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Markante Fellzeichnung für den Kopf: Regenhut von Christian Dior Bild: Christian Dior

Raubkatzenmuster : Warum ist der Leo-Look so beliebt?

Der Leo-Look hat gerade einen guten Lauf. Was fasziniert Frauen daran? Und hat es eine Bedeutung, dass das Raubkatzenmuster ausgerechnet jetzt wieder so beliebt ist? Die Kolumne Modeerscheinung.

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          Muster, die in der Mode stetig wiederkehren, gibt es viele: die blau-weißen Streifen des Marinelooks, die schottischen Karos oder jene Polka-Dots, die sich in allen Größen über Kleider und Blusen verteilen. Aber keines schlägt, wenn es wieder mal den Weg von den Stoffproduzenten über die Designer auf den Laufsteg gefunden hat, so ein wie das Leopardenmuster. Es kommt nicht brav und geometrisch daher, sondern wild und unberechenbar, weil es den Raubkatzen in der freien Wildnis nachempfunden ist.

          Anke Schipp
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seit Jahrzehnten sind Frauen von den braunschwarzen rosettenartigen Flecken des Leopardenfells fasziniert. Seine ersten großen Auftritte hatte der Look in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, als Hollywoodstars wie Marlene Dietrich und Rita Hayworth Kleider, Mäntel und Hüte im Leo-Look trugen. Yves Saint Laurent verlieh ihnen mit seiner Safari-Kollektion in den Siebzigerjahren Coolness, genauso wie Tom Ford 30 Jahre später, als er die Marke YSL wieder aufmöbelte. Modegeschichte schrieb auch Naomi Campbell, als sie 1991 bei der Herbst/Winter-Show von Azzedine Alaïa komplett in Leopardenmuster gekleidet war.

          Nicht geradlinig, nicht geometrisch: Tasche von Jérôme Dreyfuss
          Nicht geradlinig, nicht geometrisch: Tasche von Jérôme Dreyfuss : Bild: Jérôme Dreyfuss

          Jetzt ist der Look raumgreifend in die Mode zurückgekehrt. Schon den Sommer über zierte die Fellzeichnung luftige Kleider, Strandtaschen und Espadrilles, im Herbst nimmt das Muster Fahrt auf. Man sieht es auf Übergangsmänteln von Michael Kors etwa, auf transparenten Regenjacken von Dior oder Taschen von Jérôme Dreyfuss. Rihanna sorgte mit ihrem Bucket Hat aus Kunstpelz im Leomuster von R13 für Aufsehen.

          Muster für den Post-Lockdown-Maximalismus

          Hat es eine Bedeutung, dass das Raubkatzenmuster ausgerechnet jetzt wieder so beliebt ist? Die britische Vogue spricht vom Post-Lockdown-Maximalismus, man könnte auch sagen: Weg mit den Jogginghosen in monochromen Farben, hin zu lebensbejahenden Mustern von jenen Tieren, die nicht für solide, nett und höflich, sondern für wild und unberechenbar stehen, und vor allem für maximale Freiheit.

          Es kann gut sein, dass sie derzeit die Sehnsucht nach dem verkörpern, was wir nicht haben. Noch ist das Reisen eingeschränkt, der Afrika-Trip womöglich in weiter Ferne, aber das Gefühl, dass es bald so weit sein könnte, ist wieder da. Der praktische unifarbene Homeoffice-Look könnte Geschichte sein. „Was wir jetzt mehr denn je brauchen, sind Fantasie und Glamour und Dinge, in denen man sich wunderbar fühlt“, sagt Designer Jeremy Scott, der für Moschino eine ganze Kollektion mit Animal-Prints entworfen hat, und fügt an: „Und ich glaube nicht, dass Jogginghosen das können.“

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