https://www.faz.net/-gut-6k27q

Street-Style-Fotografie : Erkundungen im Berliner Glamcanyon

2000 Leute schauen pro Tag auf glamcanyon.blogspot.com, wo zum Besipiel diese Dame zu sehen ist Bild: Katja Hentschel

Wenn die Street-Style Fotografin Katja Hentschel auf die Straße geht und Fotos macht, sucht sie nicht nach Markenträgern, sondern nach Persönlichkeiten. Das kommt an: Rund 2000 Menschen besuchen täglich ihren Blog.

          1 Min.

          Was man an einem Wochenende in Mitte so alles sehen kann! Nichts, wenn man nichts sehen will. Alles, wenn man den Blick von Katja Hentschel hat. Die 28 Jahre alte Berlinerin, die in Paris und London Psychologie studierte und deshalb einen Blick mehr für den Menschen als für seine Mode hat, gehört nicht zu den Street-Style-Fotografen, denen das Etikett wichtiger ist als die Gesamtaussage.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Hentschel, die in New York auf die Idee mit dem Foto-Bloggen kam und sich seit 2007 ihre eigene Party- und Modewelt gebastelt hat, ist also eine vielleicht typisch deutsche Ausprägung der Straßenfotografie. Wie „Stil in Berlin“ und „Styleclicker“, zwei weitere wichtige deutsche Street-Style-Blogs, achtet sie auf Menschen des 21. Jahrhunderts. Die einflussreichen internationalen Kollegen hingegen - Scott Schuman, Garance Doré, Jak & Jil oder Yvan Rodic - suchen für ihre Bilder geradezu die Lanvin-Oberteile und die Givenchy-Sandalen. Katja Hentschel, die aus Wolfen in Sachsen-Anhalt stammt, nach dem Abitur neun Jahre ins Ausland ging und eben nicht um die internationalen Designerschauen kreist, bleibt in diesen Fragen nonchalant: „Marken interessieren mich nicht.“

          Eher Vintage- als Designer-Sachen

          Sie wohnt günstig gelegen am Mauerpark, nimmt sich einfach ihre Kamera und geht mit offenen Augen durch Torstraße oder Kastanienallee (vulgo: Castingallee). Der persönliche Ausdruck und der originelle Look interessieren sie am meisten: „also eher Vintage- als Designer-Sachen“. Mit ihren Partyfotos unter anderem aus dem „Broken Hearts Club“ und für Magazine verdient sie seit anderthalb Jahren ihr Geld - die Straßenfotos sind wie Urlaub von den lauten Nächten. 2000 Leute schauen pro Tag auf ihren Blog. Das scheint ihr aber nicht genug zu sein. Katja Hentschel ist schon wieder unterwegs - zu einem Reise-Blog namens „Travelettes“.

          Die Fotografin Katja Hentschel, die diese Passantin fotografiert hat, hat einen Blick mehr für den Menschen als für seine Mode.

          Weitere Themen

          Pirelli-Kalender von „Romeo und Julia“ inspiriert Video-Seite öffnen

          Vorstellung in Verona : Pirelli-Kalender von „Romeo und Julia“ inspiriert

          Der italienische Modefotograf Paolo Roversi hat unter dem Motto "Looking for Juliet" Stars für den berühmten Kalender des Reifenherstellers abgelichtet. Nun präsentierte nun stolz das Ergebnis, bei dem unter anderem seine Tochter Stella mitwirkte.

          Sieht aus wie von heute

          Modemacher Azzedine Alaïa : Sieht aus wie von heute

          1959 lernte der damals unbekannte Modemacher Azzedine Alaïa den jungen Christoph von Weyhe kennen. Fast sechs Jahrzehnte waren sie Partner – privat wie geschäftlich. Nun bekommt der tunesische Modeschöpfer eine Schau in Paris.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.