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Deutsche Models in New York : „Man muss schon Nein sagen können“

Agnes Sokolowska: „Immer öfter fragen Fotografen, Agenturen und Kunden nach unserer virtuellen Präsenz.“
Agnes Sokolowska: „Immer öfter fragen Fotografen, Agenturen und Kunden nach unserer virtuellen Präsenz.“ : Bild: Helmut Fricke

Wie wichtig ist der richtige Mix für Models, also die Mischung aus Modestrecken in Magazinen, Laufsteg-Auftritten und kommerziellen Aufträgen wie Anzeigen- oder Katalog-Shootings?

Agnes: Das vermischt sich. Auch ein kommerzieller Auftritt in einer Werbekampagne für H&M ist gut. Man wird sichtbar. Man muss nur darauf achten, dass das alles passt und auf Niveau bleibt.

Aber das Größte, nach dem alle Models streben, sind natürlich die großen Modestrecken in der italienischen „Vogue“ oder der französischen „Elle“.

Anne Sophie: Schon. Aber auch da hat sich viel verändert. Man sieht Kendall Jenner nicht nur auf den Laufstegen so oft.

Das ist die Halbschwester von Kim Kardashian, die rund 68 Millionen Follower hat und mindestens so sehr ein Star wie ein Model ist.

Anne Sophie: Ja, und dann findet man eben auch in der „Vogue“ eine Geschichte darüber, wie sie so lebt. Auch da geht es vor allem um Prominenz. Ich habe auch viele Magazin-Shootings gemacht und merke jetzt, dass es schwieriger wird, weil sich die Redakteure nach den Mädchen richten, die auf dem Laufsteg den Ton angeben.

Agnes: Als ich zum ersten Mal nach New York kam, guckte ich mir „Vogue“ und „Elle“ an und fragte mich: Wo sind die Models? Da gab es vor allem Celebritys zu sehen.

Weil die Social-Media-Prominenten eben jetzt auch auf dem Laufsteg sind.

Agnes: Wobei das wiederum an den Casting-Chefs liegt. Die Designer haben, finde ich, oft ein besseres Auge für neue Gesichter als ihre Casting-Leute. Aber generell ist die Formel richtig: Wenn man eine gute Saison hatte bei den Schauen in New York, London, Mailand und Paris, dann wird man im nächsten halben Jahr Anfragen für schöne Editorials in den Magazinen bekommen.

Auf dem Laufsteg wird es langsam eng, weil es auch immer mehr Models gibt und der Durchlaufschneller ist.

Agnes: Ja. Es gibt zehn Superstars, und der Rest sind neue Mädchen. Das hat sich wirklich geändert bei den Modewochen: Es wird immer schneller ausgetauscht. Die Mädchen aus der letzten Saison sehe ich diese Saison schon nicht mehr. Wenn man dann länger nicht mehr da war, ist man ganz weg vom Fenster.

Was waren Ihre besten Saisons?

Agnes: Das war vorletztes und letztes Mal, mit vielleicht 13 oder 14 Schauen, darunter wichtige wie Alexander Wang.

Anne Sophie: Als ich begann, hatte man ja noch die Chance, sich über mehrere Saisons aufzubauen. In der ersten Saison war noch nicht viel. In der zweiten ging es los mit Rodarte, Chanel und so weiter. Man konnte noch Anlauf nehmen. Wenn man schon länger dabei ist, hat man den Vorteil, dass sie einen kennen.

Der Lebenszyklus von Models wird also kürzer. Woran liegt das denn, außer an der größeren Konkurrenz?

Agnes: Jeder will neue Mädchen finden. Jeder versucht, die neue Cara Delevingne zu entdecken. Aber dann ist es natürlich auch so, dass die großen Fotografen wie David Sims oder Steven Meisel doch nicht die ganz jungen Mädchen von den Laufstegen nehmen, die noch nicht so bekannt sind und sich vielleicht noch gar nicht vor der Kamera zu bewegen wissen. Das ist dann wiederum die Chance für uns.

Was war denn Ihr liebster Job in letzter Zeit?

Agnes: Das war die Givenchy-Beauty-Kampagne. Gute Marke, guter Fotograf ...

... und viel Geld.

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