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Kolumne Modererscheinung : Das neue Schwarz

LVHM-Spross Antoine Arnault und Model Natalia Vodianova bei Louis Vuitton Bild: EPA

Einweg oder Textil: Welche Masken tragen eigentlich die wichtigen Modeleute? Unser Autorin hat sich auf den Fashion Weeks in Mailand und Paris umgesehen.

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          Immerhin auf diese Frage kann man nach vier Wochen Schauen in New York, London, Mailand und Paris anlässlich der Fashion Weeks eine Antwort finden. Mit konkreten Modetrends mögen sich die Designer, die in den vergangenen Wochen sowohl live als auch digital gezeigt haben, aktuell zurückhalten. Nichts muss, alles kann: Das gilt für die Höhe der Schuhe, den Schnitt der Hosen, die Länge der Röcke, die Beschaffenheit der Handtaschen, die Ärmel der Mäntel.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es gilt nicht für die Maske. Wie sie aussehen soll, die Maske, wenn Modeleute entscheiden können, das ließ sich in den vergangenen Wochen genauer beobachten.

          Die Maske, dieses Mittel zum Zweck, ist natürlich ein Must-have im besten Sinne, kann aber nebenbei auch ein Spaßaccessoire sein. Die Maske könnte insofern die neue Handyhülle sein, weil ohne sie aus dem Haus zu gehen riskant ist; trotzdem ist sie eine Gelegenheit zum Ausdruck des eigenen Stilgefühls. Iphoria, die Berliner Marke, die mit personalisierbaren Handyhüllen einen Weltmarkt erobert hat, ist jetzt jedenfalls bei personalisierbaren Masken angekommen.

          Chefredakteurin Carine Roitfeld bei Dior mit Maske in Schwarz
          Chefredakteurin Carine Roitfeld bei Dior mit Maske in Schwarz : Bild: EPA

          Man hätte solche Modelle mit Initialen auch in Mailand und Paris erwarten können, etwa ein dezentes „CR“ an Carine Roitfeld, deren eigenes Magazin schon den Titel „CR Fashion Book“ trägt. Roitfeld aber kam zur Schau von Dior mit einer Stoffmaske in Schwarz. Es regnete, wie so häufig in Mailand und Paris in diesen Wochen, und, auch das ist mittlerweile bekannt, Masken verlieren ihren Schutzeffekt, wenn sie nass werden.

          Bestickte, bunte Masken? Nicht mit der Mode

          Insofern passt es, dass die Mehrheit der Schauenbesucher auf Einwegmasken setzte. Zu ihnen gehörten die Schauspielerin Lily-Rose Depp und ihre Mutter Vanessa Paradis.

          Auch Modeleute, die sich den lieben langen Tag mit nichts anderem als Stil beschäftigen, können – so der Eindruck – mit hübschen, bestickten Modellen bedingt viel anfangen. Stattdessen sah man in großer Auffälligkeit den gewöhnlichen Mund-Nasen-Schutz aus der Drogerie sowie FFP2, als wären sie Requisiten des Normcore-Trends.

          Schauspielerinnen Vanessa Paradis und Lily-Rose Depp bei Chanel
          Schauspielerinnen Vanessa Paradis und Lily-Rose Depp bei Chanel : Bild: EPA

          Wer sich nachhaltiger zeigen wollte, der trug zwar Stoffmaske, aber sie war fast ausnahmslos schwarz. Carine Roitfeld kam also zu Dior in Stoffmaske in Schwarz, Natalia Vodianova und Venus Williams erschienen so bei Louis Vuitton, und Natacha Ramsay-Levi, die Designerin von Chloé, zog die Stoffmaske in Schwarz noch ab, während sie zum Finale der Schau schon hinauslief, Richtung Laufsteg an der frischen Luft und den Fotografen. Zumindest das ist nun geklärt: Das neue Schwarz bei Masken ist schwarz.

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