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Sie haben die Haare schön : Das ist die perfekte Welle

Die dänische Mode-Influencerin Emili Sindlev mit Scandi Waves deluxe. Bild: Imago

Scandi Waves haben nichts mit der Dauerwelle der Achtziger zu tun, genauso beliebt sind sie aber allemal. Die Trendfrisur des Sommers kommt dieses Mal aus dem hohen Norden. Die Kolumne Modeerscheinung.

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          Herkunftskennzeichnungen wie „Made in . . .“ taugen nur bedingt als belastbare Quelle für Antworten auf nahe liegende Fragen rund um ein Produkt. Zum Beispiel, wo es tatsächlich herkommt, ob es hält, was es verspricht, oder gar unter welchen Bedingungen es gefertigt wurde. Ein in Italien eingestickter letzter Knopf macht aus dem woanders hergestellten Kleid wie durch Zauberhand ein „Made in Italy“. Und ob der Stabmixer „Made in Germany“ tatsächlich länger hält als jeder andere, ist beim Kauf ungewiss.

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Sachen Image liegen zwischen diesen Länderkennzeichnungen aber trotzdem immer noch Welten. „Made in Italy“ und „Made in France“ sind auch weiterhin schöne Marketingbuzzwörter, die Glamour suggerieren. „Made in Germany“ steht noch immer für Qualität. Diese Aufzählung lässt sich unendlich fortführen, aber interessant ist, was in den vergangenen Jahren mit allem Möglichen aus dem skandinavischen Raum passiert ist, das sich heute in der Kurzform als „scandi“ vermarkten lässt. Früher handelte es sich dabei um praktische Dinge, die ihren Besitzern häufig auf lange Zeit treue Begleiter waren, ein Volvo-Kombi zum Beispiel oder ein Ikea-Regal. Dann kamen Hygge, Lagom und Lykke, entspannte Haltungen zum Leben, als Exportprodukte, womit sich der Scandi-Lifestyle so lange zum besseren erklären ließ, bis auch die Scandi-Modemarken (Ganni, Stine Goya, Second Female, Samsøe Samsøe, um nur ein paar zu nennen) es mit jenen aus London, Paris und Mailand aufnehmen konnten. Jetzt sieht selbst die Müslischale in einem Farbton namens Scandi-Grau gleich ein bisschen schicker aus.

          Es macht den Eindruck, als wäre derselbe Hairstylist am Werk gewesen: Die Models Kendall Jenner (rechts) und Hailey Bieber im April auf einer Party.
          Es macht den Eindruck, als wäre derselbe Hairstylist am Werk gewesen: Die Models Kendall Jenner (rechts) und Hailey Bieber im April auf einer Party. : Bild: kendaljenner/Instagram

          So auch die „Scandi-Wave“, womit allerdings keine nordische Abkühlung bei den aktuellen Temperaturen gemeint ist, sondern eine Frisur, um nicht zu sagen: eine Trend-Frisur in diesem Sommer. Um ihrer Herkunft gerecht zu werden, sind diese großen, nah am Kopf liegenden Wellen das Gegenteil von der aufwendigen, aggressiven Dauerwelle der Achtziger. Die Scandi-Wave mutet dagegen so entspannt und zugleich alltagstauglich und vorzeigbar an wie alles aus der Ecke dort oben. Die dänische Haarstylistin Nicci Welsh kam vor einigen Jahren auf die Frisur, und seitdem wird die Welle immer größer. Scandi-Influencerinnen wie Emili Sindlev und Jeanette Madsen tragen sie, natürlich. Aber auch Kendall Jenner, Hailey Bieber, Sophie Taylor sind mit dabei. Für die Locken braucht es eine Rundbürste und ein Welleneisen. Es geht aber auch müheloser, um nicht zu sagen skandinavischer: das Haar leicht anfeuchten, flechten, schlafen gehen und mit Locken wieder aufwachen.

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