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Message-Mode : Ein Sweater, der die Welt besser macht

  • -Aktualisiert am

Mit Botschaft, für den ­Aufmerksamkeitseffekt: ein pinker Sweater vom Label Boys Get Sad Too Bild: privat

Männer und psychische Erkrankungen – das ist so ein Ding. Ein paar kleine Labels spenden einen Teil ihrer Erlöse für die gute Sache. Die Kolumne „Modeerscheinung“.

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          Mit meinem pinken Sweater habe ich die Welt besser gemacht. Zumindest habe ich das Gefühl, dass es so ist. Ein ganz klein wenig nur, aber immerhin. Der Sweater – Größe S, 80 Prozent Baumwolle und 20 Prozent Polyester, Aufdruck hinten und vorne – ist technisch wirklich nichts Besonderes. Was ihn besonders macht, ist die Botschaft dahinter, die Message.

          In einer Welt, in der nicht das Ding, sondern die Sinnhaftigkeit von Dingen immer wichtiger wird, sind auch Kleidungsstücke von dieser Logik nicht ausgenommen. Und weil man Sinn selten in weißen T-Shirts findet, die man sich im Dreierpack kauft, geht es hier jetzt um meinen Sweater.

          Er ist „dusty pink“ - und für Jungs, die traurig sein dürfen

          Er kommt aus England, soll „dusty pink“ sein, also eingestaubtes Pink, was aber nur ansatzweise so schön klingt. Doch die Farbe ist nebensächlich, bedeutender ist, was draufsteht: „Boys Get Sad Too“, auch Jungs werden traurig. Der Pulli stammt von einem Label, das genauso heißt wie der Spruch, aber dem es natürlich nicht nur um spontane Traurigkeit geht, sondern um so viel mehr als das: um Depressionen, um Angststörungen, um selbstverletzendes Verhalten. Kurz: um psychische Erkrankungen, insbesondere bei Männern.

          Denn die tun sich immer noch schwerer, sich psychische Er­krankungen einzugestehen, sie diagnostizieren zu lassen und sich Hilfe zu suchen. Schwerer zumindest als Frauen. Das kann fatal enden, für die Männer natürlich, aber auch für alle ihre Angehö­rigen.

          Das britische Label, das 2018 aus einer spontanen Idee heraus entstanden ist, will das ändern: iseiner ndem es auf psychische Erkrankungen bei Männern auf wirklich jedem Kleidungsstücke – vom Sweater über Jogginghosen bis hin zu den Socken – hinweist. Und somit Sweater-Träger wie mich zu wandelnden Mental-Health-Awareness-Botschaftern macht. Aber auch indem zehn Prozent der Erlöse des Labels an eine Kampagne gehen, die Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Gesundheit lenken will und wirkliche Botschafter hat.

          Natürlich, die Idee dahinter, mit Kleidung auf Probleme aufmerksam zu machen, ist nicht neu. Und auch der Ansatz, dass ein Label einen Bruchteil seiner Erlöse spendet, ist in etwa so innovativ wie der achte Superschnelllieferdienst in einer deutschen Großstadt. In Sachen Umwelt gibt es in der Richtung bereits einiges. Mit Mad Happy und dem Happiness Project hat Boys Get Sad Too sogar zwei vergleichbare Konkurrenzlabel auf dem amerikanischen Markt. Aber all das hält mich nicht davon ab, mich beim Tragen meines pinken Sweaters ein kleines bisschen besser zu fühlen. „Sad“ bin ich dann nicht, ganz im Gegenteil.

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