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Mara Martin und ihre Tochter Aria bei dem Lauf, der für Aufsehen sorgte. Bild: AFP

Mit Baby auf Laufsteg : Mara Martin stillt allen die Schau

  • Aktualisiert am

Stillen in der Öffentlichkeit ist noch immer ein Tabu. Gerade in der Mode-Branche, in der sich alles um die Ästhetik dreht, ist das eigentlich undenkbar. Ein Model hat es jetzt trotzdem gemacht – auf dem Laufsteg.

          Ein langer Laufsteg, eine schöne Frau im gold-funkelnden Bikini, die darüber schreitet – bis dahin war der Auftritt von Model Mara Martin bei einer Modenschau des Magazins „Sports Illustrated Swimsuit“ am vergangenen Sonntag nichts Ungewöhnliches. Doch die 30-Jährige war nicht allein, sie hatte ihre fünf Monate alte Tochter Aria auf dem Arm – und gab ihr die Brust.

          Laut „Sky News“ wollte Martin ihre Tochter Aria noch schnell vor ihrem Lauf füttern, als MJ Day, die Herausgeberin der Bademoden-Version der „Sports Illustrated“, fragte, ob sie nicht stillend auf den Laufsteg wolle. „Wirklich? Bist du dir sicher?“, fragte das Model und Day antwortete: „Absolut!“. Das Publikum reagierte mit lautem Beifall.

          Während einige wenige Internet-Nutzer die Aktion als unnötig oder übertrieben empfinden, sehen viele den Lauf als emanzipatorischen Akt. Frauen haben es immer noch schwer, ihr Kind in ihrer Freizeit in der Öffentlichkeit zu stillen, an eine zum Füttern entblößte Brust an der Arbeitsstelle ist gar nicht zu denken. Herausgeberin MJ Day hat selbst Kinder und sagt im Nachhinein über das Stillen: „Ich finde, das ist eine der mächtigsten Sachen, die der weibliche Körper tun kann“. Die junge Mutter so vor das Publikum zu schicken, sei die „leichteste Entscheidung“ gewesen, die sie seit Monaten getroffen habe.

          Das Model Martin war eine der 16 Finalistinnen der „Sports Illustrated Swimsuit“-Modenschau, die den Abschluss der „Miami Swim Week“ bildete. Sie kommt aus Michigan und war schon bei der Bekanntgabe, sie habe es in das Finale geschafft, glücklich. Von den Reaktionen über ihren eigentlichen Auftritt zeigt sie sich überwältigt. „Ich kann nicht glauben, dass ich mit meiner Tochter in die Schlagzeilen komme mit etwas, das ich jeden Tag tue“, erklärte das Model auf ihrem Instagram-Account.

          Sie hoffe, das Stillen normalisieren zu können und wolle zeigen, dass Frauen Familie und Karriere meistern können, ohne sich für eines entscheiden zu müssen. Martin macht auch deutlich, dass es Frauen unter den Models gebe, die einen Auftritt in den Schlagzeilen mehr verdient hätten als sie. Beispielsweise Brenna Huckby, die zweimal Gold bei den Paralympischen Spielen Anfang des Jahres gewonnen hatte und mit einer Prothese über den Laufsteg lief.

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