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Promi-Mode : Gut im Tor, schlecht vorm Schrank

  • Aktualisiert am

Oliver Kahn gilt als größter Modesünder Deutschlands Bild: EPA

Bälle halten kann er, dafür soll es ihm an Gespür für Mode fehlen: Oliver Kahn gilt als der am schlechtesten gekleidete Deutsche. Mehr Stil soll Karl Lagerfeld haben, mehr Eleganz Ole von Beust.

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          Um für Deutschland die Bälle zu halten, wirft sich Oliver Kahn mit seinem Trikot schon mal in den Matsch. Wen wundert es da, daß er nun der größte männliche Modesünder der Nation sein soll. Zu diesem Ergebnis kam eine Jury, die das Magazin „Men's Health Best Fashion“ eingesetzt hatte. Die Begründung: „Teuer ist nicht automatisch gut, und laut nicht stilvoll.“ Kahn landete auf der Liste der schlecht angezogenen Männer noch vor Helmut Kohl (CDU) und Thomas Gottschalk, der als Fernsehmoderator schon mal mit roter Lederjacke oder goldenem Sakko auftritt.

          Karl Lagerfeld verschafft dagegen nicht nur Models einen stilvollen Auftritt sondern angeblich auch sich selbst. Denn die Mode-Jury des Männermagazins kürte den Designer zum Sieger in der Kategorie „Style“ und bezeichnete ihn „als Meister der Kombination“. Um stilvoll gekleidet zu sein, muß der deutsche Mann aber nicht Modefachmann sein. Das zeigt die Plazierung des „Good bye, Lenin!“-Stars Daniel Brühl, der „nie verkleidet, aber immer lässig“ wirkt. Rang drei belegte Ex-Tennisprofi Boris Becker und bewies damit, daß auch Sportler guten Mode-Geschmack haben können.

          Ulrich Wickert als schickster Busineß-Mann

          Die Christdemokraten brauchen derzeit nicht mal politische Kontroversen, um besser anzukommen als Politiker der SPD. Es genügt die Wahl der Kleidung. So lag ein CDU-Politiker vorne, als die Mode-Experten für den Prominenten mit der elegantesten Kleidung abstimmten. Hamburgs Regierender Bürgermeister Ole von Beust gewann in dieser Kategorie wegen seiner „Kombination von hanseatischer Tradition mit kosmopolitischer Lässigkeit“. Damit erreichte er ein besseres Ergebnis als Bundeskanzler Gerhard Schröder.

          Auch ein Sportler, aber mit stilvoller Kleidung: Boris Becker
          Auch ein Sportler, aber mit stilvoller Kleidung: Boris Becker : Bild: dpa

          Anzug, Hemd, Krawatte - die Kleidung von Politikern und Geschäftsmännern scheint sich für den Modelaien kaum zu unterscheiden. Für die Juroren war aber Anzug offensichtlich nicht gleich Anzug. „Wegen seiner auffälligen Unauffälligkeit“ vergab die Jury den ersten Platz in der Kategorie „Busineß“ an Moderator Ulrich Wickert, den stets korrekt gekleideten Moderator der „Tagesthemen“. Etwas trister scheint die Busineß-Kleidung von Porsche-Boß Wendelin Wiedeking zu sein, landete er doch auf einem schlechteren Platz als Wickert. Und auch Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) soll trotz dunkler Anzüge bei den Truppenbesuchen weniger schick gekleidet sein als der ARD-Mann. In der Jury saßen die Chefredakteurin der Zeitschrift „Gala“, die Modechefin der Zeitschrift „Stern“ und der Puma-Chefdesigner.

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