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Mode für schwere Zeiten : Die Schuhe im Herbst sind klobig

Der Collegeschuh, einst getragen von Studenten der Upperclass, ist in diesem Herbst so bequem wie ein Turnschuh. Bild: Marni

Wer das Filigrane liebt, muss jetzt tapfer sein: die Chunky Loafer sind da. Das hat Vorteile. Die Kolumne „Modeerscheinung“.

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          Es dürfte Zufall sein, aber die Schuhmode passt in diese Zeit. Die ersten Tage des Herbstes geben schon einen Vorgeschmack, was auf uns zukommt: kalte und ungemütliche Monate, und dabei können wir den Grad der Kälte und Ungemütlichkeit bislang nur erahnen. Da passt es, dass Schuhe im Trend sind, die nicht kapriziös und elegant, sondern so sind, dass wir auf fester, dicker Sohle durch die kalte Jahreszeit marschieren können.

          Anke Schipp
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Elegante High Heels werden beispielsweise zu rustikalen Modellen, deren Absatz sich wie bei einer Schlaghose nach unten hin verbreitert. Klassische Stiefeletten haben jetzt Plateausohlen mit einem Profil, das man sonst nur von Bergschuhen kennt.

          Halbschuh ohne Schnürung

          Am augenfälligsten ist der Trend aber bei einem Schuh zu sehen, der sonst so gar nichts Rustikales an sich hat: der Collegeschuh. Ursprünglich hieß er „Penny Loafer“, weil er bei den Studenten der amerikanischen Eliteuniversitäten beliebt war und sich angeblich die Studenten einen Penny als Glücksbringer in die Aussparung der Schaftbrücke über den Rist steckten.

          Der Halbschuh ohne Schnürung, den viele noch aus den Achtzigerjahren und der Popper-Zeit kennen, bekommt in diesem Herbst und Winter ein vollkommen neues Gesicht, das nur noch wenig mit der Upperclass-Attitüde von einst gemein hat. Seine Sohle ist nicht mehr aus feinstem Leder, das bei jedem Schritt ein klackendes Geräusch hervorruft; vielmehr haben die Loafer jetzt eine massive Profilsohle, die man sonst nur von Sneakern kennt.

          Der neue Absatz wie hier bei Marni ist nicht schmal und elegant, sondern nach unten auslaufend wie eine Schlaghose.
          Der neue Absatz wie hier bei Marni ist nicht schmal und elegant, sondern nach unten auslaufend wie eine Schlaghose. : Bild: Jimmy Choo

          Schon deshalb haben sie einen neuen Beinamen bekommen: Chunky Loafer, was so viel wie klobig heißt. In gewisser Weise ist der Schuh jetzt zweigeteilt: Oben behält er seine elegante Note mit einem Schaft aus Leder, der meistens kombiniert ist mit einer Metallschnalle, unten dagegen wird es rustikal. Der Vorteil: Die Chunky Loafer sind so bequem wie Sneaker. Und ganz nebenbei verliert der Collegeschuh den Snob-Charakter, den er in den Achtzigern hatte.

          Und noch etwas ist anders: Während man ihn damals bevorzugt zu Karottenhosen trug, die nach unten hin eng wurden, ist jetzt das Gegenteil der Fall. Die Loafer werden zu Hosen kombiniert, die besonders weit sind und den Bei­namen „Wide Leg“ haben. Die weite Silhouette mit dem klobigen Schuh sorgt also für einen massiven Auftritt, der signalisiert: Hallo, hier komm ich! Und wer sich traut, kann noch eins draufsetzen und die Schuhe in den angesagten Knallfarben kaufen: in Froschgrün, oder Barbiepuppenrosa.

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