“, sagt Christoph Botschen, „das wird richtig gut.“ 1987 brachten die beiden mit ihrem Geschäft Theresa internationale Designermode nach München. Schnell machte sich Susanne Botschen in der Modebranche für ihr Trendgespür und ihren Modemut einen Namen. Sie ist es, die das Potential von damals noch jungen Marken wie Prada oder Dolce & Gabbana früh erkannte und deren Kollektionen als Erste in Deutschland verkaufte. 2006 ging Theresa auch online, unter dem Namen Mytheresa. Der Shop im Netz entwickelte sich mit 200 Marken zu einer der führenden internationalen Adressen für Luxus- und Designermode. „Die Entscheidung, ins E-Commerce-Business einzusteigen, war die beste meines Mannes – nach der, mich zu heiraten“, sagte Susanne Botschen damals. 2014 verkauften die Münchner ihr Unternehmen an die amerikanische Kaufhaus-Gruppe Neiman Marcus, für einen geschätzt dreistelligen Millionenbetrag. Nachdem sie sich daraufhin drei Jahre lang keinen neuen Projekten widmen durften, starten sie am 5. März mit Martha-Louisa.

          Sie könnten in der Sonne liegen und das Leben genießen. Warum jetzt das Comeback?

          Susanne Botschen: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich direkt nach dem Verkauf von Mytheresa etwas Neues angefangen, aber wir waren ja drei Jahre gesperrt, und das war rückblickend auch gut so, um den Kopf frei zu bekommen.

          Christoph Botschen: Wir sind extrem viel gereist, wir haben in einem halben Jahr zwei Weltreisen gemacht und uns auch mit anderen Beschäftigungsfeldern wie Immobilien und Kunst auseinandergesetzt, haben aber festgestellt, dass uns nie etwas so fasziniert hat wie unsere alte Branche. Außer Reisen hat uns alles sehr schnell gelangweilt.

          Gab es einen bestimmten Moment, in dem Sie bewusst Ihre Entscheidung gefällt haben, wieder in die Mode einzusteigen?

          Christoph Botschen: Den gab es tatsächlich. Wir haben im Januar vergangenen Jahres eine Weltreise gemacht, und wenn Sie im Januar reisen, sind Sie in der Regel mit 70-Jährigen unterwegs, weil kein anderer Zeit hat. Da haben wir beide festgestellt, dass wir definitiv zu jung sind, um nicht mehr zu arbeiten.

          Susanne Botschen: Für uns war es langfristig auch keine Option, jeden Tag nur Fun zu haben. Man braucht schon einen Grund, um morgens aufzustehen. Wir waren zu lange zu gerne in der Branche tätig und haben festgestellt, dass es uns reizt, noch einmal neu anzufangen. Das Schöne ist, dass diese Entscheidung bei uns beiden zeitgleich gefallen ist. Hätte einer keine Lust gehabt, hätten wir es nicht gemacht.

          Wie kamen Sie auf die Idee für Luxusschuhe im Netz?

          Susanne Botschen: Das Thema Schuhe war ein Feld, das wir immer extrem gerne mochten, und ich, die den Einkauf machte, hatte schon immer einen gewissen Blick für Schuhe.

          Christoph Botschen: Hinzu kommt, dass wir überzeugt sind, dass die Zeit reif ist für Spezialisten. Die großen E-Commerce-Anbieter stehen durch das immense Wachstum der vergangenen Jahre massiv unter Druck, ihre Umsätze weiterhin zu steigern. Das bedeutet einen erhöhten Wareneinsatz, was wiederum bedeutet, die Kollektionen in voller Breite einkaufen zu müssen, also jedes Modell, jede Absatzhöhe, jede Farbe. Wie soll die Kundin da am Ende entscheiden, welche Schuhe sie wirklich haben möchte?

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