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Deutsche Models in New York : „Man muss schon Nein sagen können“

Zu Hause: Anne Sophie Monrad (links) und Agnes Sokolowska leben in New York. Fotografiert wurden sie auf der High Line. Bild: Helmut Fricke

Die Models Anne Sophie Monrad und Agnes Sokolowska über Modenschauen in Zeiten von Instagram, Castings ohne Ende und das Leben in New York.

          9 Min.

          Anne Sophie, Sie sind Deutsch-Dänin und haben zuletzt in Berlin gelebt. Was treibt Sie nach New York?

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Anne Sophie: Ich wohne jetzt wieder seit knapp einem Jahr in New York und habe hier eine neue Agentur. Es ist besser hier, denn es gibt mehr Kunden, einen größeren Markt. Wenn man an große Aufträge kommen will, ist es gut, hier am Ort zu sein. Hamburg ist auch ein guter Markt. Aber für mich ist New York besser. Ich bin hier gleich an der Quelle.

          Als deutsches Model ist es aber doch vermutlich nicht so leicht, sich hier einen Namen zu machen?

          Anne Sophie: Ich bin ja nun schon länger dabei. Damals war es noch einfacher einzusteigen, als es noch nicht darauf ankam, wie präsent man auf Social Media ist. Zum Glück habe ich schon einen Stamm an Kunden, zu denen auch immer wieder neue hinzukommen. Man kennt mich. Ich bin kein neues Gesicht mehr.

          Heute werden die Models für Modenschauen oft gebucht nach der Zahl ihrer Follower auf Instagram. Wie viele Menschen folgen Ihnen denn da?

          Anne Sophie: Ungefähr 6000. Nicht unbedingt viel. Auf meiner Sedcard und auf der Seite meiner Modelagentur, die sich die Kunden anschauen, steht nun auch meine Instagram-Adresse. Ich habe erst spät entdeckt, dass die Zahl der Follower so wichtig ist.

          Die Unternehmen hoffen natürlich, dass Sie Laufstegfotos oder Making-of-Bilder von Shootings auf Instagram stellen, so dass ihre Marke auch bei Ihren Followern ankommt.

          Anne Sophie: Das auch. Aber es fängt noch früher an. Die Casting-Agenten schauen auf Social Media, wie man lebt, wie man sich bewegt, wie man gerade aussieht. Früher gab es dafür Polaroid-Fotos. Heute sieht man noch mehr Bilder, und viele sind aktuell.

          Agnes, Sie sind auch schon ein paar Jahre im Geschäft. Wie viele Follower haben Sie denn?

          Agnes: Ungefähr 10.000. Nicht so ganz schlecht, oder?

          Gab es einen bestimmten Moment, als Sie bemerkten, dass sich in dem Geschäft etwas grundsätzlich ändert?

          Agnes: Keinen konkreten Augenblick. Aber immer öfter fragen Fotografen, Agenturen und Kunden nach unserer virtuellen Präsenz. Und sie wollen sehen, welche Hobbys man hat, wie man sich gibt, ob man auch mal crazy sein kann, was man generell mag, ob man Backstage-Fotos reinstellt. Es geht also nicht darum, schöne Fotos von sich selbst zu posten. Man will die Persönlichkeit der Mädchen an dem Internet-Auftritt ablesen.

          Fragen die Kunden denn vor einer Schau ausdrücklich, ob man auch Fotos postet?

          Agnes: Das ist inzwischen normal, es wird da kein Druck ausgeübt.

          Anne Sophie: Manchmal schon, dann ist es aber ein „special booking“, also ein Extra, für das man bezahlt wird.

          Agnes: Jedenfalls ist es seit zwei Saisons so, dass man beim Casting nach den Instagram-Zahlen gefragt wird. Und es gab auch schon Mädchen, die nicht genommen wurden für eine Schau, weil sie nicht genug Follower hatten.

          Und wie können Sie mehr Anhänger bekommen?

          Anne Sophie: Man sollte einen Stil haben. Ich versuche, es recht natürlich zu halten und mache auch mal ein Foto mit Grimasse, weil die Schlange beim Casting so lang ist. Manche Mädchen zeigen sich nackt: Da gehen die Zahlen dann natürlich schnell in die Höhe. Aber ich muss mich ja wohlfühlen damit.

          Agnes: Das ist wahr. Nackt würde ich mich nie zeigen. Bikini ist okay.

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