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Ärger bei Modekette : Zara sorgt mit Wickelrock für Spott

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Der Lungi wird von älteren Männern auf Märkten in Thailand, Kambodscha, Burma (wie hier im Bild) oder Bangladesch getragen. Er sieht dem Wickelrock von Zara zu verwechseln ähnlich. Bild: dpa

Viel Wirbel um die neue Kollektion von Zara: Ein Wickelrock sieht traditionellen asiatischen Wickelröcken zum Verwechseln ähnlich – kostet aber ein Vielfaches. Im Internet erntet die Modekette Spott.

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          Mit einer Art Wickelrock aus ihrer neuen Kollektion hat sich die Modekette Zara in Asien Spott eingehandelt. Der schwarzbraune „Minirock mit Karos“ zum Preis von 59,95 Euro ähnelt verdächtig den traditionellen Wickelröcken, mit denen in asiatischen Ländern viele Leute aus der älteren Generation unterwegs sind.

          Auf Märkten in Thailand, Kambodscha, Burma oder Bangladesch kostet das Kleidungsstück oft nicht einmal ein Zehntel des Zara-Preises. Der Lungi (auch: Longyi oder Pakaoma) wird in Südostasien viel von älteren Männern getragen. Das populäre asiatische Online-Portal Coconuts nennt ihn „Uniform des Thai-Opa“.

          Der Wickelrock ist auch westlichen Touristinnen bekannt: Frauen müssen ihn sich vielerorts um die Hüfte schlingen, wenn sie einen Tempel besuchen wollen. Im Unterschied zum offiziell „nerzfarbenen“ Zara-Rock hat das Original keinen Reißverschluss – und besteht normalerweise auch nicht aus Polyester.

          Im Internet amüsierten sich viele darüber, dass die Modekette nun versuche, den „Onkelrock“ in Europa für ein Vielfaches loszuwerden. Eine Twitter-Nutzerin schrieb: „Denkt mal über Euch selber nach, wenn Ihr Kleidung aus einer anderen Kultur importieren wollt. Das bringt Opa-Schick auf eine ganz neue Ebene.“

          Eine andere Frau meinte: „Das ist kein karierter Rock, das ist ein LUNGI. Warum nennt Ihr das Ding nicht so, wie es heißt?“ Jemand anderes machte Zara ein augenzwinkerndes Angebot: „Eine bescheidene Bitte an Zara – nimm den Lungi meines Großvaters umsonst.“

          Zudem gab es – wie häufig schon – Kritik, dass die großen Modeketten in Ländern wie Bangladesch und Myanmar zu Billiglöhnen produzieren lassen. Immer wieder gibt es auch Proteste gegen die dortigen Arbeitsbedingungen.

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