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Auf dem Titel der Vogue: Greta Thunberg Bild: Condé Nast

Greta Thunberg auf Cover : Before it’s in fashion, it’s in Vogue?

Die erste Ausgabe der skandinavischen Vogue ist da, und Greta Thunberg kritisiert darin die Mode. Man muss es noch mal wieder­holen: Das steht in einer Vogue. Die Kolumne Modeerscheinung.

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          „Greta Thunberg kritisiert“ ­ – so beginnen viele Überschriften. Es folgt zum Beispiel „den digitalen Klimagipfel“ (Welt) oder „die Behäbigkeit der Politik“ (Tagespiegel) oder „die hö­here Ölproduktion der Opec“ (Süddeutsche Zeitung). Jetzt kritisiert Greta Thunberg in der ersten Ausgabe der skandinavischen Vogue – die Modeindustrie. Zum Beispiel so: „Wer Fast Fashion kauft, unterstützt diese Industrie darin, zu wachsen und weiter Schaden anzurichten.“

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Man muss es noch mal wieder­holen: Das steht in einer Vogue.

          Es ist noch nicht lange her, da durfte in einem Modemagazin kein böses Wort gegen irgendjemanden fallen. Alles war bezaubernd in dieser Traumwelt, die ihren Leserinnen die Möglichkeit geben sollte, für eine Weile alles Böse zu vergessen – und vermutlich über der sanften Lektüre einzuschlafen.

          Auch deshalb verloren diese Ma­gazine an Einfluss. Die Vogue ist et­wa dabei, ihre europäischen Ausgaben, also die französische, die italienische, die spanische und auch die deutsche, von London aus zu zentralisieren, zum Preis kultureller Be­sonderheiten, die nicht einfach eine Frage der Übersetzung sind.

          Ausgerechnet in dieser Zeit bekommt der skandinavische Raum eine eigene Vogue – und macht es besser. Stellt mit Rawdah Mohamed eine Moderedakteurin mit Hijab ein, die ihre Kindheit in einem Flüchtlingslager in Kenia verbracht hat, bevor sie mit ihrer Familie nach Norwegen zog. Ge­winnt Greta Thunberg für die Titelgeschichte. Der berühmte hauseigene Marketingslogan „Be­fore it’s in fashion, it’s in Vogue“ hat längst an Bedeutung verloren. Aber vor dem Hintergrund von Überkonsum und der sich gemäß Weltklimarat schon bis 2030 um 1,5 Grad er­wärmenden Erde stimmt dieser Satz hoffentlich wirklich einmal.

          „Wer Fast Fashion kauft, unterstützt diese Industrie darin, zu wachsen und weiter Schaden anzurichten“: Thunberg in der Vogue
          „Wer Fast Fashion kauft, unterstützt diese Industrie darin, zu wachsen und weiter Schaden anzurichten“: Thunberg in der Vogue : Bild: dpa

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