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Promis machen Mode : Kleiden wie Madonna

Auf einen ähnlichen Ansturm hofft Topshop. Das vergangene Jahr war für die Billigkette, die mit Hunderten von Läden in fast jeder Einkaufsstraße Großbritanniens zu finden ist, ein mäßiges Geschäftsjahr. Moss soll Umsatz- und Gewinnwachstum ankurbeln und dem Ruf von Topshop als heißeste Adresse unter den britischen Textilhändlern alle Ehren machen.

Kate Moss gehört ungeachtet eines Drogenskandals immer noch zu den meistgefragten Fotomodellen der Welt mit jährlichen Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Modezeitschriften werden nicht müde, ihre privates Erscheinungsbild zu preisen. Selbst Designlehrerin Walters findet nur lobende Worte. Moss habe in ihrer Karriere mit so vielen namhaften Modehäusern zusammengearbeitet, dass sie ein gutes Gefühl für Stil habe. Finanziell hat sich das Geschäft für die Laufstegerprobte schon gelohnt. Für die Kollektion aus 90 Einzelteilen kassierte Moss nach Medienberichten ein Honorar von rund 4,5 Millionen Euro.

Pete Dohertys Erinnerungslücken

Wer allerdings glaubt, dass Moss, Madonna & Co. für die Millionenhonorare selbst zum Zeichenblock greifen, wird enttäuscht. Moss überließ die Arbeit einer Freundin, die normalerweise für Stardesigner Alexander McQueen tätig ist. Eine Unternehmenssprecherin beteuert jedoch: „Kate hat ihre Ideen mit eingebracht. Die Kollektion trägt ganz klar ihre Handschrift.“ Auch Madonna begutachtete vornehmlich die fertigen Teile, beeinflusste nach Angaben der H&M-Chefdesignerin aber Farbe, Muster und Passform. Immerhin ließ die 48 Jahre alte Sängerin vermelden, dass ihr die Kleidungsstücke so gut gefielen, dass sie sie auch selbst tragen werde.

Am ehrlichsten gibt sich in diesem Modezirkus Drogenjunkie Pete Doherty. Gegenüber Journalisten gestand er vor kurzem freimütig, dass er sich nicht mehr erinnern könne, ob er einen Mantel für Gio-Goi entworfen habe oder nicht. Zumindest aber spielte er ein paar Lieder, als die vermeintlichen Doherty-Klamotten erstmals den Medienvertretern vorgeführt wurden. Ohne Doherty wäre vermutlich keiner gekommen.

Optimismus vor dem K-Day

Ob die Prominenten-Gastspiele nachhaltig zum wirtschaftlichen Erfolg von Modeunternehmen beitragen, ist umstritten. Ein von H&M im vergangenen Jahr präsentierter Trainingsanzug im Stil von Madonna beispielsweise ist aus der Sicht von Branchenbeobachtern ein Flop gewesen. Die angeschlagene Modekette Gap konnte trotz prominenter Namen den eigenen Niedergang nicht stoppen. Dagegen liefert die spanische Gruppe Inditex mit der Hauptmarke Zara den Beweis, dass man auf Werbung und schillernde Namen auch verzichten kann. Bisher eröffnen die Spanier lieber ein Geschäft nach dem anderen. Den Hauptkonkurrenten H&M haben sie mit dieser Strategie bereits abgehängt.

Bei Topshop gibt man sich kurz vor dem K-Day optimistisch. „Ich war begeistert von der Kollektion. Kate hat Unglaubliches geleistet“, schwärmt Firmenchef Philip Green, der einst einen Kuss von Kate Moss für 90.000 Euro ersteigert hatte. Nicht so gern äußert er sich zum Weggang seiner Chefdesignerin Jane Shepherdson. Sie hatte 20 Jahre lang für Topshop gearbeitet, gilt als hauptverantwortlich für den Erfolg und verabschiedete sich genau in dem Moment, in dem Green Moss an Bord holte.

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